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Daraus sind Gestecke und Dekoartikel gemacht

Advent, Advent – was ist Trend?

Alle Jahre wieder müssen Floristen und Verkäufer den Kunden zur Adventszeit etwas Neues bieten. Gestecke und Kränze werden aufgehübscht, ein neuer Dekoartikel kommt hinzu. Doch nicht immer machen die Verkäufer Trends mit. Worauf sie sich in diesem Winter eingelassen haben: ein Streifzug durch die Geschäfte.

veröffentlicht am 28.11.2015 um 12:26 Uhr
aktualisiert am 19.12.2015 um 14:36 Uhr

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Es gibt eigentlich nichts, was es nicht gibt. Das gilt – wie für vieles – auch für Adventsgestecke und weihnachtliche Dekoartikel. Die Hauptsache ist: Es gefällt. Dennoch lohnen ein Besuch bei Floristen und ein Blick in Dekoläden. Denn es gibt ja jedes Jahr auch etwas Neues, das auf den Markt kommt. Ob das aber auch gleich immer Trend wird?

In diesem Jahr von Großhandel und Industrie zum „Trend“ auserkoren: Kupfer. Ein Farbton, der Gold und Silber ablösen und in heimische Wohnzimmer einziehen soll. „Doch dieser Farbton passt nicht immer überall hin“, hat Elisabeth Föste von Ahrens home & garden festgestellt. In dem Fachgeschäft, das neben dem Haupthaus in Lügde auch eine Filiale in Hameln betreibt, gibt es natürlich Artikel in Kupfer, „aber so richtig durchgesetzt haben sie sich bisher nicht“, so Föste und lässt ihren Blick über den Kupferstern schweifen, der im Regal verweilt. „Nein“, sagt sie „mit einem guten Gefühl könne man das auch nicht verkaufen“, es müsse einem ja schließlich auch gefallen, was man den Kunden anbietet. Das sieht auch Uta Nolte so. Die Inhaberin des gleichnamigen Blumenfachgeschäfts im Hamelner Klütviertel verkauft nur das, was sie selbst schön findet. Mit dem Farbton Kupfer hat sich auch die Floristin noch nicht ganz anfreunden können. „Ich mache auch nicht immer alles mit“, sagt sie mit Blick auf die „Trends“ von Großhandel und Industrie. Wer durch ihr momentan sehr weihnachtlich gestaltetes Ladengeschäft geht, findet aber tatsächlich eine Ecke, in der sie und ihr Team Gestecke mit Kugeln in Kupfertönen anbieten – „wir verkaufen sie auch“, sagt sie. Vor allem in Verbindung mit Silber und Weiß. Vielleicht stellen sie im kommenden Jahr auch noch mehr Gestecke in Kupfertönen her; in Hameln kommen die Trends laut Uta Nolte erst immer ein Jahr später an. Auch Elisabeth Föste vermutet, dass Kupfer erst im nächsten Jahr zum Trend hier in der Region werden könnte.

Ein paar Kilometer weserabwärts hat Jacqueline Urban derzeit alle Hände voll zu tun und eigentlich kaum Zeit, um über Gestecke zu reden. Eher muss sie welche machen. Und daher herrscht bei Florales und Ambiente in Rinteln derzeit Hochbetrieb. Aber fünf Minuten kann sie dann doch erübrigen, für Trends, die bei ihr im Laden derzeit so vorherrschen. Aus Rosa, Pink und Glitzerelementen hergestellte Gestecke stehen bei ihr im Laden – „unsere Kunden wissen seit fast 20 Jahren, dass es bei uns was anderes gibt“, erzählt sie. Trend ist also, was Jacqueline Urban dazu macht. Vielleicht ja Kupfer? Ja, der sei für sie auch ein Thema, sagt sie. Zum Beispiel mit nussigen Kerzen und Orangenscheiben kombiniert. Und dann ist da ja noch die Natur – „und zwar pur“, wie Jacqueline Urban betont. Immer mehr gehe der Trend dahin, Naturholzmaterialien in Gestecke und Kränze einzuarbeiten. In der Ahrens-Filiale in Hameln sind die Naturholzprodukte schon so gut verkauft worden, dass Elisabeth Föste gar nicht mehr so viele präsentieren kann. „Wichtig ist, dass die Artikel aus Naturholz sind – und nur geölt“, erklärt die Verkäuferin.

