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Je näher der Mond, desto größer die Anziehungskraft

Der Supermond

Am 14. November erwartet Mond-Beobachter wieder ein besonderes Ereignis. Einen sogenannten „Riesenvollmond“ können Sternengucker dann bestaunen – mit oder ohne Teleskop. Die mittlere Entfernung zwischen dem Erde-Mond-System beträgt rund 384 000 Kilometer. Mit nur 356 510 Kilometern Abstand ist der Trabant der Erde am 14. November so nahe wie seit fast sieben Jahrzehnten nicht mehr.

veröffentlicht am 14.11.2016 um 08:37 Uhr
aktualisiert am 15.11.2016 um 11:34 Uhr

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Den größten Vollmond seit mehr als 68 Jahren erwarten Astronomen am Montag, 14. November. Selbstverständlich wächst der Erdtrabant nicht wirklich, aber er erscheint dem Betrachter deutlich größer – wenn er denn nicht von Wolken verdeckt wird. Der Mond hat schon immer eine besondere Faszination auf den Menschen und auch auf so manches Tier ausgeübt. Der sogenannte Wettlauf zum Mond hat in den sechziger Jahren nicht umsonst die ganze Welt in Atem gehalten – wobei Verschwörungstheoretiker bis heute daran zweifeln, dass Neil Armstrong im Juli 1969 tatsächlich auf die Mondoberfläche gehopst ist.

Gibt es den Mann im Mond? Spukt es bei Vollmond wirklich? Stimmt es, dass Wölfe den Mond anheulen? Diese Fragen, die jahrhundertelang für Mutmaßungen sorgten, sind aus heutiger Sicht klar mit Nein zu beantworten. Sie belegen jedoch, dass Menschen von je her ganz genau auf den Himmelskörper geschaut haben, der der Erde am nächsten ist.

Es gibt auch unzweifelhaft bewiesene Einflüsse des Mondes auf unseren Heimatplaneten. Die Gezeiten werden beispielsweise von der Anziehungskraft des Trabanten bestimmt. Und dass Schlafstörungen und andere Körperphänomene mit der Position des Himmelskörpers zusammenhängen, haben Wissenschaftler auch bewiesen.

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Der US-Amerikaner Neil Armstrong war der erste Mensch auf dem Erdtrabanten. Foto: dpa

Aufgrund seiner Nähe zur Erde ist der Mond zudem das vom Menschen am gründlichsten erforschte externe Gebilde im Universum. 3476 Kilometer misst der Mond im Durchmesser. In rund 29 Tagen umkreist er uns. Dass er mal abnimmt und mal zunimmt, liegt daran, dass sich die Erde zwischen Mond und Sonne schiebt. Seine Entfernung zu uns variiert jedoch, da die Umlaufbahn elliptisch ist. Daher erscheint der Vollmond mal größer und mal kleiner.

„Der scheinbare Durchmesser des Mondes beträgt normalerweise 30 Bogensekunden“, erklärt der Bad Nenndorfer Hobby-Astronom Sebastian Wilk. Aufgrund des geringen Abstands zur Erde messe der Durchmesser am 14. November aber sogar 33,5057 Bogensekunden. „Damit erscheint er zirka 14 Prozent größer und zirka 30 Prozent heller“, sagt Wilk.

Der letzte größere Vollmond war am 26. Januar 1948 am Nachthimmel zu sehen. Der nach dem bevorstehenden „Riesenmond“ nächste noch üppigere Vollmond geht den Berechnungen zufolge erst am 25. November 2034 auf. Dann beträgt der scheinbare Durchmesser 34,02 Bogensekunden. Wer nicht so lange warten möchte und auch mit etwas weniger zufrieden ist, sollte die Daumen drücken, dass am 14. November 2016 keine geschlossene Wolkendecke die Sicht versperrt. Und dann heißt es: Augen gen Himmel richten und staunen. Sollte von irgendwo ein Wolf zu hören sein, dürfte es sich um das Freudengeheul eines begeisterten Astronomen handeln …



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