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Wochenrückblick der Redaktion / Von putinscher Wahrheit und Gegen-Bewegungen

Zu viel Stress – oder aber keine Lust auf Urlaub

Für „Stress im Job“ scheinen Redakteure in dieser Woche sensibel gewesen zu sein. Allein an einem Tag hatten wir vier Berichte und Meldungen zu diesem Thema im Blatt. Plus den Artikel über Hamelner Rathausmitarbeiter, die über ein Zuviel an Arbeit klagen. Böse Zwerchfelle haben bei dieser Nachricht zumindest gezuckt, gemeine Gehirne sofort Beamtenwitze in Umlauf gebracht. Dabei ist zu beachten: Der Stress des anderen wiegt natürlich nie so schwer wie der eigene, der der Beamten schon mal gar nicht, und sowieso hat kein anderer jemals so viel zu tun wie man selbst. Komisch eigentlich, dass es so viel leichter ist, sich nicht an die eigene, sondern an die Nase des anderen zu fassen, obwohl sich doch fast jeder selbst der Nächste und damit die eigene Nase am dichtesten dran ist.

veröffentlicht am 10.03.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:49 Uhr

Birte Hansen

Autor

Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite

Urlaub-nein-Danke: Und dann gibt’s doch tatsächlich Mitarbeiter, die vergessen, dass sie freihaben. So erging es am Montag unserer Redakteurin (ni). Frisch und munter saß sie in der Morgenkonferenz, wollte mitmischen und erfuhr, dass sie doch eigentlich eine Woche Urlaub hat. Sie blieb, schrieb – und fing dann eben am Dienstag mit der Erholung an. Das sind doch des Unternehmers liebste Angestellte.

Beängstigend: Sorgen machten wir uns kurz um unsere Volontärin (jbr), als sie laut rief: „Ich wollte Drogen und hab’ Kinder gekriegt!!“ Mögliche Reaktionen: a) So schlimm sind Kinder doch vielleicht auch nicht. b) Drogen sind keine Lösung. c) Pass beim nächsten Mal einfach besser auf. d) Das eine schließt doch das andere nicht aus. Was hinter ihrem Ausruf am Drucker steckte: Sie hatte einfach nur Infos zum falschen Thema ausgedruckt.

Globaler Tellerrand: Ebenfalls (jbr) wunderte sich bei ihrem Besuch der Presseagentur dapd in Berlin über merkwürdige Einstellungen. Verwundert war sie darüber, dass ein dort beschäftigter Redakteur sich darüber wunderte, dass eine Lokalzeitung größeres Interesse an lokalen Nachrichten zeigt als am politischen Geschehen in New York. Manchmal lohnt es sich also sogar, über einen Tellerrand hinauszusehen, der doch eigentlich bereits die ganze Welt umfasst.

Dagegen: „Forscher und Politiker gegen Klimafolgen“ hieß die Überschrift einer Meldung. Jo. Wir sind auch dagegen! Und gegen Regen. Und schlechte Laune. Auch noch gegen dreckige Finger. Aber: was ändert’s? Wir fanden, so ein Statement genügt nicht den Anforderungen einer logischen Überschrift und haben uns gegen sie ausgesprochen. Und – sie auch noch geändert!

Wahl-Konjunktive: Normalerweise berichten Medien über Wahlen im Präsens: XY gewinnt, siegt, verliert. Bei Putin war alles anders. Selten haben Korrespondenten und Moderatoren so viele Konjunktive benutzt, weil keiner so recht glauben wollte, dass es ist, wie es scheint. Und so wurde berichtet, dass aus Russland berichtet wurde, dass Putin mit großer Mehrheit gewählt worden sei. Beruhigend, dass sich vermeintliche Wahrheiten hier nicht einfach aufdrücken lassen. Do swidanja!



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