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WhatsApp sorgt mit neuer Gelesen-Funktion für Wirbel / Ausschalt-Option in Arbeit

veröffentlicht am 11.11.2014 um 06:00 Uhr

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Autor:

von nicole trodler

Muss man immer und überall erreichbar sein? Diese Frage taucht seit Anbeginn des Mobilfunkzeitalters immer wieder auf und wird bereits ebensolang kontrovers diskutiert. In der letzten Woche sorgte der Messenger WhatsApp mit seiner neu eingeführten Gelesen-Funktion für ein neues Kapitel der Diskussion um Entschleunigung und Privatsphäre.

Ein Häkchen hinter der Nachricht signalisiert, dass sie gesendet wurde und ein zweites Häkchen, dass sie beim Empfänger-Gerät auch ankam (wir berichteten). Ob die Nachricht jedoch auch gelesen wurde, konnte man bisher nur anhand des „zuletzt online“-Status erahnen. Seit letzter Woche ist Schluss mit Spekulieren: Zwei blaue Häkchen zeigen ab sofort an, ob der Empfänger die Nachricht gelesen hat.

Die vermeintlich kleine Änderung sorgt im Netz für reichlich Wirbel. Vor allem in sozialen Netzwerken, so auch auf der Facebook-Seite der Dewezet, wurde über Sinn und Unsinn der Neuerung diskutiert.

Dabei gab es zum einen aufgeregte und kritische Stimmen, die eine zunehmende Kontrolle befürchteten und es problematisch sahen, dass damit ein noch stärkerer Zwang, gleich zu antworten, entstehen könne. Eine Leserin befürchtete sogar, dass nun „Stalkerherzen“ höher schlagen werden.

Andere Nutzer betrachteten die Angelegenheit aber auch gelassener und betonten, dass es ja die Möglichkeit gebe, Whatsapp zu löschen und einen anderen Messenger zu verwenden. Es sei zudem auch jedem selbst überlassen, eine Nachricht zwar zu lesen, aber erst später zu antworten.

In einer Blitzumfrage auf der Dewezet-Facebook-Seite fanden 100 von 164 Teilnehmenden die neue Funktion gut. Fast zeitgleich mit Bekanntwerden der neuen Funktion kamen auch erste Vorschläge auf, wie es vermieden werden könnte, dass Nachrichten als gelesen markiert werden. Da gibt es zum einen die Möglichkeit, via Sperrbildschirm zu lesen. Problematisch wird es hier jedoch, wenn die Nachricht zu lang für den Bildschirm ist. Praktischer ist es, für das Lesen den Flugmodus des Mobiltelefons zu aktivieren. Weil in diesem Modus weder Daten empfangen noch gesendet werden können, geht auch keine Lesebestätigung raus. Dass nun auch WhatsApp über das Leseverhalten seiner Nutzer informiert, sollte jedoch keine allzu große Überaschung sein. Immerhin besteht seit diesem Frühjahr eine Partnerschaft zwischen dem Messaging-Dienst und Facebook: Das soziale Netzwerk hat die Gelesen-Anzeige bereits seit einiger Zeit im Repertoire.

Künftig sollen Whatsapp-Nutzer aber auswählen können, ob die Lesebestätigung angezeigt wird. Bis dahin weiß WhattsApp genau, wer wem geschrieben hat und kennt sogar den Inhalt, denn: Auch die Inhalte wie Texte, Bilder und Videos gehören laut AGBs den Eigentümern von WhattsApp. Also: Aufpassen, was man postet.



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