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Sachverständiger sammelt Informationen – kann die Gegenstände der Kunden aber noch nicht herausgeben

Zähe Arbeit im Hintergrund

Hameln. Wie kommen die Kunden bloß an ihre Autoreifen? Der Frühling naht, die Sommerreifen sollen aufgezogen werden – aber die Tür bleibt weiter verschlossen beim Autohaus Schütte. Gut zwei Monate ist es her, dass der Betrieb quasi über Nacht die Türen schloss, Kunden nicht informierte und Mitarbeiter, die schon monatelang aufs Gehalt verzichtet hatten, im Regen stehen ließ.

veröffentlicht am 22.04.2015 um 06:00 Uhr

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Autor:

von andrea tiedemann

Tut sich gar nichts? Doch, es tut sich was, aber im Hintergrund. Derzeit läuft ein sogenanntes vorläufiges Insolvenzverfahren, eine Vorstufe zum eigentlichen Insolvenzverfahren. Als Sachverständiger ist Dr. Hamer von Valtier, Rechtsanwalt aus Hannover, eingesetzt. Und der bekommt im Moment zum Teil sehr böse Post von Kunden des Autohauses. Das allerdings zu Unrecht, denn er kann gar nichts dafür, dass die Situation im Autohaus ist, wie sie ist. Zudem hat von Valtier derzeit noch keine Möglichkeit, über die Gegenstände zu verfügen. „Mir sind die Hände gebunden“, sagt er – denn solange das Insolvenzverfahren nicht offiziell eröffnet ist, hat er auch keine Handhabe, die Autoreifen herauszugeben.

Derzeit ist seine Aufgabe eine andere: Herauszufinden, ob ein Insolvenzverfahren überhaupt eröffnet werden kann und dem Gericht ein Gutachten übergeben, das einen Überblick über die Verbindlichkeiten und die Insolvenzmasse gibt. Doch genau das gestaltet sich schwieriger als gedacht. Fehlende Buchhaltungsunterlagen, Vermögenswerte, bei denen noch unklar ist, wo sie verblieben sind – offenbar das reinste Chaos.

Als „ungewöhnlich“ bezeichnet von Valtier die Situation beim Autohaus Schütte. Bei einem Unternehmen dieser Größe passiere es selten, dass die Buchhaltung gänzlich fehle. Und das Hauptproblem: Der Geschäftsführer, Jürgen Finke, ist nicht erreichbar, auch nicht für den vorläufigen Insolvenzverwalter. Vor Mitte/Ende Mai stehe Finke wegen Krankheit nicht zur Verfügung, so der Informationsstand von Valtiers. Die offizielle Meldeadresse Finkes liegt in Frankreich. Mühselig versucht der Rechtsanwalt nun, sich die Informationen über Dritte zu verschaffen, um die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens einschätzen zu können.

Wann er die Informationen zusammenhat, um sie dem Gericht zu übergeben, vermag von Valtier noch nicht abzuschätzen. Dass es Ende April, wie ursprünglich angedacht sein wird, will er zumindest nicht ausschließen. Sollte das Insolvenzverfahren tatsächlich eröffnet werden, will der Rechtsanwalt schnell dafür sorgen, dass die eingelagerten Gegenstände wieder zu ihren Eigentümern zurückkommen. Möglichst „komprimiert“, an einigen Terminen, so seine Vorstellung. Aber auch dafür muss er erst einmal alle Kontaktdaten der Kunden vorliegen haben – denn einige haben ihm bereits geschrieben, andere nicht.

Ob den Geschäftsführer Finke am Ende auch noch das Thema Insolvenzverschleppung einholen wird, weil er zu lange gewartet hat, dazu kann von Valtier noch nichts sagen. Jetzt gehe es zunächst einmal darum, dem Gericht ein möglichst detailliertes und umfangreiches Gutachten zu erstellen. „Es muss Schritt für Schritt vorangehen.“ Einen Schritt zumindest hat das Autohaus schon gemacht: Die eigene Internetseite gelöscht.

Am 28. März berichtete die Dewezet zuletzt über das geschlossene Autohaus an der Stüvestraße.Wal



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