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Zwischen Reptilien und Lesebrillen: Was sich im Rintelner Fundbüro alles ansammelt

Wer suchet, der findet

Rinteln. Was haben ein Fahrrad, eine Halskette und eine lebendige Schlange gemeinsam? Sie alle wurden bereits im Rintelner Fundbüro abgegeben. „Häufig werden Schlüssel und Brillen zu uns gebracht, aber eine wirkliche Regelmäßigkeit gibt es nicht“, sagt Christina Ritter, die als Mitarbeiterin im Bürgerbüro der Stadt Rinteln arbeitet.

veröffentlicht am 14.01.2015 um 00:00 Uhr

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Gleichzeitig machen auch Fahrräder einen großen Anteil der aufbewahrten Fundobjekte aus, wie ein Blick in die Kellerräume verrät. Mehr als zwei Dutzend Zweiräder verschiedener Marken sind zusammen mit weiteren großen Objekten, wie beispielsweise einem Motorradhelm oder einem Roller, im Lagerraum vorübergehend aufbewahrt.

Etwas seltener ist es dann doch, wenn Tiere als Fundobjekt gebracht werden. „Es kam schon vor, dass wir Schildkröten oder Schlangen gemeldet bekommen haben“, erklärt Christina Ritter weiter, „aber die haben wir selbstverständlich nicht hier im Haus untergebracht, sondern in Auffangstationen für Tiere. Das Fundbüro übernimmt in solchen Fällen sozusagen nur Kost und Logis“.

Ebenfalls kurios waren Fundsachen wie ein künstliches Gebiss, ein Taucheranzug oder auch ein Rollator. „Da fragt man sich schon, wo die zugehörigen Besitzer sind“, verrät Christina Ritter. So hätte man wohl auch über den bislang teuersten Fund denken können. „Da hat uns ein Junge eine Uhr gebracht, die er im Bus fand“, berichtet sie weiter. Doch die Aufbewahrungsgebühr, die immer in Abhängigkeit vom Schätzwert des Objektes berechnet wird, hätte der junge Finder wohl nicht aufbringen können.

Meldet jemand seinen Fund im Bürgerbüro, gibt es für ihn zwei Möglichkeiten. „Entweder der Finder äußert, dass er den Gegenstand nach Ablauf aller Fristen gerne selbst behalten möchte oder er verzichtet auf seine Fundrechte“, beschreibt es die Mitarbeiterin des Fundbüros. Wenn sich dann doch jemand für ein Fundobjekt meldet, geht es um Fingerspitzengefühl.

„Bevor wir den Fund zurückgeben, möchten wir vom angeblichen Eigentümer immer eine sehr detaillierte Beschreibung des Objektes, um sicherzugehen, den richtigen Besitzer vor uns zu haben,“, beschreibt Bettina Freese-Gomolla, Ritters Kollegin im Fundbüro, das Verfahren.

Wird ein Objekt schließlich vom rechtmäßigen Besitzer abgeholt, müssen sich Finder und Besitzer selbst über den Finderlohn einig werden.

Kann man jedoch keinen Besitzer mehr ermitteln, beginnt ein Verfahren in drei Etappen. „Anfangs bewahren wir den Fund sechs Monate lang bei uns auf“, so Christina Ritter, „Geht es dann auf die Auktion zu, hängen wir sechs Wochen im Voraus entsprechende Objektbeschreibungen aus. Wenn sich der Besitzer dann immer noch nicht gemeldet hat, geht es weiter zur jährlichen Versteigerung.“

Dabei sei es auch schon vorgekommen, dass jemand erst dort seinen vermissten Gegenstand wiedergefunden hätte, erzählt sie. Die nächste Versteigerung von Fundobjekten findet voraussichtlich in diesem Frühjahr statt.

Wer nun vermutet, dort einen vermissten Gegenstand zu finden, der kann innerhalb der regulären Öffnungszeiten (montags 7.30 bis 17 Uhr, donnerstags 7.30 bis 18 Uhr, dienstags, mittwochs und freitags 7.30 bis 12.30 Uhr und jeden ersten Samstag im Monat 10 bis 12.30 Uhr) das Bürgerbüro besuchen oder auf der Homepage des Fundbüros (www.rinteln/fundbuero.de) das Objektverzeichnis direkt einsehen.



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