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Warum Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern bei der Versorgung hinterherhinkt

Wenig Daten in deutschen Mobilfunkverträgen

Unterwegs im Bus und nebenbei Videos streamen. Das ist besonders heutzutage, ein Muss für junge Leute, da die immer mehr auf das Angebot von Streaming-Dienste wie Netflix, Amazon Prime Video und Co. zugreifen. Doch die Realität sieht häufig anders aus. Das liegt vor allem an dem knappen Datenvolumen in den deutschen Mobilfunkverträgen.

veröffentlicht am 02.09.2018 um 13:30 Uhr

Wer nur ein bestimmtes Datenvolumen pro Monat zur Verfügung hat, muss sich genau überlegen, welche App er öffnet, wenn er unterwegs ist. Foto: Pixabay

Autor:

Marcel Gawel
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Wer nicht darauf verzichten möchte, endlos lang mobil zu surfen, muss hierzulande tief in die Tasche greifen. So kostet beispielsweise ein Mobilfunkvertrag mit unbegrenztem Datenvolumen bei deutschen Anbietern 80 Euro im Monat. Einen vergleichbaren Vertrag erhält man in Irland bereits für 30 Euro und in Litauen sogar schon für 16 Euro. Doch woher kommen die Preisunterschiede?

„Es existieren nur drei große Mobilfunknetzbetreiber und zwei kleinere Anbieter ohne eigenes Funknetz, sodass der Wettbewerbs in dieser Branche recht schwach ausfällt“, sagt Dr. Torsten J. Gerpott, Professor für Telekommunikationswirtschaft an der Universität Duisburg-Essen. Weitere Gründe für die Preisunterschiede nennt Jürgen Grützner, Geschäftsführer vom Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten: „In anderen Ländern existiert eine direkte oder indirekte Förderung für den Ausbau der Mobilfunknetze. In Deutschland müssen die Mobilfunker die Milliarden-Investitionen alleine stemmen. So werden sie erneut in 5G Lizenzen investieren müssen.“ Ergänzend dazu erklärt er: „In Ländern wie Finnland mit wenigen Zentren, in denen die allermeisten Menschen leben, ist der Ausbau viel leichter und damit preiswerter als im Flächenland Deutschland. Bei uns spielt die Versorgung der ländlichen Gebiete eine große Rolle. Der Anteil der Basisstationen ist in Deutschland auf dem Land sehr hoch und dadurch teuer.“

Ähnlich beschreibt dies auch Jörg Borm, Pressesprecher von Telefónica Deutschland. „Mit seinen Investitionen in Mobilfunkinfrastrukturen beteiligt sich Telefónica am Breitbandausbau in Deutschland. Seit 2000 hat Telefónica Deutschland inklusive Investitionen der E-Plus Gruppe mehr als 20 Milliarden Euro in Mobilfunk-Spektrum und einen zweistelligen Milliarden Euro Betrag in den Ausbau der Netzinfrastruktur investiert. Unsere Überzeugung ist, dass die Wirtschaft den Breitbandausbau zum größten Teil mit privaten Investitionen stemmen kann.“ Zudem erklärte er, dass die Politik beim Netzausbau eine entscheidende Rolle spielt. „Die Politik darf den Unternehmen aber keine Steine in den Weg legen, beispielsweise indem den Unternehmen durch eine überteuerte Auktion Mittel entzogen werden, die für den Netzausbau fehlen. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass teure Frequenzauktionen im internationalen Vergleich zu schlechteren Netzen geführt haben. Länder wie Dänemark, die geringe Frequenzlizenzkosten aufweisen, haben heute die beste Mobilfunkabdeckung und –qualität in Europa. Deutschland rangiert im hinteren Drittel. Hier muss die Politik die richtigen Rahmenbedingungen schaffen, um die digitale Zukunft Deutschlands zu sichern.“

Volker Petendorf von Vodafone hat zum Thema Wettbewerb in der Mobilfunkbranche eine andere Meinung und möchte den Markt differenzierter betrachten. Petendorf stellt klar, „dass sich die Unternehmen einen starken Kampf um neue Kunden bieten. Vor allem die Prepaid-Tarife von Discountern und Supermärkten seien eine Konkurrenz geworden. Zudem sei es wichtig, auch die Angebotsvielfalt auf dem deutschen Markt zu betrachten, wo es für jeden Kunden das für ihn passende Angebot gibt was es sonst nur in sehr wenigen Ländern gibt.“



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