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Hamelner Ärztin gibt Tipps: So schützt man sich vor Stichen der Spinnentiere

Zecken – winzige Blutsauger lauern wieder

Hameln. Sie lauern in hohen Gräsern, Büschen oder im Unterholz und sind für ihre Opfer, bei einer Größe von nur wenigen Millimetern, nahezu unsichtbar. Doch so klein sie auch sind, ihr Stich, mit dem sie Krankheiten wie Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen können, ist für Menschen im schlimmsten Fall lebensbedrohlich – die Rede ist von Zecken.

veröffentlicht am 07.06.2012 um 06:00 Uhr

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Wenn eine Zecke sticht – nicht beißt – ritzt sie mit ihren scharfkantigen Mundwerkzeugen die Haut ihres Opfers auf, um ihren Stechrüssel in dessen Gewebe zu versenken. Dabei zapft sie nicht gezielt Blutgefäße an, wie es etwa weibliche Stechmücken tun. Zecken haben ihre eigenen Methoden, sich an ihrem Wirt festzusetzen: Zum einen verankern sie sich mithilfe der Widerhaken ihres Stechapparates unter der Haut, zum anderen produzieren sie, etwa fünf Minuten nach dem Stich, eine Art Klebstoff, mit dessen Hilfe sie sich an der Haut festkleben.

„Die Gefahr, die von den kleinen Spinnentieren ausgeht, wächst von Jahr zu Jahr“, sagt die Hamelner Allgemeinmedizinerin Dr. Eva-Maria Kraske. Einen sicheren Schutz gegen Zecken gebe es nicht, vorsorglich könne jedoch einiges getan werden, um sich vor einem Biss zu schützen, sagt sie:

Den Aufenthalt in hohem Gras, zwischen Büschen und Sträuchern und auch im Unterholz gilt es zu vermeiden. „Denn dort lauern Zecken und warten darauf, von einem Wirt mitgenommen zu werden“, weiß Kraske.

Geschlossene Kleidung mit langen Ärmeln und langen Hosen verhindert, dass die Zecke sich eine Stelle zum Stechen suchen kann. „Wenn die Socken über die Hosenbeine gezogen werden, ist das zwar wenig modisch, schützt aber ungemein, da Zecken hauptsächlich auf niedrigen Gewächsen, wie Gräsern und im Unterholz sitzen“, sagt Kraske.

Generell gilt: Helle Kleidung ist besser als dunkle: „Auf hellen Kleidungsstücken kann man Zecken besser erkennen und sie noch vor dem Stich absammeln“, so die Medizinerin.

Auch insektenabweisende Mittel können zum Schutz vor dem Biss der Spinnentiere auf die Haut aufgetragen werden – diese helfen, aber nur kurz. Kraske: „Wichtig ist, dass beim Kauf darauf geachtet wird, dass das Mittel ausdrücklich auch gegen Zecken wirkt und nicht nur Mücken fernhält.“

Nach einem Aufenthalt in der Natur sollte der ganze Körper gründlich abgesucht werden. „Da Zecken dünne und warme Hautstellen bevorzugen, sind insbesondere Arme, Kniekehlen, Hautfalten, Hals und Kopf genau zu untersuchen – und das auch noch einen Tag später.“

Hat es eine Zecke trotz aller Vorsichtsmaßnahmen dennoch geschafft, sich in der Haut festzusetzen, sollte nicht lange gezögert werden. Auch in diesem Fall weiß Eva-Maria Kraske, was zu tun ist:

„Beim Entfernen unbedingt auf Benzin, Nagellackentferner und Klebstoff verzichten“, rät die Expertin. Das verärgere die Zecke, trage aber nicht dazu bei, sie schneller entfernen zu können. Kraske: „Im Gegenteil: Das erhöht sogar das Risiko der Übertragung von Krankheitserregern.“

Ist die Zecke entfernt, sollte die Einstichstelle desinfiziert werden. Die Medizinerin empfiehlt jedoch, nicht gleich panisch zu werden, wenn die Stelle rot wird: „Das muss nicht unbedingt eine Borreliose-Erkrankung bedeuten“, versichert Kraske. „Die Einstichstellen sind oft vom Speichel der Zecke gerötet.“ Denn, der Speichel enthält ein Betäubungsmittel, das verhindert, dass das Opfer den Einstich der Zecke bemerkt.

„Zum Entfernen des Spinnentieres, das gerade herausgezogen werden soll, kann eine Pinzette, eine Zeckenzange oder eine spezielle ,Karte‘ benutzt werden“, sagt Kraske. Alle drei sind im Handel, etwa in Apotheken, erhältlich. Nicht selten kommt es vor, dass bei der Entfernung der Kopf stecken bleibt. „Meistens ist das aber gar nicht der ganze Kopf, sondern nur Teile des Stechapparats, die der Körper nach einer gewissen Zeit von selbst abstößt.“

Nach erfolgreicher Entfernung ist Achtsamkeit gefragt: „Bei Schmerzen, einer Ausweitung der Rötung, einer Schwellung, die nicht abklingt und beim Auftreten von Fieber, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden“, so Kraske.



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