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Verein Väteraufbruch macht sich für Rechte der Väter an den Feiertagen stark

Weihnachten ohne Papa

Die Zahlen sprechen gegen sie: In neun von zehn Fällen bleiben die Kinder in Deutschland bei der Mutter, wenn die Eltern sich getrennt haben. Lediglich bei zehn Prozent ist es umgekehrt. Dass somit das Weihnachtsfest nach einer Trennung für die Väter völlig anders aussieht als zuvor, darauf haben am Samstag in Hameln die „blauen Weihnachtsmänner“ aufmerksam gemacht. „Blau“ – wie englisch „blue“, was (auch) so viel wie niedergeschlagen, traurig bedeutet. Mitorganisator war Alexander Miller aus Extertal vom Verein Väteraufbruch für Kinder Lippe-Weserbergland. Im Gespräch schildert er, wie in seinen Augen in einer zerrissenen Familie „gute Weihnachten“ aussehen und worauf getrennte Eltern achten sollten.

veröffentlicht am 08.12.2014 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:46 Uhr

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Birte Hansen

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Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite

„Bei großem Streit fällt Weihnachten komplett aus“, schildert Miller das Schlimmste, was einem liebenden Vater passieren kann. Dann, wenn die Eltern einander nicht mehr respektvoll begegnen, sondern Funkstille oder Dauer-Alarm herrscht, findet auch an den Feiertagen keine Annäherung statt – und im schlechtesten Fall eben auch kein Kind beim Papa. Ein gutes Fest dagegen sieht seinen Ausführungen nach so aus, „dass die Kinder zweimal Weihnachten feiern“. Einen Tag bei der Mutter, am anderen Tag beim Vater. „Aber nicht am selben Tag hin- und herfahren – das ist ja viel zu stressig für die Kinder.“ Üblich ist es in Deutschland, dass die Kinder bei dem Elternteil Heiligabend verbringen, der das Sorgerecht hat.

Im Idealfall feierten sogar alle zusammen, aber das funktioniere wirklich nur, wenn jeglicher Streit beigelegt und die Stimmung gut ist. Denn unterdrückte negative Gefühle, die permanent herauszuplatzen drohen, machen ein Weihnachtsfest für niemanden schöner. Erst recht nicht für die kleinen Kinder, die mit ihren feinen Antennen für Stimmungen schnell mitbekommen, wenn irgendwo der Schuh drückt.

Die Psychotherapeutin Karin Kutz hat auf ihrer Internetseite zusammengefasst, worauf es für Kinder von getrennten Eltern zu Weihnachten ankommt. Einer ihrer Tipps lautet: „Ältere Kinder kann und sollte man durchaus mitbestimmen lassen, wie sie Weihnachten verbringen möchten und das Fest nicht einfach über ihre Köpfe hinweg organisieren.“ Allerdings seien Kinder bei der Entscheidung, bei wem sie Weihnachten verbringen möchten, klar überfordert und gerieten in einen Loyalitätskonflikt. „Diese Aufgabe müssen demnach schon die Eltern selbst lösen!“

Grundsätzlich sollten die Eltern zum Wohl der Kinder zusammenarbeiten – ein schwer erreichbares Ziel, aber erreichbar. Bei den Regelungen sollten die Interessen und Wünsche des Kindes im Vordergrund stehen, rät auch Marlies Jackels vom Verband alleinstehender Mütter und Väter in Hannover (VAMV). Für Alexander Miller heißt das im Kern, dem Kind zu signalisieren: „Wir haben dich beide lieb.“

Ausschließlich für besinnliche Weihnachten an einer gescheiterten Beziehung festzuhalten und nicht auch noch kurz vorher auszuziehen, davon hält Miller nichts. Zumindest dann nicht, wenn die Stimmung zwischen den Eltern im Keller und feindlich ist und Ruhe und Freude ohnehin keine Chance haben. „Trennung würde ich immer einer feindseligen Stimmung vorziehen“, sagt der Vater zweier Kinder.

Kontakt: Väteraufbruch für Kinder, Kreisverein „Lippe-Weserbergland“, Postfach 1131, Extertal, (05754) 9278216, lippe@vafk.de.



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