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Die Last mit den Läusen

Schon beim Gedanken an die Blutsauger kribbelt es unwillkürlich auf dem Kopf. Läuse sind immer ein bisschen eklig, jucken fürchterlich und fühlen sich auf jedem Haupt wohl – egal ob frisch gewaschen oder nicht. Denn so viel steht fest: Kopfläuse zu kriegen, ist keine Sache mangelnder Hygiene.

veröffentlicht am 12.10.2015 um 09:17 Uhr
aktualisiert am 19.12.2015 um 14:44 Uhr

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Wirklich schützen kann man sich vor ihnen nicht. Kopfläuse können jeden zu jeder Zeit befallen. Das passiert vor allem durch engen Körperkontakt. Überall, wo Menschen die Köpfe zusammenstecken, können sich die lästigen Krabbeltiere verbreiten. Deshalb ist es keine Seltenheit, wenn sich Schaumburger Kitas und Schulen regelmäßig beim Gesundheitsamt des Landkreises melden und mitteilen, dass ein oder mehrere Kinder unter Läusen leiden. Schämen muss sich dafür keiner – weder das betroffene Kind, noch seine Eltern. „Läuse sind kein Zeichen mangelnder Hygiene“, betont Jörg Fedderke, Leiter des Schaumburger Gesundheitsamtes, mit Nachdruck.

Kopfläuse gab es schon immer. Sie krabbelten unter den gepuderten Perücken des Adels zur Zeit des Barocks genauso wie auf den Köpfen von Soldaten und Bauern. Und obwohl die Tierchen weder springen noch fliegen können, binnen weniger Tage verhungern, wenn sie nicht regelmäßig das Blut ihrer Menschen saugen, und eigentlich ein leichter Gegner wären, hat man sie nicht ausrotten können. Den immer besser werdenden hygienischen Standards zum Trotz.

Der Grund: Das Thema Läuse ist hochgradig schambesetzt. Wer bei sich oder seinem Kind Läuse feststellt, spricht lieber nicht darüber. Dabei haben die Lästlinge weder in Sachen sozialer Status noch in Bezug auf Sauberkeit Präferenzen. Auf der Suche nach Blut wandern sie von Kopf zu Kopf, ganz egal, wie sauber er ist.

Blutsauger schnell wieder loswerden Umso wichtiger ist es, die Blutsauger schnell wieder los zu werden und ihre Verbreitung zu verhindern, indem man Kindergärten, Schulen und Hort vom Befall berichtet. So sind andere Eltern vorgewarnt und können ihren Nachwuchs präventiv auf Läuse und Nissen untersuchen. Denn: Man kann wochenlang unbemerkt Läuse haben. Wenn es dann zu jucken beginnt, haben sich die Parasiten meist schon ausgebreitet.

„Wir haben immer wieder Fälle in den Einrichtungen für Kinder und Jugendliche“, sagt Fedderke. Auch in dieser Woche seien Meldungen gekommen. „Das ist nichts Ungewöhnliches.“ Wird ein Läusebefall im Gesundheitsamt gemeldet, schicken die Mitarbeiter ein Info-Blatt und eine Broschüre an die betroffenen Familien. „Darin weisen wir noch einmal ganz deutlich darauf hin, dass ein Läusebefall weder ehrenrührig noch gefährlich ist.“ Läuse seien Lästlinge, würden Fedderke zufolge aber keine ernsthaften Krankheiten übertragen. Das Jucken entstehe durch die Lausbisse in der Kopfhaut. Dabei spritzt der Parasit immer etwas Speichel in die Wunde, der Körper reagiert mit Juckreiz. Kratzt man sich so stark, dass sie Haut dabei weiter verletzt wird, kann es zu bakteriellen Infektionen und Schwellungen der Lymphknoten kommen.

Kann man sich wirklich nicht vor ihnen schützen? Nur wenn man direkten Körperkontakt mit Menschen vermeidet, sagt der Chef des Gesundheitsamtes. Es ist schnell geschehen, dass die flinken Krabbler beim vertrauten Umgang in der Familie oder mit Freunden von einem Kopf zum nächsten wandern. Eine Übertragung durch Gegenstände oder Textilien ist dabei unwahrscheinlich. Australische Forscher haben herausgefunden, dass es nahezu ausgeschlossen ist, Kopfläuse durch Bettwäsche, Jacken oder Mützen zu übertragen. Die Wissenschaftler haben 1000 Mützen von Kindern mit Läusen untersucht und dabei nicht eine einzige Laus entdeckt. Übertriebene Hygienemaßnahmen sind bei Kopflausbefall also in der Regel unnötig. Teddy muss also nicht in die Tiefkühltruhe und die Teppiche nicht in die Reinigung. Viel wichtiger ist es, sich im Kampf gegen die Laus auf den Kopf zu konzentrieren.

Dabei helfen Präparate aus der Apotheke und ein spezieller Kamm mit eng zusammenstehenden Zinken. Die Auswahl an schnell wirkenden Läusemitteln ist groß, in der Regel können Apotheker dahin gehend beraten, welches Präparat am besten geeignet ist. Damit es richtig wirkt, sollte immer auf die angegebene Menge und die Einwirkzeit geachtet werden. Anschließend wird das Haar feucht ausgekämmt.

Um sicher zu sein, wirklich jede Laus erwischt zu haben, empfiehlt das Robert-Koch-Institut, Kämme, Bürsten, Haarspangen und Haargummis in heißer Seifenlösung zu reinigen, Schlafanzüge, Bettwäsche und Kleidung zu waschen und Mützen und Schals für drei Tage in einer Plastiktüte zu lagern.

Bleibt nur noch die Frage, wie man den Läusebefall überhaupt bemerkt? Mit bloßem Auge sind die Tierchen nämlich nur schwer zu entdecken. Am besten eignet sich dazu ein Läusekamm, mit dem das mit einer Pflegespülung gewaschene Haar ausgekämmt wird. Streicht man den Kamm auf einem Küchenpapier aus, können darauf Läuse und Larven zu finden sein.

Hinweis auf einen Befall sind auch die kleinen bräunlichen Eier und die weißen Eihüllen (Nissen), die dicht an der Kopfhaut an den Unterseiten der Haare kleben.



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