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„Halbe Brüder“: Halbgare Komödie mit einem braven Sido

Wenig Esprit, viel Blödheit

Rapper Sido in einer Komödie? Warum nicht, sein Gangster-Image hat der Berliner genauso wie seine Maske längst an der Garderobe abgelegt. Sido ist mittlerweile Familienvater und ganz seriös geworden: „Ich war wütend, frech und rebellisch. Das bin ich aber nicht mehr“, sagte der 1980 geborene Musiker schon 2013 in einem Interview. Also spielt er in „Halbe Brüder“ den sympathischen Verlierer Julian, den die Aura eines Bankangestellten oder Brillenfachverkäufers umgibt. Immerhin eine halbwegs glaubwürdige Figur – anders als seine beiden Filmbrüder, denen das Drehbuch wenig Esprit und viel Blödheit zumutet.

veröffentlicht am 09.04.2015 um 06:00 Uhr

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Autor:

Johannes von der Gathen

Die Ausgangssituation ist für eine Komödie gar nicht übel: Drei völlig unterschiedliche Typen, die das Geld dringend nötig haben, machen sich auf die Suche nach dem gut versteckten Erbe ihrer gestorbenen Mutter. Beim Gerichtsvollzieher sehen sich die Halbbrüder zum ersten Mal. Eine witzige Szene. Den flippigen Möchtegern-Rapper Addi (Tedros Teclebrhan), den verwöhnten Schnösel Yasin (Fahri Yardim) und schließlich den ziemlich bankrotten Handelsvertreter Julian (Sido) verbindet zunächst nichts außer akute Geldnot. Also macht sich das Trio auf eine Odyssee durch Deutschland – ein chaotischer Selbstfindungstrip zu verschollenen Vätern und neuen brüderlichen Gefühlen.

Nach einem ganz passablen Auftakt verflacht Christian Alvarts Komödie in fast zwei Stunden Spielzeit allerdings immer mehr zur Klamotte. Ohne wirklichen Sinn fürs Timing lässt Drehbuchautor Doron Wisotzky („Schlussmacher“) die Protagonisten in immer neue Peinlichkeiten schliddern. Und es tummeln sich zu viele Witzfiguren in diesem Film. Roberto Blanco kann man als abgetakelten Frauenhelden bewundern, Detlev Buck als kiffendes Landei, Charly Hübner lässt als Kredit-Hai das Messer kreisen. Nur so richtig lustig ist das alles nicht. Außerdem scheinen die Ortswechsel von Berlin über Köln bis an die Ostsee vor allem den Gesetzen der regionalen deutschen Filmförderung zu gehorchen. Schade, bis sich am Ostseestrand alles in Wohlgefallen auflöst und die Brüder längst beste Freunde geworden sind, hat man als Zuschauer das Interesse an dieser halbgaren Komödie weitgehend verloren.

„Halbe Brüder“ läuft im Hamelner Maxx-Kino täglich um 17.15 und 19.45 Uhr, Fr. und Sa. auch um 22.15 Uhr.



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