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Mitschüler aus Hameln fiebern mit

Daumen drücken für Jamie-Lee

Der Countdown läuft. Am Donnerstagabend geht es für Jamie-Lee Kriewitz um die Krone beziehungsweise das goldene Mikrofon und damit den Sieg bei der Gesangsshow „The Voice of Germany“. Um 20.15 Uhr beginnt das Finale auf ProSieben. Die 17-Jährige aus Bennigsen, die in Hameln zur Schule geht, hat gute Chancen, zu gewinnen. Hameln und die ganze Region fiebern mit.

veröffentlicht am 24.02.2016 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 25.02.2016 um 09:34 Uhr

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Autor:

von Karen Klages und Christian Zett

Als es im Oktober losging mit Jamie-Lee Kriewitz bei „The Voice“, da sagte die Bennigserin: Sie hoffe, „eine kleine Bestätigung zu kriegen, ob ich wirklich was kann“. Es ist eine große Bestätigung geworden: Heute Abend singt die 17-Jährige gegen ihre drei Rivalen um den Sieg bei der Castingshow. Menschen aus dem ganzen Weserbergland fiebern mit, wohnt sie doch in der Region und besucht die zwölfte Klasse der Eugen-Reintjes-Schule in Hameln.
 Im Eingangsbereich der Schule an der Breslauer Allee hängt ein Plakat. „Jamie“ steht dort geschrieben, Fotos der 17-jährigen Schülerin kleben daneben. Gemalt haben es ihre Mitschüler der 12. Klasse der Fachoberschule Gestaltung. Sie alle drücken heute Abend fleißig die Daumen und rufen für ihre Freundin an. Bei Sascha Kühne findet das Klassen-Public-Viewing statt. Mary Castrianni, Jamie-Lees beste Freundin aus der Schule, fährt sogar heute nach Berlin und verfolgt das Finale der Show live im Studio. „Danach werden wir uns bei der After-Show-Party sehen“, berichtet die Schülerin, die natürlich hofft, mit Jamie-Lee dann die Siegerin der fünften Staffel in die Arme schließen zu können. An der Eugen-Reintjes-Schule zweifelt allerdings niemand daran, dass das Manga-Mädchen aus Bennigsen heute Abend gewinnt. „Sie hat den Willen dazu“, erklärt Schulleiter Johannes Stolle, der die Sängerin in der elften Klasse im Unterricht hatte. Völlig natürlich und authentisch, so wie Stolle sie kennengelernt habe, so komme sie auch im Fernsehen rüber. „Ja, das ist sie“, sagt der Schulleiter mit Blick auf die Fernsehbilder. Entstellt sei sie durch die Show nicht. „Gott sei Dank“. Auch ihre Mitschüler erkennen „ihre“ Jamie-Lee wieder. Einige, wie Mary, haben während der ganzen Zeit Kontakt zu ihr. „Aber sie darf natürlich nicht zuviel verraten“, erzählt Mary. Bekannt ist von offizieller Seite bisher, dass alle vier Kandidaten heute zwei Lieder singen: einmal die Single, die sie vor einigen Wochen aufgenommen haben. In Kriewitz‘ Fall ist das „Ghost“, bislang mehr als 200 000 Mal auf der Videoplattform Youtube angeschaut. Im wie immer kreativen Kostüm wird die Bennigserin außerdem mit der britischen Gaststar-Sängerin Jess Glynne zusammen deren Hit „Take me home“ singen.


„Zum ersten Mal haben
wir sie auf dem Schulklo
singen gehört“

 Von der Schule ist Jamie-Lee während der gesamten Showzeit und der anschließenden Tournee freigestellt: „Wir unterstützen das Projekt“, betont Schulleiter Stolle. Und das nicht nur von Hameln aus, sondern auch in Berlin: Denn bereits zur ersten Live-Show war die komplette Klasse von Jamie-Lee mit Klassenlehrerin Tina Stegmann und der ehemaligen Klassenlehrerin Silja Fischer in Berlin im Studio. Ein Versprechen der Lehrer, falls Jamie-Lee in die Live-Shows kommt. „Wir haben ganz viele schöne Plakate gemalt, die wir aber leider nicht mit reinnehmen durften“, erzählt Stegmann. Doch geholfen hat das Anfeuern ja – heute Abend wird dann von Hameln aus mitgefiebert. Ob Stegmann und die Klasse gewusst haben, dass sie solch eine Wahnsinnsstimme in ihren Reihen haben? „Zum ersten Mal haben wir sie auf dem Schulklo singen gehört“, erinnert sich Freundin Mary. Dann habe man sie immer wieder ermuntert, vor der Klasse zu singen, aber Jamie-Lee sei, wie in den Shows auch, immer etwas zurückhaltend gewesen. „Sie wusste vielleicht selbst gar nicht, dass sie so ein gutes Talent ist“, meint Schulleiter Stolle. Gut findet er, dass sie ganz unbedarft an die Show herangegangen ist. Dass sie als Coaches die Fantas gewählt hat – für Jamie-Lees Mitschüler keine Überraschung. „Zu denen wollte sie und ist total glücklich damit“, berichtet Mary.
 Falls Jamie-Lee heute Abend „The Voice of Germany“ werden sollte – und die Chancen stehen gut, sie geht als Favoritin ins Rennen – sieht Johannes Stolle eine „wahnsinnige Lebensveränderung“ auf die 17-Jährige zukommen; denkt aber, dass sie Ende Januar nach der Tour wieder in der Eugen-Reintjes-Schule büffeln wird. „Den Stoff kann sie noch aufholen“, ist sich Stolle sicher, denn sie „hat auch den Willen, die Schule zu Ende zu bringen“.
 Lars Andersen aus Bad Münder, der mit seiner Band „Lars and Friends“ regelmäßig auf der Bühne steht und Kriewitz’ Weg bei „The Voice“ verfolgt hat, glaubt, dass der größte Vorteil der 17-Jährigen ihr auffälliger Look ist. „Sie kann gut singen, kleidet sich witzig und spricht eben genau die Jugendlichen an, die dann auch per SMS voten“, so der Musiker.
 Allerdings sieht er in ihrem Alter zeitgleich auch einen Nachteil. Wenn sie gewinnen sollte, schließe sich zur Vermarktung meist eine Tournee an. „Ich habe auch schon einmal DSDS-Kandidaten begleitet, da ist es bei minderjährigen Gewinnern einfach schwierig, weil immer ein Elternteil dabei sein muss“, sagt Andersen.
 Doch auf die Unterstützung ihrer Eltern kann Jamie-Lee zählen; ihr Vater sei es schließlich auch gewesen, der sie zur Teilnahme ermutigt habe. Ob sie heute Abend gewinnt oder nicht: Jamie-Lee weißt selbst, dass sie in den kommenden Wochen eher selten Zuhause am Deister sein wird. Unter anderem steht nach dem Finale ja die Deutschland-Tour mit zahlreichen anderen Kandidaten an: „Ich bin echt ausgebucht – nur an Weihnachten komme ich zwei Tage nach Hause.“ Trotzdem: Sie bereut die Teilnahme nicht: „Mir macht das alles Spaß! Klar ist das manchmal schwer. Aber ich möchte die Erfahrung nicht missen. Das kommt nur einmal – und ich habe da Bock drauf!“

3 Bilder
Finale oho: Tiffany Kemp, Isabel Ment (v.li.) und Ayke Witt (re.) treten heute gegen Jamie-Lee Kriewitz im Finale bei „The Voice of Germany“ an. SAT.1/ProSieben/Frank Zauritz


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