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Mit dem Historischen Archiv der Dewezet können Sie auf Zeitreise gehen

Die größten Momente der 90er Jahre

Unser Zeitungsarchiv ist weiter gewachsen. Seit neuestem können unsere Leser auch in den digitalisierten Ausgaben aus den Jahren 1990 bis 1999 stöbern. Und auch in diesem Jahrzehnt ist im Weserbergland viel passiert – hier nur ein kleiner Ausschnitt. Schauen Sie mit uns zurück und – wenn Sie neugierig geworden sind – schauen Sie auch selbst in unser Historisches Archiv. Dieses finden Sie unter archiv.dewezet.de.

veröffentlicht am 11.05.2018 um 12:35 Uhr
aktualisiert am 30.08.2018 um 10:35 Uhr

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Nicole Trodler

Autor

Nicole Trodler Onlineredakteurin zur Autorenseite
Deutschland wächst wieder zusammen
Zum Tag der deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 erschien die Zeitung mit einer Festausgabe. In einem Leitartikel würdigte der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl die Besonderheit dieses „Tages der Freude“, stellte jedoch auch heraus, dass der Neubeginn in den neuen Bundesländern „eine gewaltige Herausforderung für unser ganzes Volk darstellt“. In der Zeitungsausgabe wurde außerdem zuück geschaut, auf die friedliche Revolution im Jahr 1989, die zum Mauerfall geführt hatte. In weiteren Beiträgen wurde die Geschichte und Entwicklung der beiden deutschen Staaaten seit der Teilung nach dem Zweiten Weltkrieg schlaglichtartig beleuchtet. Neben den geschichtlichen Hintergründen kann man sich in der „Einheitsausgabe“ auch das Fernsehprogramm dieses besonderen Tages anschauen, sein Wissen in einem Quiz testen oder die Comics von Haitzinger lesen.





Die Queen in Hameln

Elizabeth II. löst überall, wo sie auftaucht, einen besonderen Hype aus. Das ist heute so und das war auch 1993 so, als die Queen einen Abstecher zu ihren Soldaten nach Hameln machte. Inklusive höchster Sicherheitsstufe, einem Protokoll vom Feinsten und einem ebenso exakten wie strengen Zeitplan. Fernab vom öffentlichen Auftritt gibt es aber auch so einige Anekdoten zu erzählen von der Queen und ihrem Besuch in Hameln. Für die Polizei bedeutete der Besuch einen Großkampftag. Viele Wochen wurden Einsatzpläne geschrieben, wurde alles bis ins kleinste Detail durchgeplant. Als alles ohne Zwischenfälle über die Bühne gegangen war, lud der Hamelner Polizeichef seine Kollegen zu einer „Queen-is-away-Party“ ein. Für eine Hamelner Schülerin wurde der Tag zu einem ganz besonderen Erlebnis. Stefanie Heise feierte am 4. November 1993 ihren elften Geburtstag – und Elisabeth II. gratulierte ihr höchstpersönlich

Viele weitere Geschichten lesen Sie in den Zeitungsausgaben vom 5. und 6. Novemver 1993.





Die Suche nach dem Hajener Hungerstein
Hajen ohne Hungerstein -das ist wie Paris ohne Eiffelturm, das ist wie London ohne Big Ben, das ist wie Hamburg ohne Michel!“ – Im ersten Moment klingen die Vergleiche im Zeitungsartikel vom 7. August 1996 etwas übertrieben, angesichts der Aufregung, die das Verschwinden des Hajener Wahrzeichens in dem 480-Einwohner-Dorf auslöste, scheinen sie aber wiederum gerechtfertigt. Nach Baggerarbeiten an der Weser war der Hungerstein und damit ein Stück Dorfgeschichte im Sommer 1996 plötzlich verschwunden. Das rief den Bürgermeister und schließlich die Ortsfeuerwehr, ein Bergungsunternehmen sowie das Wasser- und Schifffahrtsamt auf den Plan. Die Suchaktion in der Weser am 14. August wird zum Volksfest, hunderte trinken Bier, essen Würstchen und freuen sich schließlich, als der Stein wieder aus dem Fluss geborgen werden kann. Gefeiert wurde dann noch bis Mitternacht.

Den kompletten Artikel können Sie in der Ausgabe vom 15. August 1996 nachlesen.






Als sich die Sonne verdunkelte

Die Sonnenfinsternis vom 11. August 1999 war die letzte zentrale Finsternis vor Ende des 20. Jahrhunderts und für Jahrzehnte die letzte totale Sonnenfinsternis über Deutschland, Österreich und der Schweiz. Erst am 3. September 2081 soll hier wieder eine komplette Finsternis zu sehen sein. Kein Wunder, dass im ganzen Land ein großer Hype um das Himmelsereignis entstanden ist. In der Vorbereitung haben sich die Menschen mit Brillen eingedeckt oder sich eigene kreative Methoden zum Schutz der Augen überlegt. Als der Kernschatten der Finsternis dann an diesem Mittwochmittag langsam über den europäischen Kontinent wanderte, stand das öffentliche Leben minutenlang still. Auf den Autobahnen bildeten sich kilometerlange Staus. Auch in Hameln zog es die Menschen auf die Straßen, hunderte Schaulustige versammelten sich auf Plätzen, in Gärten oder auf Balkonen. Im Gegensatz zu manch anderen Teilen Deutschlands hatte man in der Rattenfängerstadt auch Glück mit dem Wetter, der Himmel war lange Zeit fast wolkenlos.

Die Berichterstattung zur Sonnenfinsternis können Sie in der Ausgabe vom 12. August 1999 nachlesen.





