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Comicverfilmung „Kingsman“ ist cool – und fährt viel ästhetisierte Gewalt auf

Zynische Parodie auf 007

Hameln. Wenn James Bond nicht schon komisch und spektakulär genug wäre, könnte man glauben, mit „Kingsman: The Secret Service“, dem neuen Film von „Kick-Ass“-Macher Matthew Vaughn, kommt eine Parodie auf die „007“-Reihe ins Kino, die noch ein bisschen lauter sein will, ironischer und noch abgefahrener. Im Mittelpunkt: Harry Hart (Colin Firth), Topagent der Kingsmen, jenem „unabhängigen, internationalen Geheimdienst“, dem nur die Besten der Besten angehören. Dazu gehören ein perfektes Äußeres – Maßanzüge! – und formvollendete Manieren, komme, was da wolle. Typisch britisch eben. Die Handlung kommt in Gang, als Hart den Hallodri Eggsy Unwin (Taron Egerton) für die Kingsmen anwirbt, quasi als Ersatz für ein soeben verblichenes Mitglied der Geheimorganisation. Doch Augen auf bei der Berufswahl: Eggsy muss sich während der Ausbildung fürchterlich schikanieren lassen, von den lebensgefährlichen Prüfungen ganz abgesehen. Noch vor dem Gesellenbrief kriegt er es mit dem lispelnden Superschurken Valentine (Samuel L. Jackson) zu tun, der – quasi ein radikaler Grüner – das Klima schützen will, indem er alle Menschen via zweckentfremdeter Handy-SIM-Karte abmurkst.

veröffentlicht am 12.03.2015 um 06:00 Uhr

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Autor:

Michael Ranze

Wohl dem, der kein Handy hat. Denn in der Folge wird gestorben, dass es keine Freude ist. In der Mitte geteilte Körper, eine kampfkundige Sekretärin, die auf scharfen Klingen anstatt Füßen läuft, aufgespießte Köpfe oder gleich eine ganze Reihe explodierender Köpfe – das ist gar nicht zum Lachen, auch wenn die Macher das anders sehen: Die blutigen Metzeleien sollen Spaß machen und sind darum nichts für uncoole Sauertöpfe, Filmkritiker zum Beispiel. Wie schon „Kick-Ass“ beruht auch dieser Film auf einem Comic. Trotzdem ist die Gewalt derart realistisch und ästhetisiert inszeniert, dass ein doppelter Boden, ein ironisches Gefälle gar, nicht zu entdecken ist. Technisch ist das natürlich perfekt gemacht – furiose Kampfszenen, spektakuläre Action und eine Prise Humor, die vor allem durch die Betonung der Klassenunterschiede (Eggsy kommt aus der Unterschicht) in England entsteht. Doch wer über den selbstbewusst vorgetragenen Zynismus nicht lachen will, wartet besser auf den nächsten James Bond.

„Kingsman: The Secret Service“ läuft täglich um 17.45, 19.50 freitags und samstags auch um 22.35 Uhr im Maxx-Kino.



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