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Was den Schaumburger Musiker Timo Maas mit Ex-Beatle Paul McCartney verbindet

Bilder für die Ewigkeit

Es ist ein Bild, dass er noch seinen Enkeln zeigen könnte. Und genau das wird er auch machen, sagt Timo Maas, denn das Bild zeigt ihn mit dem ehemaligen Beatles-Bassisten Paul McCartney. Der Schaumburger Musiker und Discjockey kann sich in diesen Tagen über einen veritablen Hit freuen, er hat eine neue Version von „Nineteen Hundred and Eighty Five“ aufgenommen; ein Lied, das McCartney 1973 mit seiner damaligen Band Wings in Lagos, Nigeria, aufgenommen hat.

veröffentlicht am 19.07.2016 um 19:32 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:26 Uhr

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Der Schaumburger Musiker und Discjockey Timo Maas erhielt vor sieben Jahren eher zufällig die Originalspuren des Liedes, sechs Jahre ruhten die ersten Bearbeitungsversuche in seinem Computer, ehe vor einem Jahr der kanadische DJ James Teej bei Maas im Rahmen einer Tournee übernachtete. Als Maas das Lied vorspielte und fragte, ob Teej nicht eine Idee hätte, wie der brillante Song heute klingen könnte, nahmen sich beide ein paar Tage lang die Originalspur vor, und am Ende stand eine sehr überzeugende Elektro-Version: So würde das Lied heute klingen.

Maas und Teej sandten ihre Version an Paul McCartney, und, Wunder über Wunder, der Ex-Beatle hob den Daumen: Gut gemacht, das Lied kann so erscheinen. Denn es handelte es sich um das allererste Mal, dass Paul McCartney die Original-Tonspur eines seiner Lieder für einen Elektro-Remix zur Verfügung gestellt hat. Und weil die Eingriffe so stark waren, wurde der Song von Maas und Teej nicht als Remix veröffentlicht, sondern als eigenständiger Song, ein nicht ganz unwesentlicher Unterschied.

Und damit wäre die Geschichte schon auserzählt, wenn nicht der für seine Verdienste um die Musik geadelte Sir Paul McCartney für drei Konzerte nach Deutschland gekommen wäre. Maas wollte sich die Show in Berlin ansehen, über die entsprechenden Kontakte zum Management der Musiklegende sollte er Karten erhalten. Zuvor hatte Maas in Düsseldorf zu tun, und als er im Hotel nachfragte, warum denn heuer die Zimmer so teuer wären, erhielt er die prompte Antwort: McCartney ist in der Stadt. Soll heißen: Der Ex-Beatle hat in Deutschland noch immer eine treue Anhängerschaft, da werden bei seinen seltenen Konzerten die Zimmer schon mal knapp.

Maas also entschloss sich, das Konzert in Düsseldorf zu besuchen, erhielt über das McCartney-Management eine Karte – und einen Anruf: „Meet and greet“ mit Sir Paul McCartney um 20 Uhr. Wer sich in der Musikwelt nicht so gut auskennt: „Meet and greet“ bezeichnet arrangierte Treffen mit einer berühmten Person, welche dabei Gelegenheit für ein kurzes persönliches Gespräch bietet.

Maas hatte damit keineswegs gerechnet. Zwar hatte der Schaumburger schon Superstars wie Madonna oder Moby remixt, aber das waren ausgehandelte Verträge des Managements. Madonna etwa hat Maas nie kennengelernt; so läuft das Musikgeschäft nicht.

Umso überraschter und erfreuter war er dann über die Chance, mit Sir Paul ein paar Minuten sprechen zu können. Denn es waren schon ein paar Minuten, erklärt Maas, es wurde nicht nur das obligatorische Foto gemacht, beide haben sich auch länger unterhalten. Über den Inhalt des Gespräches will Maas (wenig überraschend) nichts sagen, nur so viel: Paul McCartney habe sich sehr wohlwollend über die neue Version geäußert. Good Job, very amazing. Und: McCartney sei „mit Sicherheit der welterfahrenste Mensch, den ich jemals gesprochen habe“, schätzt Maas.

Das Konzert war anschließend ein einziger Triumph: 38 Lieder, ein Hit nach dem anderen, McCartney zeigt sich auch mit 74 Jahren noch in bestechender Form.

Und Maas? Darf sich über einen veritablen Hit freuen, denn sein „Herzblutdings“, wie er die Version mal genannt hat, läuft und läuft, in den nächsten Tagen werden gleich drei Remixe erscheinen; Deep-House-Legende Kerry Chandler legt vor, dann folgen der seine Songs stets nach vorne treibende Tim Green, und Paul Woolford wird ebenfalls nachlegen; alles richtig gute Adressen in der angesagten Clubwelt.

Die Single also läuft, sie brutzelt vor sich hin, formuliert es Maas, und der Erfolg lässt sich auch messen: In den deutschen Clubcharts stand „Nineteen Hundred and Eighty Five“ zwei Wochen ganz oben, in dieser Woche hat sie den Platz an der Sonne an die Reminder-Remixe von „Moderat“ abtreten müssen (noch so ein Sommerhit für die Ewigkeit), und in den Indie-Charts tummelt sich der Mass-McCartney-Teej-Song auf Platz sechs. Die sprichwörtlich goldene Nase wird sich Maas mit den Tantiemen nicht verdienen, denn die Zeiten, in denen man in die lokalen Plattenläden ging und die neueste Single von XY kaufte und damit das Konto des Künstlers füllte, sind lange vorbei, aber die hohen Chartplatzierungen sind auch eine harte Währung: Sie sichern die Buchungen in den Clubs, „das ist die Realität“, sagt Maas.

Der gebürtige Bückeburger ist seit Jahrzehnten im Musikgeschäft, er kann lange und klug über das notwendige Momentum und das Quäntchen Glück sprechen, das man im schnelllebigen Musikgeschäft auch benötigt. In diesen Tagen sind beide auf seiner Seite, nicht nur in den Clubs sorgt der Song für „allerlei Furore“, wie Maas sagt, dazu muss er viele Interviews geben (die Geschichte ist ja auch rund und schön wie ein Kiesel, der jahrzehntelang in der Brandung schlummerte), und so wie es aussieht, stehen demnächst ein paar große Produktionen an. Die Türen stehen für ihn offen.

Übrigens: Das Momentum, das Glück stand auch Pate beim Video. Weil 1973 ein Kamerateam McCartney und die Wings bei den Aufnahmen zur LP „Band on the Run“ dokumentierte, konnten Original-Szenen von der Aufnahme von „Nineteen Hundred and Eighty Five“ für das Video zum Maas-und-Teej-Song verarbeitet werden.

Noch so eine Geschichte, die Maas mal seinen Enkeln erzählen kann.



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