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Weser-Radweg soll Zertifikat erhalten / In Hameln-Pyrmont und Holzminden über eine Million Euro verbaut

Damit wieder mehr Räder rollen

Weserbergland. Er ist in die Jahre gekommen. Seit nahezu 30 Jahren treten Fahrradfahrer auf dem 491 Kilometer langen Weser-Radweg in die Pedale – zuletzt ein wenig schwerfälliger und auch nicht mehr mit dem emotionalen Elan wie noch in Jahren zuvor. Andere Fernradwege haben dem Weser-Radweg bezüglich Befahrbarkeit und Beliebtheit einige Plätze im Ranking „abgestrampelt“. Laut einer Analyse des „Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs e. V., die auf der internationalen Tourismusbörse in Berlin vorgestellt wurde, belegt der Weser-Radweg den dritten Platz unter den meistbefahrenen und den fünften Platz unter den beliebtesten Radwegen Deutschlands.

veröffentlicht am 18.03.2014 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 15:21 Uhr

Frank Neitz

Autor

Reporter / Fotograf zur Autorenseite

„Wir hinken mit der Infrastruktur relativ weit hinterher. Die anderen Radfernwege wie der Main-Radweg, der Neiße-Radweg oder der Bringer des Jahres, der Nordsee-Radweg, sind in den ganzen Ergebnissen des ADFC um zwei Plätze gestiegen,“ sagt Çorinna Busch, Projektleiterin Themenmarketing beim Weserbergland Tourismus e.V.. Noch 2007 wurde der Weser-Radweg als beliebtester Radwanderweg ausgezeichnet. Jetzt soll eine Qualitätsoffensive von mehreren Anrainer-Landkreisen einen Beitrag dazu leisten, die Attraktivität des Fernweges zu steigern und den Weg zertifizieren zu lassen.

Aufmerksame Anwohner am Streckenverlauf des Weges haben kürzlich Mitarbeiter einer Fachfirma aus Gescher beobachtet, die sich an der Ausschilderung des Radwegs zu schaffen gemacht haben. Viele Änderungen an der alten Beschilderung haben sie nicht festgestellt.

„Vor dem Hintergrund der angestrebten Zertifizierung des Weser-Radweges fordert der Zertifizierungsgeber präzise Kilometerangaben, weitere Zwischenkilometrierungen sowie auch ein zentraler Hinweis auf touristische Vermarktung. Diese Angaben sind in den neuen Schildern enthalten“, erzählt Thomas Haß vom Landkreis Hameln-Pyrmont. Inklusive Planungskosten verschlingt die Umsetzung des Beschilderungskatasters in den Landkreisen Göttingen, Northeim, Holzminden, Hameln-Pyrmont, Schaumburg und Nienburg fast 195 000 Euro.

Statt der Schilder sollten die einmal etwas am Weg machen, meint ein Einwohner aus Wehrbergen. Viele Fahrradfahrer würden mit ihren „Hightec-Rädern“ schon auf der Straße statt auf dem Radweg fahren, sagt der Wehrberger weiter. Wurzelaufbrüche hier, dort stehende Poller ohne vorherige Warnhinweise oder Radwegebreiten von 1,50 Metern. In den Landkreisen Holzminden und Hameln-Pyrmont sind Bauarbeiten am Radweg bereits ausgeführt und Schäden beseitigt worden. Streckenabschnitte wurden auf 2,50 Meter verbreitert, angepasst oder gar umgelegt. „Im Rahmen des Gesamtförderantrags sind Infrastrukturmaßnahmen, die in den beiden Landkreisen beabsichtigt gewesen, sind Maßnahmen bereits fertiggestellt worden“, so Haß.

Geplant war, im Kreis Hameln-Pyrmont 434 402 Euro und im Landkreis Holzminden 538 844 Euro in Baumaßnahmen am Wegenetz zu investieren. „Das Gesamtpaket des investiven Vorhabens und auch der anderen Kosten wie Beschilderung und des Katasters ist zu 50 Prozent aus EU-Mitteln finanziert worden. Die beteiligten sechs Landkreise haben in gleicher Höhe gegenfinanziert.

Dabei ist die Belastung für den jeweiligen Landkreis an der Kilometerlänge des Weser-Radweges im Kreisgebiet ermittelt worden. Bezogen auf die Beschilderung ist aber zunächst für alle sechs Landkreise ein Gesamtkostenrahmen formuliert worden, dieser muss noch heruntergebrochen werden auf den jeweiligen Landkreis“, sagt der Büroleiter des Hameln-Pyrmonter Landrats. Geschehen soll das zum Abrechnungsstichtag am 30.Juni 2014.

„Die Zertifizierung ist für uns essenziell. Die Konkurrenz im Radfahrtourismus wird natürlich immer größer und die Kunden fordern immer mehr Qualität. Dementsprechend ist es nötig, auch die in die Jahre gekommene Beschilderung auszutauschen“, erklärt Busch die Bedeutung einer Zertifizierung für den Tourismus.

Im Jahr 2010 habe man den Weser-Radweg vom ADFC befahren lassen, umüberprüfen zu lassen, wo Mängel liegen, so die Tourismus-Expertin. „Und da waren die Beschilderung, die Wegebreite und die Oberflächenbeschaffenheit Punkte, die zwar nicht schlecht, aber im Vergleich zu anderen Radwegen nicht so gut ausgefallen sind. Das hat den Ausschlag gegeben, dass sich die Landkreise zusammengeschlossen haben und feststellten, daran arbeiten zu müssen“, bemerkt Busch.

Die Offensive reicht momentan von Hann. Münden bis nach Verden. Man sei dabei mit den nördlicher am Weser-Radweg gelegenen Regionen zu sprechen, damit auch dort die Infrastruktur mit angepackt werde, so die Projektleiterin. „Oberziel ist die ADFC-Zertifizierung, das ist notwendig. Das ist für den Kunden ein Siegel, was gekannt wird und was auch ausstrahlt. Und das ist uns schon sehr wichtig, dass wir in Konkurrenz zu anderen Radfahrwegen das Siegel bekommen“, betont Busch.



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