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Neben dem Rattenfänger-Literaturpreis gibt’s zwölf Empfehlungen

Die Welt der Sagen und Märchen

Einen Monat ist es her, dass der Gewinner des Rattenfänger-Literaturpreises 2018 bekanntgegeben wurde. Mit „Krakonos“ überzeugte Wieland Freund die Jury restlos. Geschickt verknüpft der Autor Science-Fiction-Elemente mit der deutschen Sagentradition. Die Jury empfiehlt neben dem Preisträger-Buch noch zwölf weitere Bücher. Alle 13 Bücher beschäftigen sich mit Märchen, Sagen und Mythen und verbinden die Inhalte mit Moral und Weisheit. Wir präsentieren heute und morgen die 13 Werke. Heute Teil eins.

veröffentlicht am 05.06.2018 um 15:15 Uhr
aktualisiert am 05.06.2018 um 16:13 Uhr

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Von Sophie Aigelsreiter

„Hexenfee“

von Brigitte Minne (Illustrationen: C. Cneut)

Das Werk bietet mit den konträren, gesellschaftskritischen Bildern und der lehrreichen Geschichte einen Wert für Leser jeden Alters. Es erzählt über Feen- und Hexenwelt, die getrennte Reiche mit eigenen Qualitäten sind. Die Feen sind in einem Trott und trauen sich nicht, etwas zu verändern. Eine Fee wagt auszubrechen und will sich den Hexen anschließen. Sie muss dabei gegen harte Vorurteile kämpfen. Erst am Ende finden Mutter und Tochter wieder zueinander. Es verdeutlicht, dass jeder sein Leben selbst bestimmen kann. Ein Buch, das wichtige Themen ansprechend und kindertauglich verpackt.



„Hugo und die Dämonen der Nacht“

von Bertrand Santini

Geister, die mit einem harten Galgenhumor über ihren eigenen Tod witzeln, sind hier zuhauf anzutreffen. Hugo trifft der Schlag, als er nachts aufwacht und plötzlich verfolgt wird. Er stolpert und stürzt in einen See. Dort ertrinkt er. Doch der Junge findet sich auf dem Friedhof des Anwesens seiner Eltern wieder, auf dem die Geister der Toten seit Jahrhunderten keine Ruhe gefunden haben. Der äußerliche Konflikt weicht allerdings deutlich in den Hintergrund und der Fokus liegt klar auf den humoristischen Dialogen und den neuartigen Charakteren. Bei der Handlung verliert man so den Überblick.









"Arianwyn“
von James Nicol
Die anfänglichen Seiten lassen Erinnerungen an den ersten „Harry–Potter“–Band aufkommen, dennoch überrascht das Buch mit Ideen und fantasievollen Kreaturen. Nach ihrer gescheiterten Hexenprüfung wird Arianwyn zur Probe in die langweilige Kleinstadt Lull geschickt. Das Lösen magischer Probleme der Städter und neue Freundschaften mit geheimnisvollen Kreaturen lassen Leser staunen. Der Spruch „Ehrlich währt am längsten“ kommt im Buch voll zum Tragen, als das Mädchen brisante Geheimnisse über ihre größte Feindin von der Hexenschule erfährt – und sich beinahe mit ihr anfreundet. Der Autor arbeitet Lebensweisheiten mit ein, die besonders für Teenager zwischen 12 und 16 Jahren interessant sind.






„Krakonos“
von Wieland Freund
Das Buch spielt im Berlin der unmittelbaren Zukunft. Bürger lassen sich ohne Protest überwachen. Nik und Levi besuchen die „Qwip.com Academy“, die sich, halb Kaderschmiede, halb Kinderbetreuungsdienst, um den Nachwuchs der Mitarbeiter kümmert, die Tag und Nacht im Einsatz sind. Sie wachsen ohne Kontakt zur Natur auf. Doch Levi zieht es hinaus ins verbotene Brachland von Berlin-Adlershof. Eines Tages taucht ein schwarz geflügeltes Wesen auf, das seine Gestalt verändern kann: Es ist der Rübezahl aus der Sage. Ein Sonder–Einsatzkommando will das mythische Wesen ruhigstellen. Der klug gebaute und temporeiche Roman begeistert die Jury.




„Die verflixten sieben Geißlein“
von Sebastian Meschenmoser
Es ist ein Bilderbuch, dass Kinder aktiv zum Mitmachen auffordert. Kleine Details auf bunten Seiten machen neugierig auf mehr. Das Grimmsche Märchen im neuen Stil steckt den sonst so bösen Wolf in die Rolle einer Putzfrau. Verärgert versucht er, die sieben Geißlein im unaufgeräumten Haus der Ziegenmutter aufzutreiben, doch dafür muss er erst mal den Unrat ausmisten und putzen. Jede Seite lädt Kinder zum Suchen der kleinen Ziegen ein, die sich versteckt halten. Den Leser erwartet ein witziges Ende mit dem Wolf, der sich in Schürze und Kleid gehörig schämt. Das Buch eignet sich für Kinder im Grundschulalter und als Lehrbuch, um allerlei neue Gegenstände kennenzulernen.








„Lisa, Paul und Frau Fisch“

von Brigitte Schär (Illustrationen: J. Rassmus)
Die Lehrerin Frau Fisch und ihre Eltern können es nicht glauben, als Lisa von einem Ausflug mit ihrem ungeborenen Bruder Paul erzählt. Lisas Mutter ist nämlich gerade schwanger und das Mädchen freut sich sehr auf ihren Bruder. Durch ihre Vorstellungskraft erlebt Lisa gemeinsam mit Frau Fisch und Paul unerwartete Abenteuer in rasanter Geschwindigkeit. Trotz der teils verwirrenden Handlung sind die Charaktere für Kinder verständlich und simpel gehalten. Spannend ist für viele bestimmt das Thema Schwangerschaft aus der Sicht eines Kindes. Ein kreatives Buch, das für Kinder im Vorschulalter zum gemeinsamen Lesen zu empfehlen ist.





„Das Wunder der wilden Insel“

von Peter Brown
Der Roboter Roz strandet an einer unbewohnten Insel und beschließt, ein verwaistes Gänseküken großzuziehen. Erst nach und nach erlernt der Roboter die Sprache der Tiere. Gemeinsam überstehen sie den Winter, und die Tiere beginnen die Nähe der Roboterdame zu suchen. Zeichnungen untermalen die Geschichte. Wer kann sich sonst eine Gans vorstellen, die mit einem Roboter fliegen lernt? Eine liebenswürdige Geschichte, die Kinder lehrt, Fremden freundlich zu begegnen und für neue Freunde offen zu sein. Empfohlen ist es für Kinder ab zehn Jahren, aber auch Ältere kommen auf ihre Kosten.




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