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Eine 300-Einwohner-Ortschaft als Schauplatz für ein spektakuläres Treffen selbst ernannter „Laserfreaks“

Farbspiele am Nachthimmel

PETERSHAGEN-ROSENHAGEN. Lichteffekte im Takt der Musik, tanzende Figuren in der Luft und auf dem Dach sowie Nebelmaschinen, Flammenwerfer und Feuerwerksboxen für weitere Spezialeffekte: Für einen Abend avancierte die 300-Einwohner-Ortschaft zum Mekka für Laser-Enthusiasten aus nah und fern.

veröffentlicht am 13.08.2016 um 13:07 Uhr

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Während vor dem Dorfgemeinschaftshaus Autos aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, Hessen und Sachsen sowie Bayern und den Niederlanden parkten, verfolgten deren Besitzer von der rückseitigen Terrasse aus zahlreiche farbenfrohe und faszinierende Shows, die mithilfe von fünf Laserprojektoren in den Nachthimmel „gezaubert“ wurden.

„Wir treffen uns immer fünf- bis sechsmal pro Jahr zu gemeinsamen Vorführungen“, sagt Gastgeber Guido Jäger. Der 45-jährige Rosenhäger betreibt eine entsprechende Internetseite und ist außerdem registriertes Mitglied der Community „LaserFreaks“. In diesem Online-Forum tauschen sich Experten und Laien über alle Fragen, Herausforderungen und Risiken rund um dieses ungewöhnliche Hobby aus.

Fans aus ganz Deutschland sowie viele schaulustige Rosenhäger waren Jägers Einladung gefolgt. Dieser hatte das zwei Pkw-Anhänger umfassende Equipment im Gesamtwert von rund 30 000 Euro zuvor gemeinsam mit zwei Freunden auf der abgeschirmten Freifläche installiert. „Alles in allem hat der Aufbau rund fünf Stunden gedauert“, schildert der gelernte Radio- und Fernsehtechniker.

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Zusätzliche Nebelmaschinen sorgen dafür, dass die visuellen Effekte besonders gut zu erkennen sind. Foto: hb

Seine Leidenschaft für Lichteffekte und grafische Projektionen unter Verwendung von Laserstrahlen entdeckte er Mitte der neunziger Jahre eher zufällig. „Man hat mich damals gefragt, ob ich für einen Abend als Aushilfs-Lichtjockey in der Disco ,Cammer 26‘ einspringen könnte“, erinnert sich Jäger. „Daraus sind dann insgesamt drei Jahre geworden, die meine Begeisterung für Lasershows geweckt haben.“

Da die Preise für eine brauchbare Ausstattung seinerzeit jedoch im sechsstelligen Bereich lagen, machte sich der versierte Elektronik-Fan kurzerhand selbst ans Werk: Auf die zunächst nach strengen Sicherheitskriterien selbst zusammengebauten Projektoren folgte später die Entwicklung einer speziellen Software, mit der andere Laser-Enthusiasten einzelne Shows gestalten können. Deren Ergebnis führen sich die selbst ernannten „LaserFreaks“ bei ihren Zusammenkünften gegenseitig vor. In jedem der drei- bis vierminütigen Einzelprojekte stecken dabei laut Jäger mindestens 50 Stunden Aufwand. „Das liegt daran, dass jede Show quasi wie ein Trickfilm gezeichnet und auf den jeweiligen Musiktitel abgestimmt wird“, erläutert der Experte, der selbst aber nur selten zum Regisseur wird. Die von ihm kreierten Lasershows zu Titeln wie „Brothers in Arms“ (Dire Straits), „Bad“ (Michael Jackson) oder „Atemlos“ (Helene Fischer) dienen vielmehr dem Test der selbstentwickelten Software.

Diese kommt laut Jäger europaweit bereits in rund 300 Fällen zum Einsatz. „Das Spektrum reicht vom Hobbysektor bis zum Profibereich.“ Als Beispiele nennt der 45-Jährige Diskotheken, Museen und Live-Konzerte. „In diesem Jahr waren wir beispielsweise für die Laser-Effekte bei der europäischen Stadion-Tournee einer weltbekannten britischen Gruppe verantwortlich, deren Namen wir aber leider nicht nennen dürfen.“

Bei solchen und allen weiteren Lasershow-Anlässen legen die Community-Mitglieder nach eigener Aussage größten Wert auf die Sicherheit. „Schließlich ist das Ganze nicht ganz ungefährlich“, formuliert es Jäger zurückhaltend – und distanziert sich ausdrücklich von billiger Importware aus dem asiatischen Raum.

„Davon kann ich nur abraten, da diese Systeme ganz und gar nicht den hiesigen Standards und der erforderlichen DIN-Norm entsprechen, sondern eine Gefahr für Augen und Haut darstellen.“

Beim dreistündigen Show-Abend in Rosenhagen kamen deshalb neben zwei geprüften Fremdfabrikaten auch drei Weißlicht-Projektoren zum Einsatz, die Jäger nach eigenen Vorstellungen gebaut hat. „Mit dem integrierten RGB-Spektrum lassen sich aus den drei Grundfarben Rot, Gelb und Blau alle anderen Farben mischen.“

Wie unterschiedlich das im Einzelnen aussehen kann, wurde den Zuschauern auf der Freifläche hinter dem Dorfgemeinschaftshaus eindrucksvoll vorgeführt. Wobei die Reaktionen der aus ganz Deutschland angereisten Experten und der neugierigen Rosenhäger unterschiedlich ausfielen: Während die „LaserFreaks“ jede einzelne Show eher unter fachmännischen Gesichtspunkten analysierten, applaudierten die Einheimischen angesichts der Darbietungen mehrfach.

Am Ende eines langen Tages war Jäger dann auch rundum zufrieden: „Es hat alles wie geplant geklappt. Ich denke, im kommenden Sommer werden wir das Lasershow-Treffen in Rosenhagen bestimmt wiederholen.“ Informationen im Internet: www.dynamics-lasershow.de.



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