Michael Jackson in Hameln

In den 1990er Jahren hat es im Weserbergland-Stadion in Hameln einige große Konzerte gegeben, aber größer als er war keiner: Superstar Michael Jackson trat am 13. August 1992 auf und ließ die 25 000 Zuschauer sogar den Dauerregen komplett vergessen. Die Dewezet-Zeitungsgruppe hatte für den Auftritt des Stars in der Rattenfängerstadt gesorgt. Horst Körber, damals Anzeigen-Chef bei der Deister- und Weserzeitung hatte versucht, mal ein großes Open Air nach Hameln zu holen und sich deswegen an den Sony-Music-Manager in Berlin gewandt: „Und irgendetwas muss dann in Bewegung gekommen sein“, erzählte er uns bereits vor ein paar Jahren. Jedenfalls habe eines Tages Klaus Rittgen von der Konzertagentur Showtops in Hannover angerufen und gefragt: „Wollt ihr Michael Jackson haben?“ „Ich dachte, der will mich auf den Arm nehmen“, sagte Körber rückblickend: „Das war unfassbar!“





So feierte Hameln zur Fußball-WM 1990

Heute sind Public Viewing und Autokorsos bei einem Großereignis wie der Fußball-Weltmeisterschaft nicht mehr wegzudenken. Als die deutsche Elf jedoch im Jahr 1990 ihren dritten WM-Titel holte, war die kollektive Freude im öffentlichen Raum noch Neuland. Erstmals richtig auf der Straße jubelten die Hamelner nach dem Finalerfolg gegen die Argentinier 1990. Von „südländischem Temperament“, „überschwänglichem Jubel“ und „bierseligen Massen“ berichtete Chefreporter Ulrich Behmann. Am Grünen Reiter trafen sich damals über 1500 Fußball-Fans sangen „We are the champions“, blockierten die Fahrbahn. Um 23 Uhr ist die Innenstadt „total dicht“, heißt es im Zeitungsartikel. Auch am Bahnhofsvorplatz haben sich Feiernde versammelt und tanzen bis tief in die Nacht.

2Den kompletten Artikel können Sie in der Ausgabe vom 10. Juli 1990 nachlesen.







Auf- und Abstieg des VfL Hameln

Die ersten Jahre der 1990er waren für die Handballer vom VfL Hameln sehr erfolgreich. 1990 wechselte Rekord-Nationalspieler Frank-Michael Wahl in die Rattenfängerstadt. Zur Saison 1990/1991 gelang der (Wieder-)Aufstieg in die 1. Bundesliga. In den ersten beiden erstklassigen Spielzeiten errangen die Handballer aus Hameln den vierten und den fünften Tabellenplatz. In der Saison 1993/1994 konnte dann mit der Vizemeisterschaft hinter dem THW Kiel der bisher größte Erfolg des Vereins gefeiert werden. In den Spielzeiten 1992/93 sowie 1993/94 wurde jeweils im DHB-Pokal das Halbfinale erreicht. In der Saison 1995/96 erreichte der Verein sogar das Europapokalfinale um den Euro-City-Cup. Zum Ende des Jahrzehnts ließ der Erfolg wieder nach und die Mannschaft musste in der Saison 1997/98 als Fünfzehnter wieder in die zweite Liga absteigen, erst im neuen Jahrtausend gelang der erneute Aufstieg.

Wer die größten Erfolge der Hamelner Handballer nachlesen möchte, dem sei ein Blick in die Zeitungsausgaben vom 9. Mai 1994 und vom 20. April 1996 empfohlen.






Mord an zwei Polizisten - drei Brüder vor Gericht
Anfang der 1990er Jahre hielt ein Mord an zwei Polizisten das Weserbergland in Atem und sorgte auch bundesweit für Schlagzeilen. Die beiden 30 und 34 Jahre alten Männer waren im Oktober 1991 auf einem Waldparkplatz bei Boffzen erschossen worden. Drei Brüder wurden wegen der Tat verhaftet, der Gerichtsprozess begann im September 1992 und zog sich jahrelang hin. Erst im Februar 1995 wurde nach 180 Verhandlungstagen und der Anhörung von 170 Zeugen das Urteil gesprochen. Der Hauptangeklagte wurde zu lebenslanger Haft und Sicherungsverwahrung verurteilt. Einer seiner Brüder wurde wegen Beihilfe zum Polizistenmord und Beihilfe zu schwerem Raub zu zehn Jahre Haft verurteilt. Der dritte Bruder wurde vom Vorwurf der Beihilfe zum Polizistenmord freigesprochen, erhielt aber wegen Beihilfe zu schwerem Raub zwei Jahre Haft auf Bewährung. Bei dem schweren Raub handelte es sich um einen Überfall auf Soldaten in Stadtoldendorf, bei dem die Mordwaffe erbeutet wor.




Das Jahrtausend verabschiedet sich

Ein ganz besonderer Jahreswechsel beendet unseren Rückblick auf die 90er Jahre, immerhin wechselte vom 31. Dezember 1999 auf den 1. Januar 2000 nicht nur das Jahr oder das Jahrzehnt, nein, wer an Neujahr aufwachte, vor dem lag sogar ein vollkommen neues Jahrhundert, ja gar ein neues Jahrtausend. Die Wünsche der Leute, die damals von uns auf der Straße befragt worden sind, unterscheiden sich aber nicht von den Wünschen, die alljährlich zum Jahreswechsel formuliert werden. Es sind Hoffnungen auf persönliches Glück, aber auch auf Veränderungen in der Welt.



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