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Zur richtigen Ernährung gibt es viele Lehren / Expertin gibt Tipps und Empfehlungen

Was ist gesund?

BODENWERDER. Wer seinen Blick über das Zeitschriftenregal im Supermarkt schweifen lässt, dem stechen schnell Titel mit den neuesten Diät- oder Ernährungsempfehlungen ins Auge. Es wird beispielsweise für Low-Carb, also kohlenhydratarme Gerichte, geworben oder erklärt, wie Steinzeiternährung (Paleo Diät) funktioniert. Trends gibt es viele. Doch sind die alle auch gesund?

veröffentlicht am 06.03.2018 um 18:32 Uhr
aktualisiert am 07.03.2018 um 12:30 Uhr

Zur gesunden Ernährung gehört natürlich auch das tägliche Obst. Foto: dpa
Maike Lina Schaper

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Maike Lina Schaper Reporterin zur Autorenseite
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Da mag es verschiedene Ansichten geben. „Es gibt sicherlich für jeden eine gesunde Ernährung, aber die sieht nicht für jeden gleich aus“, ist Heike Hahlbrock überzeugt. Die Bodenwerderanerin ist Ernährungsberaterin und orientiert sich bei ihren Empfehlungen an der Traditionellen Chinesischen Medizin. Anlässlich des Tages der gesunden Ernährung am heutigen 7. März haben wir uns mit ihr über das Thema unterhalten und auch geschaut, wo andere Empfehlungen liegen.

Der Tag der gesunden Ernährung wurde durch den Verband für Ernährung und Diätetik eingeführt und findet regelmäßig am 7. März statt. Damit soll auf die Bedeutung einer gesunden Ernährung aufmerksam gemacht werden.

Dass in eine gesunde Ernährung weder zugesetzter Zucker noch zu viel Salz oder gesättigte Fettsäuren gehören, sollte mittlerweile bekannt sein. „Zucker, Salz und gesättigte Fettsäuern begünstigen – in hohen Mengen verzehrt – das Risiko für Übergewicht und Adipositas (Fettleibigkeit), für Bluthochdruck und erhöhte Blutfette. Daraus können Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-II-Diabetes entstehen“, warnt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft zum Thema gesunde Ernährung auf ihren Webseiten und will Unternehmen unterstützen, die diese Inhaltsstoffe in ihren Produkten reduzieren. Zugesetzten Zucker, zu viel Salz und gesättigte Fettsäuren wegzulassen, würde auch Hahlbrock unterschreiben.

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Bei einer anderen Empfehlung des Bundesministeriums kann sie so pauschal aber nicht mitgehen. Das Ministerium bezieht sich hier auf die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, die dazu anregt, neben Obst und Gemüse täglich reichlich Vollkorn-Getreideprodukte, also Brot, Reis, Nudeln, Getreideflocken und Kartoffeln zu essen. Ergänzt werden soll diese Basis durch Milchprodukte, Fleisch und Fisch. „Lebensmittel, die gesund sind, sind manchmal nicht das Beste für das Individuum“, ist dagegen Hahlbrocks Ansicht. So führt zum Beispiel die empfohlene Rohkost für viele Menschen zu Verdauungsstörungen. Eine Generalempfehlung für Jedermann könne nicht gut sein. In der Traditionellen Chinesischen Medizin werde der Mensch als Ganzes betrachtet samt seiner individuellen Konstitution. Für den einen könnten Fleisch, Kartoffeln oder Brot gut sein, bei anderen Menschen würden sich hingegen andere Lebensmittel eher anbieten.

Milch würde Hahlbrock nicht als tägliches Grundnahrungsmittel empfehlen, sondern nur gezielt zum Einsatz bringen. „Die meisten Menschen, die zu mir kommen und Hilfe suchen sind frustriert. Sie denken, sie haben bei ihrer Ernährung bisher alles richtig gemacht, aber die bestehenden Problematiken zeigen, dass irgendetwas nicht passt.“, sagt Hahlbrock.

Die Traditionelle Chinesische Medizin betrachtet die Wirkung der Lebensmittel auf den menschlichen Körper genauer. Sie können aktivieren oder einschränken, positive Effekte auf die Organe haben oder negative. „Habe ich mir die Zeit genommen, den Menschen in seiner Ganzheit kennenzulernen, dann kann ich Empfehlungen geben, welche Lebensmittel für ihn geeignet sind, welche nicht geeignet oder neutral sind. Und vor allen Dingen, warum das so ist“, sagt Hahlbrock. „Der Unterschied ist, fühle ich mich gesund, wohlig und zufrieden oder müde, kraftlos und aufgebläht? Was ich sehr wichtig finde, ist, den Menschen bewusst zu machen, dass es nicht egal ist, was wir essen. Alles, was wir in den Mund stecken, hat auch eine Wirkung auf unseren Körper.“ Im alten China habe man bei einem Leiden zunächst versucht, diesem mit Nahrung entgegenzuwirken, bevor man zu anderen Mitteln gegriffen habe.

Zum Beispiel jetzt in der Grippezeit würde Hahlbrock bei einem ersten Kratzen im Hals einen Ingwertee empfehlen. Ingwer hat in der Traditionellen Chinesischen Medizin warme Eigenschaften. Ist die Grippe hingegen bereits samt Fieber da, sollte man den Ingwer besser weglassen und eher zu Pfefferminztee und seiner erfrischenden Wirkung auf den Körper greifen. Wer in der Heuschnupfenzeit Probleme mit den Augen hat, dem könne sie ein Chrysanthemenblütentee helfen.

Wer sich gesund ernähren möchte, der tut allerdings nach wohl jeder Ernährungslehre gut daran, möglichst viel selbst zuzubereiten und wenig auf Fertigprodukte zurückzugreifen. Auch Hahlbrock empfiehlt Vorkochen.

Gibt es Wünsche nach Produkten, die nicht im heimischen Supermarkt angeboten werden, ermuntert die Ernährungsberaterin zum Nachfragen. So mancher Lebensmittelhändler geht gern auf die Wünsche seiner Kunden ein. „Man muss sich selbst dazu entscheiden, die Verantwortung für das zu übernehmen, was man essen möchte“, schließt Hahlbrock.



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