weather-image
×

Pause statt Power: Warum man schon bei ersten Anzeichen einer Erkältung mit Sport aussetzen sollte

Wenn die Nase trieft, ist Fitness-Training tabu

Hameln. Husten, Kopfschmerzen, Nies-Attacken, die Nase trieft und ein Taschentuch nach dem anderen muss dran glauben: Die Erkältung hat uns voll im Griff. Wir fühlen uns elend und leiden. Auch ohne Fieber. Wer jetzt zur Mobilisierung seiner Abwehrkräfte das tägliche Fitness-Training weiter durchzieht, macht genau das Falsche. Zwar wirkt regelmäßiger Sport für gewöhnlich immunstärkend – bei einer Erkältung aber sollte man dem Körper eher Ruhe gönnen. „Pause statt Power“ lautet die Devise.

veröffentlicht am 09.02.2012 um 06:00 Uhr

Autor:

„Sport bei Erkältung ist riskant“, warnt die Techniker Krankenkasse (TK) in Niedersachsen. „Man verschlimmert die Erkältung“, bestätigt Birgit Köpps-Padberg, Pressesprecherin der Apotheken von Hameln und Umgebung: „Der Körper hat genug mit der Infektion zu tun und braucht eine Pause und Ruhe, um sich zu erholen.“ Zusätzliche Anstrengungen würden den Körper zu sehr belasten. „Viel schlafen und ausruhen“, empfiehlt die Apothekerin deshalb. Sei kein Fieber im Spiel, könne man sich auch ruhig einen Spaziergang an der frischen Luft gönnen – Betonung auf: „Spaziergang“. Bei Fieber rät Birgit Köpps-Padberg zur absoluten Bettruhe. Dann heißt es auch: Baden verboten. „Heiße Vollbäder belasten den Kreislauf zu stark.“ Im Falle einer Erkältung ohne Fieber darf man dagegen ruhig in die Wanne steigen und ein Erkältungsbad nehmen.

Warum man bei einer Erkrankung – auch, wenn sich diese gerade erst anbahnt – auf jede Art von Sport verzichten sollte, erklärt Petra Rudnick, Ärztin aus dem TK-Ärzte-Zentrum: „Besteht zum Beispiel eine begleitende Herzmuskelentzündung, so ist die Gefahr nicht zu unterschätzen, durch sportliche Aktivitäten das bereits angeschlagene Herz zu überlasten. Die Folge können lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen sein.“ Das gelte nicht nur für Grippe oder Erkältung, sondern für jede Art von Viruserkrankung, sagt die Ärztin.

Die Hinweise auf eine Herzmuskelentzündung sind vielfältig, deshalb wird die Krankheit oft nur spät diagnostiziert, unter Umständen sogar bei einem schwerwiegenden oder lebensbedrohlichen Verlauf. „Jährlich erkranken bundesweit rund 3300 Menschen an akuten Herzrhythmusstörungen“, führt die TK aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes ins Feld: 660 von ihnen sind zwischen 15 und 25 Jahre alt, der Löwenanteil (rund 70 Prozent) ist männlich.

Nicht nur Profis, auch viele Freizeitsportler fürchten, dass sich ihre Kondition durch eine Trainingspause verschlechtern könnte und nehmen dann oft aus Ungeduld ihr Fitness-Programm zu früh wieder auf. Damit beanspruchen sie ihren Körper aber so sehr, dass die gesundheitliche Kondition eher leidet als dass sie verbessert wird. „Man sollte daher so lange pausieren, bis man sich wieder vollständig gesund fühlt“, rät die Techniker Krankenkasse. Und: Der Wiedereinstieg ins Training sollte langsam erfolgen.

Allen, die noch nicht von einer Erkältung gebeutelt sind, wird Bewegung an der frischen Luft auch im kalten Winter ans Herz gelegt – den jeweiligen Witterungsbedingungen angemessen. „Aber nicht in kurzen Hosen joggen“, sagen die TK-Experten: „Die Muskeln kühlen sonst zu stark aus und können Schaden nehmen.“ Auch sollte man die kalte Winterluft nicht „ungebremst“ über den weit geöffneten Mund in die Atemwege einströmen lassen, sondern immer durch die Nase atmen. Und um keine Knochenbrüche zu riskieren: Glatteis aus dem Weg gehen.

Der Kopf schmerzt, man fühlt sich schlapp und elend: Dann heißt es Pause statt Power. Wer sein Fitness-Training durchzieht, obwohl eine Erkältung im Anmarsch oder schon ausgebrochen ist, riskiert seine Gesundheit. Foto: Bilderbox



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2020
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt