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Die Krisengewinner

Wer von Corona profitiert? Unsere Hunde!

Das gab’s noch nie: Schulen dicht, Homeoffice. Kein Restaurant, kein Kino. Alles hockt daheim. Was tut man nicht alles für die Gesundheit. Besonders kritische, aber nicht immer kluge Stimmen werden laut: „Da muss doch jemand von profitieren?“ Ich mach’s kurz: Stimmt. Ich gehe von einem gewaltigen Komplott aus. Ausgeheckt von: unseren Hunden.

veröffentlicht am 02.05.2020 um 07:00 Uhr

Frank Henke

Autor

Reporter zur Autorenseite

Die zentrale Frage bei jedem Komplott: Was sind die Motive? Nun, in der Regel sind die Motive von Hunden überschaubar: Abgesehen vom Fressen, Trinken und Schlafen will ein Hund im Wesentlichen: a) Gesellschaft, b) Aufmerksamkeit und c) raus. Dieser Tage bekommen sie von allem reichlich und jederzeit.

Ich hatte es daheim lange mit einem sehr alten Hund zu tun und nun – so ist der Lauf des Lebens – mit einem sehr jungen. Ein Corona-Welpe. Hundeschule? Dicht. Welpengruppe? Gestrichen. Stattdessen: alle zusammen – ständig. Das findet die junge Hündin durchaus angemessen. Ein interessierter Blick zur Terrassentür reicht, und es geht in den Garten. Ein wohldosiertes Auf-den-Wecker-Fallen – und schon schnüren Menschen die Schuhe zum Spaziergang. Zur Abwechslung lässt sie sich ab und an bei Videokonferenzen kurz ins Bild halten, um Huldigungen des weitverstreuten Hofstaates majestätisch zu erdulden.

In Spanien wurde trotz Ausgangssperre – natürlich – weiterhin erlaubt, mit dem Hund Gassi zu gehen. Das brachte findige wie fußfaule Hundehalter auf eine lukrative Idee: Sie vermieten ihre Tiere an Hundelose, für einen kleinen (nicht wirklich legalen) Ausflug an die frische Luft. Zum ersten Mal ist ein Gassigang mit dem Hund wertvoller als ein Barrel Öl, bei dem man nun mitunter Geld dazu bekommt. Eine völlig angemessene neue Wertschätzung, finde ich – und findet sicherlich auch die geheime Hunde-Weltregierung. Denn erst, wenn der letzte Schluck Billigbenzin getankt, der letzte vergessene Winterreifen abgefahren, die letzte Umgehung doch noch asphaltiert ist, werdet ihr merken, dass kein Auto mit dem Schwanz wedeln kann – so oder ganz ähnlich haben das bestimmt schon amerikanische Ureinwohner für uns auf Autoaufklebern zusammengefasst.

In Medien wird nun zudem in höchsten Tönen vom hohen psychologischen Nutzen des Hundes in Zeiten der Lockdown-Einsamkeit gesungen. Die Hunde-Aktien steigen, während (fast) alle anderen fallen. Maggie, so heißt unsere Hündin, lässt indes den braunäugigen Blick schweifen über ihr umzäuntes Königreich. Und sie sah, dass es gut war.

Gewiss, eines Tages soll Maggie in Teilzeit auch als Bürohund tätig sein. Die Vorbereitung darauf gestaltet sich im Homeoffice aber eher schwierig. Wie bringen wie ihr nur schonend bei, dass sich ein ausgedehntes Sonnenbad auf der Terrassenliege, dem sie einen guten Teil ihrer Vormittage mit Grunzern des Wohlgefallens widmet, nicht zwangsläufig in unseren Arbeitsalltag integrieren lässt?

Kurzum: Die Krise verläuft bisher ganz im Sinne der Hunde. Und ist Ihnen aufgefallen, dass denen Covid-19 offenbar nicht einmal gefährlich werden kann? Dass Geschäfte für Haustierbedarf nie geschlossen wurden? Dass eine Maskenpflicht für Hunde nicht mal im Gespräch war? Ziehen Sie Ihre eigenen Schlussfolgerungen ...



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