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Sieben Monate nach dem Bericht: Stadt und Eigentümer sind sich nicht einig

Wer ist für den Müllberg zuständig?

Steinbergen (jaj). Auch ein Dreivierteljahr nach dem Starkregen im Juni des vergangenen Jahres sind noch nicht alle Spuren beseitigt. Ein mehrere Kubikmeter fassender Müllhaufen sorgt in Steinbergen noch immer für Aufruhr. Bis heute wurde er nicht beseitigt. Der Eigentümer des Grundstücks sieht die Stadt Rinteln in der Verantwortung, diese ist jedoch davon überzeugt, dass es sich um eine Privatangelegenheit handelt.

veröffentlicht am 28.03.2012 um 00:00 Uhr

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Der Müllhaufen liegt auf einer Wiese zwischen dem Wasserwerk Engern und dem Wald unterhalb der Steinberger Kirche. Dort hatte der Starkregen sich im Juni seinen Weg den Abhang hinunter gesucht – und dabei eine alte Mülldeponie freigelegt und den dort gesammelten Unrat auf die Wiese gespült.

„Ich kann mich noch erinnern, dass ich da als Kind auch Müll hingefahren habe“, sagte Ortsbürgermeister Heiner Bartling unlängst bei einer Diskussion während einer Sitzung des Ortsrates. Und er war nicht der einzige: zahlreiche Steinberger nutzen die Deponie, um sich von Bauschutt, Paletten und anderem Müll zu verabschieden.

Irgendwann wurde die Deponie jedoch mit Erde verfüllt, das Gelände wechselte in den Besitz des jetzigen Eigentümers. Dieser glaubt nun, dass es sich bei der Mülldeponie um eine genehmigte Deponie der früheren selbstständigen Gemeinde Steinbergen handelt. Und als Rechtsnachfolger sei nun die Stadt in der Verantwortung und müsse deshalb die Entsorgung des auf die Wiese geschwemmten Mülls übernehmen.

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Jörg Schröder, Rintelns Erster Stadtrat, sieht das anders. „Das ist keine genehmigte Deponie gewesen“, glaubt er. An der betroffenen Stelle sei einst ein Bachlauf gewesen – und als dieser kein Wasser mehr geführt habe, sei er eben mit anfallendem Müll und später Erde verfüllt worden. Er argumentiert, dass der jetzige Eigentümer von der Deponie gewusst habe, als er das Gelände erwarb. Und da es sich heute um Privateigentum handele, sei auch die Entsorgung des Müllhaufens Privatsache. „Und die Stadt kann ja nicht anfangen, den Müll von Privatgrundstücken zu entsorgen“.

Eine Einigung der beiden Seiten konnte bisher nicht erzielt werden. Ortsbürgermeister Bartling bat die Stadt darum, doch noch einmal zu prüfen, ob es sich bei der ehemaligen Deponie um eine genehmigte Anlage handelte und ob eine Entsorgung des Mülls daher möglich sei, ohne Begehrlichkeiten bei den Besitzern anderer Privatgrundstücke zu wecken. Dies sagte Schröder zu – ein Ergebnis wurde aber noch nicht erzielt.

So wird der Müllberg wohl noch weiter auf der Wiese unterhalb des Waldes thronen. Schön sieht er nicht aus, aber ein Trost bleibt: Gefährliche Stoffe enthält er nicht. Das hat eine Überprüfung der Unteren Wasserbehörde des Landkreises ergeben.



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