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Aber wie wird man die Blätter los? – Sieben Tipps zum Thema Laub

Alles so schön bunt hier

So schön die inzwischen bunt gefärbten Laubbäume sind, zum natürlichen Prozess gehört nun mal auch, dass sie ihre Blätter nach und nach abwerfen. Das bringt nicht nur schöne Farben und eine tolle Atmosphäre, sondern auch jede Menge Arbeit. Sieben Tipps zum Thema Laub.

veröffentlicht am 23.10.2015 um 12:30 Uhr
aktualisiert am 19.12.2015 um 14:41 Uhr

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Sichere Sache: Was Kindern Spaß macht – im Herbstlaub toben –, kann für Unbeteiligte schnell gefährlich werden. Nasse Blätter auf Straßen und Gehwegen sind glatt wie Schnee. Rutscht ein Passant aus, müssen möglicherweise die Anlieger für den Schaden aufkommen. Denn Hausbesitzer sind meist für die Sicherheit auf den Wegen vor ihrem Grundstück verantwortlich. Das heißt: Ihnen obliegt die Verkehrssicherungspflicht. Sie müssen nicht nur regelmäßig Schnee schippen, sondern im Zweifel auch das Laub vom Bürgersteig entfernen. Die Pflicht, für sichere Wege zu sorgen, können Vermieter ihren Mietern übertragen. Allerdings muss das im Mietvertrag entsprechend vereinbart werden. Doch selbst in diesem Fall gilt: Der Eigentümer bleibt in der Pflicht, die regelmäßige und ordnungsgemäße Reinigung zu kontrollieren. Wie häufig der Gehweg gereinigt werden muss, ist nicht genau festgelegt. Es ist nicht zumutbar, den Blätterwald den ganzen Tag über zu lichten. Das bedeutet zugleich: Nicht jeder Unfall auf laubbedecktem Boden zieht automatisch Schadenersatzansprüche nach sich. Im Streitfall prüfen Richter nämlich, ob der Fußgänger den Unfall nicht durch allzu sorgloses Verhalten mitverschuldet hat. Passiert ein Unfall, kommen in der Regel Versicherungen für den Schaden auf.

Harken oder saugen? Selbst im kleinsten Garten können große Laubberge zusammenkommen. Dann muss gesammelt und geharkt werden. Oder geblasen und gesaugt. Egal, wie Hobbygärtner der Blättermassen Herr werden – fest steht: Das Laub muss weg. Ist die Schicht zu dick, schadet sie dem Rasen. Er bekommt zu wenig Sauerstoff, vergilbt und vergammelt. Wer keine Lust oder nicht die körperliche Kondition hat, das Laub mühevoll per Rechen zusammenzuharken, verlässt sich auf die Kraft der Maschine. Laubsauger bieten eine schnelle Hilfe. Käufer haben die Wahl zwischen Modellen mit Elektro- oder Motor-Antrieb. Sie unterscheiden sich in Leistung und Lautstärke. Bei der Handhabung empfehlen Experten, zu Schutzbrille und Gehörschutz zu greifen. Wer alten Laubschichten an den Kragen will, sollte außerdem zu einer Staubmaske greifen. Denn in den alten Blättern können sich Schimmel, Bakterien und Tierkot angesammelt haben. An Laubsaugern scheiden sich die Geister. Während die einen vor allem den Lärmpegel monieren, sorgen sich die anderen um Insekten und Regenwürmer. Diese würden im Sauger gleich mit zerhäckselt.

Liegenlassen! Blätter sind wichtig für den Kreislauf der Natur. Pilze und Mikroorganismen sorgen dafür, dass Laub in seine Bestandteile zersetzt und so wieder zu nährstoffreicher Erde wird. Deshalb raten Experten dazu, das Laub einfach im Garten liegen zu lassen. Vor allem auf dem Boden des Staudenbeetes schützt die Laubschicht Pflanzen vor Frost, aber auch vor dem Verdursten an sonnigen Wintertagen. Bis zum Frühjahr verrotten die Blätter im Blumenbeet und reichern zum Start der neuen Gartensaison den Boden mit Nährstoffen an. Auch auf dem Rasen können die Blätter liegen bleiben, wenn die Schicht dünn und locker liegt. Dann hat man nämlich die Gelegenheit, beim letzten Rasenmähen das Laub gleich mit kleinzuhäckseln und als Dünger auf der Wiese zu lassen.

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Große Mengen Laub sammelt man mit dem Laubsauger oder einem Laubbläser am schnellsten ein. Wer Laub wegwerfen muss, sollte es in die Biotonne geben oder zur Kompostieranlage fahren. Der Grünabfall wird zu Komposterde verarbeitet. Die Nährstoffe aus den Blättern landen dann wieder in der Natur. dpa

Kompost anlegen: Der Herbst ist die perfekte Zeit, um im Garten einen Komposthaufen anzulegen, heißt es beim Bundesverband Deutscher Gartenfreunde. Das Klima sei weitgehend ausgewogen und die Jahreszeit bekomme den Mikroorganismen, die im Kompost aktiv sind. Sie brauchen sowohl Sonne als auch Feuchtigkeit. Vor allem Herbstlaub eigne sich für den Kompost. Allerdings sollten Gärtner nicht das ganze Laub auf den Kompost verfrachten, er sollte nur zu 20 Prozent aus Blättern bestehen. Auch gegarte Speisen aus der Küche oder Fleisch sind auf dem Kompost tabu.

Zuhause für Igel: Wer nicht genug Platz auf dem Kompost hat, kann das Laub auch erst mal in Jutesäcken lagern, schlägt der Bund deutscher Baumschulen vor. Im Frühjahr kommen die Blätter dann gemeinsam mit dem ersten Rasenschnitt auf den Kompost. Das übrige Laub eignet sich prima als Schutz für Tiere, die im Garten überwintern. Igel und andere Kleintiere wie Erdkröten finden in einem Laubhaufen an einem schattigen Gartenplätzchen Unterschlupf.

Richtig entsorgen: Wer immer noch nicht weiß, was er mit den Laubmassen anstellen soll, darf diese nicht in den Hausmüll geben. Besser ist die Biotonne, und noch besser ist die Entsorgung bei einer der kommunalen Kompostieranlagen im Weserbergland. Dort wird aus dem Laub Komposterde gewonnen – und die Nährstoffe des Grünabfalls bleiben so im natürlichen Kreislauf erhalten.

Nicht verbrennen: Laub darf auf keinen Fall im eigenen Garten verbrannt werden. In ganz Niedersachsen sind die Brenntage abgeschafft worden. Der Grund: Verbrennen Laub und Grünschnitt, entwickelt sich nicht nur viel Rauch und ein unangenehmer Geruch, sondern es werden auch hohe Mengen Feinstaub freigesetzt. Ebenfalls in der Regel nicht erlaubt ist das Entsorgen von Laub im Wald. Dafür kann es ein gehöriges Bußgeld geben.



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