Der Kupferton gefällt nicht jedem. kk (2)

Der klassische Kranz

ist jedes Jahr aufs Neue angesagt

Wenn von Natur die Rede ist, dann lohnt die Fachfrage an die Floristin, welches Grün denn eigentlich für die Gestecke und Kränze verwendet wird? „Wir arbeiten nicht nur mit klassischer Tanne“, erklärt Uta Nolte, „sondern mischen auch Wacholder, Taxus und Kiefer mit anderem Grün.“ Wichtig: „Wir arbeiten Gestecke in Wasser, damit das Grün nicht austrocknet.“ Denn schließlich sind es ja noch knapp vier Wochen bis Weihnachten. Und Jacqueline Urban verwendet Dattelzweige und große französische Zapfen.

So echt, wie es auf den ersten Blick scheint, ist bei der diesjährigen Weihnachtsdekoration aber doch nicht alles. „Letztens sprachen uns Kunden an, warum wir denn die Kerzen nachts im Laden brennen lassen“, erzählt Uta Nolte. Das Geheimnis: LED-Kerzen aus Echtwachs. Vor allem auf den ersten Blick sehen sie täuschend echt aus. Eine flackernde Flamme auf dem Gesteck bei Blumen Nolte verleitet auch mich zum Innehalten: Echt oder LED? LED mit Batterie, verrät Uta Nolte, und dann sehe ich es auch. Eigentlich praktisch, die brennt ja nicht runter. „Und genau danach fragen immer mehr Firmen, Schulen und Altenpflegeheime“, erklärt Uta Nolte. Offenes Feuer sei mittlerweile in vielen Einrichtungen verboten. Aber dennoch: „Der klassische Kranz mit vier dicken echten Kerzen lässt sich nicht wegdenken“, sagt die Floristin. Ihr Blick schweift zum Eingangsbereich, wo an roten Bändern baumelnd und mit vier roten Kerzen geschmückt ein Adventskranz hängt. Rot? Den Farbton gibt es ja auch noch. „Und der geht immer“, hat Nolte festgestellt. Alle Jahre wieder also. „Rot und Weiß haben in der Weihnachtsdekoration Tradition“, berichtet Christine Wehrhahn, Filialleitern bei Depot in Hameln. In rot durchgefärbte Kerzen, dieses Mal sind echte gemeint, sind der Renner in dem Dekorationsgeschäft. „Vor allem der Brombeerfarbton ist dieses Jahr ausverkauft“, erzählt die Filialleiterin. Die Regale sind aber generell gut gefüllt, vor allem ein Farbton sticht heraus: Schwarz. „Vor zwei Jahren gab es die ersten Nachfragen nach schwarzen Kugeln“, berichtet Christine Wehrhahn. Jetzt hat sie mit ihren Kolleginnen ein ganzes Weihnachtssortiment nur in Schwarz bestückt. „Das wirkt halt edel“, sagt sie und zeigt auf die schimmernde Oberfläche des schwarzen Wachses. Wem Schwarz dann doch etwas zu düster ist, wählt Grau. Die nordische Kombination von Grau und Rot zieht sich ebenfalls durch die Läden.

Kupfer, Grau, Rot, Weiß, Gold, Silber, Schwarz, Pink – die Palette an Farben ist so lang, wie Gestecke sein können. „Auf einen langen Tisch passt kein rundes Gesteck, da arbeiten wir nach Maß“, sagt Uta Nolte. Übrigens können Gestecke mit Lichterketten jetzt ohne Probleme auf dem Tisch leuchten – den Batterien sei Dank. Bei Depot leuchten in verschiedenen Vasen übrigens ganz viele kleine Sterne: „Sterne in jeglicher Form, ob auf Kissen, Kugeln oder an Lichterketten, sind bei uns der Hit“, erklärt Christine Wehrhahn. Da kann Elisabeth Föste von Ahrens nur zustimmend nicken.

Muscheln zur

Adventszeit? „Ich weiß ja nicht“

Uta Nolte freut sich, dass mit dem Stern-Trend auch endlich mal wieder etwas aufkommt, das auch weihnachtlich ist. „Was haben denn Eulen mit Weihnachten zu tun?“, hat sie sich in den vergangenen Jahren gefragt, als die niedlichen Tiere in jeder erdenklichen Farbe glitzerten. Einen „Trend“, den Industrie und Großhandel in diesem Jahr übrigens unbedingt zur Adventszeit auf den Markt bringen wollen, sind Muscheln. „Ich weiß ja nicht“, sagt Uta Nolte kopfschüttelnd und blickt sich in ihrem Ladengeschäft um. Bei ihr gibt es die höchstens zur Sommerzeit.

Bleibt also festzustellen: Nicht alles, was Trend werden soll, wird auch einer. Letztlich entscheidet der Geschmack. Wie man den aber etwas beeinflussen kann, erklärt Christine Wehrhahn von Depot: „Ein Teil mal eben von rechts nach links geräumt, und schon wird es angeguckt und gekauft.“



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