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31. Januar 1606: Guy Fawkes verliert nach einer Verschwörung sein Leben

Weltweites Symbol

Noch heute gibt es in England einen Spott-Spruch, der gern zitiert wird: Guy Fawkes sei der einzige Mensch, der jemals mit ehrlichen Absichten ins Parlament gegangen sei, heißt es dann. Er wollte es in die Luft sprengen.

veröffentlicht am 01.02.2016 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:53 Uhr

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Frank Westermann Redakteur zur Autorenseite
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Guy Fawkes diente viele Jahre lang als Soldat und erlangte dabei Kenntnisse im Umgang mit Sprengstoff und war als mutiger und entschlossener Soldat ausgezeichnet worden.

Guy Fawkes und seine Mitverschwörer versuchten am 5. November 1605, das englische Parlament im Palast von Westminster in London zu sprengen. Der Grund hierzu lag in der Verfolgung, der Angehörige der katholischen Kirche ausgesetzt waren. Das Motiv war Rache am König, da dieser die katholische Bevölkerung unterdrückte. Seit Heinrich VIII. war der englische König das geistliche Oberhaupt der von Rom abtrünnigen anglikanischen Kirche.

Für das Attentat hatte Fawkes 36 Fässer mit mehr als zwei Tonnen Schwarzpulver in den Kellern der Gebäude deponiert, daher auch die englische Bezeichnung „Gunpowder Plot“ für das Attentat. Fawkes plante, mit dem Anschlag am Tag der Parlamentseröffnung im House of Lords König Jakob I. samt Familie, alle Parlamentsmitglieder, alle Bischöfe des Landes und den Großteil des Hochadels zu töten sowie anschließend politische Gefangene aus dem Tower zu befreien. Anschließend sollte ein katholischer König eingesetzt werden.

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Die Verschwörung flog auf, Guy Fawkes und der eingelagerte Sprengstoff wurden am Morgen des 5. November bei einer Inspektion der Keller unter dem Parlament entdeckt. Unter Folter bekannte Fawkes sein geplantes Verbrechen und nannte auch seine Mitverschwörer, die am 30. Januar 1606 durch Hängen, Ausweiden und Vierteilen hingerichtet wurden. Sie wurden bis zur Bewusstlosigkeit gehängt, danach wurden ihnen die Gedärme herausgerissen (ausgedärmt) und die Körper gevierteilt.

Am nächsten Tag starben die letzten Verschwörer und auch Guy Fawkes, der die Strafe verkürzte, indem er kurz vor dem Hochziehen mit der Schlinge um den Hals vom Galgenpodest sprang und sich das Genick brach.

Nach Berechnungen von Wissenschaftlern hätte die angesammelte Menge von Sprengstoff ausgereicht, alle Gebäude im Umkreis von einem Kilometer zu beschädigen und auf jeden Fall den gesamten Westminster-Palast zu zerstören.

Bis heute werden die Keller unter den Houses of Parliament vor der jährlichen Parlamentseröffnung durchsucht. Im Vereinigten Königreich wird die Vereitelung des Attentats jedes Jahr am 5. November unter dem Namen „Bonfire Night“ gefeiert.

Guy Fawkes wurde auch 2005 noch in der Liste der „100 wichtigsten Briten“ auf Platz 30 geführt und ist auch in der Popkultur höchst lebendig geblieben: Der britische Autor Alan Moore und der Zeichner David Lloyd griffen die Figur literarisch wieder auf, indem sie den Protagonisten ihrer erfolgreichen dystopischen Graphic Novel „V wie Vendetta“ als Guy Fawkes verkleidet agieren ließen. Die von Lloyd konstruierte Guy-Fawkes-Maske wurde zuerst 2007 von den Anhängern des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Ron Paul getragen und in die Öffentlichkeit gebracht.

Heute ist die Maske weltweites Symbol des Internetkollektivs Anonymous und der Occupy-Wall-Street-Bewegung.



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