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„Kopf hoch!“ – für die gute Laune / Regelmäßiges Training und Entspannungsübungen wirken Wunder

Wie Körperhaltung die Stimmung beeinflusst

Die Ermahnungen kennen wir noch aus unserer Kindheit: „Sitz gerade!“, „Heb die Füße, wenn du gehst!“, „Steh nicht so krumm da!“ Das elterliche Gemäkel an unserer Körperhaltung – wie ist es uns auf den Geist gegangen. Und wie recht hatten sie doch damit, bestätigen Studien aus den USA und den Niederlanden. Klar, wenn wir bedrückt, traurig oder schlecht gelaunt sind, sieht man uns das an: Der Blick ist gesenkt, der Rücken gebeugt, der Körper wirkt schlaff und müde. Sind wir dagegen gut drauf, strahlen wir das auch aus: Der Blick ist offen, die Haltung aufrecht, der Körper wirkt straff, dynamisch, selbstbewusst. Oft genug haben wir dies schon an anderen beobachtet – und andere an uns.

veröffentlicht am 26.04.2012 um 06:00 Uhr

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Doch es geht nicht nur darum, mit entsprechender Körperhaltung ein positives Bild von uns zu vermitteln oder andere nicht merken zu lassen, wie trüb es in uns aussieht. Die elterlichen Ratschläge von einst machen durchaus Sinn; denn unsere psychische Verfassung lässt sich durch richtige Körperhaltung günstig beeinflussen. Schon eine aufrechte Sitzposition kann das Selbstbewusstsein stärken.

Also, Kopf hoch für die gute Laune? Ja, bestätigt Professor Gerald Hüther von der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Göttingen: „Gehirn und Körper bilden eine untrennbare funktionelle Einheit.“ Die Informationsübermittlung vom Gehirn an den Körper klappt auch umgekehrt: Über Sinne, Muskeln und Sehnen wird das Gehirn ständig mit Informationen versorgt und reagiert entsprechend. Sprachliche Redewendungen wie „Kopf hoch!“, „Zeig’ Rückgrat!“, „Bleib’ locker!“ oder „Lass’ dich nicht so hängen“ darf man durchaus wörtlich nehmen. Unsere Körperhaltung wirkt sich auf unsere Stimmung aus.

Und die gute Haltung kann man trainieren. Nicht nur in den Fitness-Studios erfreuen sich „Body-Balance“-Kurse wachsender Beliebtheit: Yoga, Pilates, Tai-Chi, Dehn- und Stretchübungen stärken das Wohlbefinden. Durch regelmäßiges Training verbessert sich nicht nur die Körperhaltung – die Übungen machen auch insgesamt ausgeglichener und führen zu einer positiveren Lebenseinstellung.

Schon kurze Haltungsänderungen wirken sich hormonell aus, wie eine Studie der Columbia-Universität in New York untermauert: Dort wurden an 42 Personen zwei unterschiedliche Haltungen getestet, ihnen vorher und nachher Blut abgenommen und die Werte verglichen. Eine offene, ausladende Pose ließ demnach bei den Probanden den Testosteronspiegel im Blut steigen und den Kortisolspiegel sinken. Eine Haltung mit verschränkten Händen oder Armen hatte dagegen die umgekehrte Wirkung. Während Testosteron das Durchsetzungsvermögen fördert, kann ein erhöhter Kortisolspiegel die Abwehrkräfte schwächen. Nur eines von vielen Beispielen für die Auswirkung der Körperhaltung auf die psychische Verfassung.

Was die Körperhaltung verbessert und damit auch der Seele guttut:

Werden Sie körperbewusst: Egal, wo Sie sich gerade befinden, überprüfen Sie Ihre Körperhaltung. Wie stehen Sie – an der Ampel, in der Schlange vor der Kasse oder am Ticketschalter? Wie sitzen Sie – am Schreibtisch, im Bus, im Wartezimmer? Wie gehen Sie – wenn Sie zur Arbeit unterwegs sind, einen Termin wahrnehmen möchten, beim Einkaufsbummel? Überprüfen Sie, ob Sie entspannt und locker oder verkrampft sind, und korrigieren Sie Ihre Haltung, wenn es nötig ist.

Planen Sie Entspannungsübungen ein: Wer viel sitzt, merkt oft erst am Abend, wie verspannt die Muskeln sind. Sich mehrmals am Tag bewusst zu rekeln und zu strecken, zwischendurch immer wieder mal aufzustehen und sich groß zu machen, hilft, die Muskulatur zu entspannen.

Treiben Sie Sport: Wer regelmäßig trainiert, kräftigt die Muskulatur und verbessert die Körperhaltung. Ideal sind Ausdauersportarten wie Schwimmen, Joggen, Radfahren und Nordic Walking. Auch spezielles Kraft-, Figur- oder Ausdauer-Training, wie es in vielen Fitness-Studios angeboten, wird, wirkt Wunder. Dass Tanzen Spaß macht und für gute Laune sorgt, ist bekannt. Ein Stabilisator für Körper und Seele ist der aktuelle Fitness-Tanz Zumba. Das Gleiche gilt für ganzheitliche Trainingsmethoden wie Yoga, Tai-Chi, Qigong oder Pilates.



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