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Hochbehälter Kirchohsen für eine halbe Million Euro saniert / „Alles auf dem neuesten Stand“

Fast schon ein Neubau

EMMERTHAL. Nur wenige bekommen Zugang zum Hochbehälter in Kirchohsen. Für eine halbe Million Euro wurde die Anlage aus den 60er Jahren saniert. Karen Klages durfte umsehen.

veröffentlicht am 26.08.2018 um 10:30 Uhr

Blick in eine Speicherkammer: Die Farbe der Wände sollte eigentlich blau sein –ist aber grün geworden. Foto: KK
Karen Klages

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Karen Klages Reporterin zur Autorenseite
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An die grüne Farbe hat Morten Elgert sich mittlerweile gewöhnt. Allzu oft muss der Betriebsleiter der Gemeindewerke Emmerthal die Türen der beiden Speicherkammern im Hochbehälter Kirchohsen ja nicht öffnen. Doch blau wie das Wasser, das in ihnen schimmert, hätte er die Wände schon gerne gesehen. Eine halbe Million Euro hat die Sanierung des Hochbehälters gekostet; aufgrund der alten Substanz des Mitte der 60er Jahre errichteten Bauwerks musste vieles auf den neuesten Stand gebracht werden. „Eine Behältersanierung ist wie ein Neubau“, sagt Elgert. Begonnen haben die Arbeiten bereits im April 2017 und sollten eigentlich im Oktober vergangenen Jahres abgeschlossen sein.

Drei Gewerke waren hauptsächlich an der Sanierung beteiligt: Die Metallbauer waren für die Rohrleitungen, Einstiegshilfen und -leitern verantwortlich. Die Betonsanierung – „der größte Kostenfaktor“ – hat beiden Kammern, die je 500 Kubikmeter Wasser fassen, das grüne Aussehen beschert. In diesem Bereich sei es auch zu einer Verzögerung gekommen. „Es haben sich in einem Behälter an einer Wand Blasen gebildet. Das musste neu gemacht werden“, sagt Elgert. Trotzdem konnte der Hochbehälter Ende vergangen Jahres schon wieder in Betrieb genommen werden. Bei den Erdarbeiten wurde der Behälter freigelegt und erhielt eine neue Isolierung.

Die Kosten für die Sanierung sind im Rahmen geblieben.

Morten Elgert, Betriebsleiter

„Im Außenbereich ist über den Sommer nicht mehr so viel passiert. Aufgrund der Trockenheit war einiges nicht machbar“, so der Betriebsleiter. So fehlen noch Tor und Zaunanlage und die damit verbundenen Landschaftsbauarbeiten. Auch muss die Grenze wiederhergestellt werden. „Einen Grenzpunkt müssen wir noch suchen, der ist bei den Tiefbauarbeiten verschüttet worden“, erzählt Elgert. Auswirkungen auf die Trinkwasserversorgung haben die restlichen Arbeiten allerdings nicht mehr. Überhaupt: Mitbekommen haben die wenigsten, dass der Hochbehälter Kirchohsen mitten in der Feldmark für fast eine halbe Million Euro saniert wurde. Und trotz einiger Verzögerungen „sind die Kosten im Rahmen geblieben“, wie Elgert sagt.

Alle Rohrleitungen im Behälter sind neu und auf dem aktuellsten Stand. Foto: KK
  • Alle Rohrleitungen im Behälter sind neu und auf dem aktuellsten Stand. Foto: KK
Der Treppenaufgang zum Behälter ist ebenfalls neu. Foto: KK
  • Der Treppenaufgang zum Behälter ist ebenfalls neu. Foto: KK
Die beiden Be- und Entlüftungstürme sind weg. Foto: PR
  • Die beiden Be- und Entlüftungstürme sind weg. Foto: PR
Jetzt hat der Behälter ein neues Dach und viel Grün. Foto: kk
  • Jetzt hat der Behälter ein neues Dach und viel Grün. Foto: kk
Morten Elgert zeigt die Tür zu einer der Kammern. Foto: KK
  • Morten Elgert zeigt die Tür zu einer der Kammern. Foto: KK
Alle Rohrleitungen im Behälter sind neu und auf dem aktuellsten Stand. Foto: KK
Der Treppenaufgang zum Behälter ist ebenfalls neu. Foto: KK
Die beiden Be- und Entlüftungstürme sind weg. Foto: PR
Jetzt hat der Behälter ein neues Dach und viel Grün. Foto: kk
Morten Elgert zeigt die Tür zu einer der Kammern. Foto: KK
Information

Wasser wärmer durch Hitze

Fast alle Ortsteile der Gemeinde Emmerthal werden mit Trinkwasser aus dem Hochbehälter Kirchohsen versorgt. Nur Hämelschenburg, Amelgatzen, Welsede (werden von den Stadtwerken Bad Pyrmont beliefert), Ohr (hat einen eigenen Wasserbeschaffungsverband mit Klein Berkel) und derzeit noch Hagenohsen beziehen ihr Wasser aus anderen Hochbehältern. Durch den sehr heißen Sommer sei das Trinkwasser im Hochbehälter etwas wärmer geworden, die Temperatur liegt jetzt ungefähr zwischen 14 und 16 Grad, erklärt Elgert. Im Hochbehälter selbst ist es 12 Grad kühl. Bei der Hitze sind auch die Abgabemengen hochgegangen, jetzt werden ungefähr 1500 bis 1600 Kubikmeter verbraucht; normal ist laut Elgert ein Verbrauch von 1200 Kubikmetern pro Tag.kk

Man liege sogar noch etwas unter den veranschlagten 500 000 Euro. Eine spezielle Tür mit hoher Widerstandsklasse, ein Luftbefeuchter, neue Technik zu Ermittlung des Wasserstands, ein neuer Treppenaufgang – vieles lässt sich noch auflisten, was neu ist in dem 8,50 Meter hohen Behälter. Doch eins ist Elgert besonders wichtig: Der Behälter ist jetzt so gesichert, dass kein direkter Zugang mehr zu den Kammern besteht. Früher gab es Be- und Entlüftungstürme, diese waren nur mit einer Art Fliegengitter versehen, durch die man leicht den Kontakt nach drinnen hätte suchen können. Doch diese wurden abgerissen und durch eine neue Be- und Entlüftungsanlage ersetzt. Und falls doch mal jemand Unbefugtes herein möchte, schlägt es bei den Gemeindewerken Alarm. „Der Hochbehälter Kirchohsen ist jetzt auf dem neuesten Stand.“



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