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Bundesweit gibt es Rasselisten – nur Niedersachsen geht einen ganz anderen Weg

Die Kategorien der Kampfhunde

Sie gelten als gefährlich, werden oft für Tierkämpfe gezüchtet, ausgebildet und eingesetzt: Kampfhunde. In Deutschland werden sie in Rasselisten erfasst, ihre Gefährlichkeit in zwei Kategorien eingeordnet. Nur in Niedersachsen nicht.

veröffentlicht am 27.10.2015 um 19:27 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:00 Uhr

Matthias Aschmann

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Reporter / Newsdesk zur Autorenseite

Sie verbreiten nicht gerade ein Gefühl der Sicherheit, lösen eher Angst aus: die sogenannten Kampfhunde. Wie berichtet, hatten drei American Pittbulls in Dörpe einen Husky-Mischling dermaßen übel zugerichtet, dass er eingeschläfert werden musste. Dem Halter der Kampfhunde ist inzwischen von der Gemeinde Coppenbrügge mit sofortiger Wirkung die Haltung jeglicher Hunde untersagt worden, weil er als absolut unzuverlässig gilt. Das Hundehaltungsverbot ist ihm nach Angaben von Gerrit Ziech – er ist der zuständige Sachbearbeiter im Ordnungsamt der Gemeinde Coppenbrügge – per Post zugestellt worden. Sobald die Zustellungsurkunde vorliege, werde die Gemeinde überprüfen, ob der Halter seine Hunde auch tatsächlich abgegeben hat. Er hätte die Möglichkeit, die Tiere entweder ins Tierheim zu geben, anderen Züchtern anzuvertrauen oder sie zu verkaufen. Mit dem Haltungsverbot ist auch die von ihm geplante Kampfhundezucht vom Tisch, die beim Veterinäramt des Landkreises Hameln-Pyrmont beantragt worden war.
 Bundesweit werden Kampfhunde in Rasselisten geführt, zumeist in die Gefahrenkategorien 1 und 2 eingestuft. Hunde der Kategorie 1 gelten grundsätzlich als Kampfhunde, fallen immer unter die Erlaubnispflicht. Dazu zählen der American Staffordshire Terrier, der Bandog, der Pit Bull, der Staffordshire Bullterrier und der Tosa Inu. Hunde der Kategorie 2 benötigen einen Wesenstest, um ihre Gefährlichkeit zu widerlegen. 14 Rassen zählen dazu. Von Rasselisten erfasste Hunde werden als Listenhund bezeichnet, für deren Haltung verschiedene Einschränkungen gelten, die sich jedoch je nach Ort und Bundesland stark unterscheiden können.
 Niedersachsen geht dagegen einen ganz anderen Weg, hat als einziges Bundesland keine Rasseliste, die über eine generelle Gefährlichkeit und Aggressivität eines Hundes entscheidet. Die Gefährlichkeit eines Hundes wird in Niedersachsen rasseunabhängig ermittelt. Fachbehörden stufen Hunde als gefährlich ein, wenn sie Hinweise darauf bekommen, dass das Tier eine gesteigerte Aggressivität aufweist.
 Wird ein Hund als gefährlich eingestuft, darf der Besitzer in nur halten, wenn der Vierbeiner die Fähigkeit zum sozialverträglichen Verhalten durch einen Wesenstest nachweist. Diese Hunde müssen in der Öffentlichkeit an der Leine geführt werden und einen Maulkorb tragen.

19 Bilder
Kategorie 1: Der Staffordshire Bullterrier stammt aus England, wiegt 11 bis 17 Kilogramm und ist 36 bis 41 Zentimeter groß (Schulterhöhe). Foto: dpa


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