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Weiteres kulinarisches Angebot auf dem Hamelner Wochenmarkt

Wie wäre es mal mit Erbsensuppe aus der Gulaschkanone?

HAMELN. „Ist das herrlich. Es gibt wieder Erbsensuppe!“ Marktbesucherin Betty Kuhn freut sich. Nach längerer Vakanz wird auf dem Wochenmarkt endlich wieder Erbsensuppe aus einer Gulaschkanone angeboten. Auch andere Marktkunden, die den neuen Stand vor dem Bürgergarten am vergangenen Samstag zufällig entdeckten, waren begeistert. Gerade jetzt in der kalten Jahreszeit tut eine deftige Suppe doch besonders gut.

veröffentlicht am 14.02.2017 um 15:58 Uhr
aktualisiert am 14.02.2017 um 16:30 Uhr

Foto: pixabay
Stolte Christiane

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Christiane Stolte Reporterin

Wenn seine Gulaschkanone auf dem Wochenmarkt einschlägt, möchte „Kanonier“ Fred Smailus aus Hannover die von ihm selbst gekochte Erbsensuppe das ganze Jahr über anbieten. „Erbsensuppe geht immer. Auch im Sommer“, weiß der Suppenkoch, der seit 13 Jahren auf verschiedenen Wochenmärkten das klassisch zubereitete Gericht verkauft. Weil ihm der Hamelner Wochenmarkt gefällt und er Potenzial genug sieht, dort auch sein Süppchen vermarkten zu können, soll sein Stand vor dem Bürgergarten an beiden Markttagen zu einer festen Adresse für „Omas Erbsensuppe aus der Gulaschkanone“ werden. Da die Rattenfängerstadt nicht nur einen attraktiven, von den Einheimischen gut angenommen Wochenmarkt habe, sondern auch ein touristischer Anziehungspunkt sei, so Smailus, hofft er außerdem auf viele Touristen, die sein Süppchen auslöffeln werden – auch im Sommer.

Mit dem neuen Stand ist der Wochenmarkt wieder um ein kulinarisches Angebot reicher. Wie an den anderen Ständen, die zum Schlemmen vor Ort einladen, aber ihre Gerichte auch zum Mitnehmen anbieten, hat Smailus kleine Behälter parat für Kunden, die sich die Erbsensuppe lieber zu Hause schmecken lassen möchten. „Am besten aber ist es, wenn die Leute ihre Töpfe selbst mitbringen, denn wir wollen ja auch an die Umwelt denken“, betont der Suppenkoch. Die Gulaschkanone hat eine lange Tradition in der Geschichte des Kochens. Wer sie erfunden hat, ist nicht so ganz geklärt. Manche halten den pfälzischen Tüftler Carl-Philipp Fissler für den Erfinder, da er 1892 einen Feldkochherd entwickelt hat. Aber bereits 1813 erwähnte Goethe in seinem Tagebuch, dass Friedrich von Kurkowski-Eichen eine fahrbare Feldküche konstruiert haben soll. Dann ist noch die Rede von dem Apotheker Heinrich Zeise aus Altona und seinem Sohn Theodor, die 1850 einen mobilen Feldkochherd zum Patent angemeldet hatten. Es handelte sich um einen vierrädrigen Handkarren mit einer dampfbetriebenen Kochstelle.

Das Patent wurde von der Statthalterschaft der Herzogtümer Schleswig und Holstein im Mai 1850 erteilt. Als mobile Feldküche wurde Zeises Feldkochherd dann im Schleswig-Holsteinischen Krieg (1848 bis 1851). eingesetzt – gezogen von einem Pferdegespann.

Suppenkoch Fred Smailus, neu auf dem Hamelner Wochenmarkt. Foto: sto
  • Suppenkoch Fred Smailus, neu auf dem Hamelner Wochenmarkt. Foto: sto

Nach aktuellen Forschungsergebnissen des Hamburger Wissenschaftlers Bernd Pastuschka existiert tatsächlich eine Patentschrift vom 30. Mai 1850.

Daraus geht hervor, dass die Gulaschkanone, so die volkstümliche Bezeichnung der mobilen Feldküche, in Altona von Heinrich und Theodor Zeise entwickelt und erstmals eingesetzt wurde. Der Prototyp ist gut erhalten und kann im Altonaer Museums betrachtet werden.

Laut Pastuschka wollte die Altonaer Industriellenfamilie Zeise nicht in erster Linie die Ernährung der Armee neu organisieren, sondern vielmehr die Speisung armer Menschen vorantreiben. Die neuen Forschungsergebnisse sprechen dafür, dass die erste mobile Feldküche – die Gulaschkanone – somit nicht 1892 in Idar-Oberstein in Rheinland-Pfalz, sondern bereits 42 Jahre vorher in Altona entwickelt und angemeldet worden war.



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