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Jamie-Lee Kriewitz will Deutschland beim Eurovision Song Contest vertreten

„Ich habe total Bock drauf“

Das Ticket zum Eurovision Song Contest nach Schweden ist umkämpft. Mehrere Bands und Musiker rechnen sich am Donnerstagabend beim Vorentscheid Chancen aus. Auch Voice of Germany-Gewinnerin Jamie-Lee Kriewitz ist dabei. Wir haben mit ihr, ihrer Familie und ihrer Schule in Hameln gesprochen.

veröffentlicht am 24.02.2016 um 17:59 Uhr
aktualisiert am 29.03.2016 um 16:20 Uhr

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Autor:

von karen klages, christian zett und garmin wendt

Gerade hatte sie ein paar Wochen Pause, „da konnte ich ein bisschen runterkommen und das alles realisieren, sagt Jamie-Lee Kriewitz, die wir während der Aufnahmen zu ihrer neuen Single in Berlin erreichen. Deutschland-Tournee, Studioaufnahmen, mögliche Kandidatin für den Eurovision Song Contest (ESC): Das stressige Leben als „The Voice“-Siegerin scheint der jungen Frau, die in Bennigsen wohnt und in Hameln zur Schule geht, gut zu bekommen. „Mir geht’s super“, sagt sie gut gelaunt. Sehr viel von sich selbst stecke in dem Lied, das sie gerade aufnimmt: „Ich würde sagen, mehr geht nicht.“ Sie schreibt den Text zwar nicht selbst, gibt aber das Thema vor und steht dafür ständig in Kontakt mit „den Fantas“, ihren Coaches Michi Beck und Smudo, sowie dem Produzenten Thomilla.

Auch bei ihrem ausgefallenen Manga-Kleidungsstil lässt sich die junge Frau nicht verbiegen: „Das ist mein Ding, das ziehe ich durch.“ Heute Abend entscheidet sich, ob Jamie-Lee für Deutschland beim ESC antritt (ARD, ab 20.15 Uhr). Sie singt ihren „The-Voice“-Siegertitel „Ghost“ – der Song musste dafür auf unter drei Minuten gekürzt werden.

Eine Sache gibt es aber, die unter dem Erfolg ein bisschen leidet: „Eigentlich hatte ich immer vor, dieses Jahr mein Abi zu machen“, gibt die 17-Jährige zu, „aber durch die vielen Fehlzeiten wegen ,The Voice‘ werde ich wohl das Jahr wiederholen.“ Den Abschluss will sie unbedingt machen: „Das habe ich mir fest vorgenommen.“

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  • ieg! Jamie-Lee gewinnt das Finale von „The Voice“ – und Smudo jubelt mit ihr.
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  • So trat Jamie-Lee bei der ersten Show von „The Voice of Germany“ am 3. Dezember 2015 in Berlin auf.
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  • Jamie-Lee Kriewitz: Die Schülerin aus Hameln hat bereits gute Erfahrungen mit Publikums-Abstimmungen gemacht – sie gewann die TV-Show „The Voice of Germany“. Outfit und Show sind inspiriert vom asiatischen Manga-Stil, das Lied „Ghost“ war schon in den Charts und ist modern produzierter Pop. Foto: haz

Ihre Hamelner Schule fiebert natürlich mit Jamie-Lee mit: Die Mitschüler der 12. Klasse der Fachoberschule Gestaltung sowie die Lehrer der Eugen-Reintjes-Schule drücken ihr die Daumen. „Ich komme gerade aus der Klasse von Jamie-Lee. Es ist eine gewisse Aufregung und Neugierde zu verzeichnen“, sagt Schulleiter Johannes Stolle, der schon ein bisschen stolz ist, mit Jamie-Lee eine mittlerweile so berühmte Schülerin an seiner Schule zu haben. Auch wenn ihr Weg derzeit eher nicht in die Eugen-Reintjes-Schule führe: „Wir sind nach wie vor daran interessiert, zu wissen, wie es ihr geht.“ Denn schließlich hänge davon auch die Stimmung in der Klasse ab. Am Unterricht nimmt sie – sofern es die Gesangskarriere denn zulässt – auch teil: „Sie ist da sehr pflichtbewusst“, so ihre Klassenlehrerin Tina Stegmann. Zum ESC-Vorentscheid reist von der Schule niemand, doch Daumendrücken, das geht ja auch von Hameln aus.

Vor dem Auftritt hat Jamie-Lee noch ein paar Tage zu Hause in Bennigsen vorbeigeschaut, Familie und Freunde wiedergesehen. Denn die muss sie ein wenig vernachlässigen: „Ich habe auf jeden Fall weniger Kontakt mit ihnen‘‘, sagt Jamie-Lee. Allerdings findet sie viel Verständnis: „Es ist nicht so, dass ich jetzt auf einmal ganz viele Freunde verliere, die stehen alle immer noch hinter mir und reden auch noch mit mir.“

Jamie-Lee ist nun schon seit Dienstag in Köln, um sich auf ihren Auftritt vorzubereiten. Während ihr Vater Michael gestern nachreiste, verfolgt Mutter Nicole den Auftritt von Bennigsen aus. Eine große Grand-Prix-Party wird es dort aber nicht geben: „Es kommen ein paar Freunde; wir machen uns einen ruhigen Abend vor dem Fernseher“, sagt sie. Für sie hat sich der Wirbel nach dem „The-Voice“- Sieg und der ESC-Nominierung gelegt: Inzwischen werde die Familie nicht mehr so häufig auf die Musikkarriere von Jamie-Lee angesprochen. „In so einem kleineren Ort ist das ja auch schnell rum“, sagt die Mutter.

Jamie-Lee selbst macht sich rar in Bennigsen: erst die Auftritte bei „The Voice“ in Berlin, dann die Deutschland-Tour, die Studioaufnahmen, jetzt der ESC. „Ich glaube, das ist auch für sie eine Herausforderung“, sagt Kriewitz über die vielen Reisen ihrer Tochter: „Sie ist gerne mit ihren Freunden hier zusammen. Und sie ist schon ein Familienmensch.“ Verändert haben die letzten Monate nicht nur die Sängerin, sondern auch ihre Familie: „Die ganze Sache ist wie ein Traum, der nicht aufhört. Man führt ein anderes Leben.“ Die Chancen ihrer Tochter heute Abend? „Natürlich wünsche ich mir, dass sie es schafft.“



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