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Es fließt in denkmalgeschütztes Gebäude / Erste Anmeldungen für Wohnprojekt liegen vor

Walke sammelt Geld

Hameln. Die Unterstützer der Walkemühle haben damit begonnen, Geld für ihr Unternehmen einzusammeln. Die Walkemühle GmbH verwaltet das gleichnamige Gebäude zwischen Ohsener und Kaiserstraße. Dort soll unter anderem ein Wohnprojekt für 25 bis 30 Menschen entstehen. Außerdem soll der Verein „Freiraum“ dort weiterhin als Mieter zum Beispiel Konzerte veranstalten dürfen.

veröffentlicht am 24.09.2014 um 06:00 Uhr

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VON ROBERT MICHALLA

„Die GmbH ist mittlerweile gegründet“, sagte Sven Kornfeld kürzlich auf Anfrage. Er ist einer der vier Geschäftsführer der Walkemühle GmbH. Sie möchte das denkmalgeschützte Gebäude erhalten. Das Konzept setzt auf Wohnungen im Zusammenspiel mit sozialen und kulturellen Angeboten. Der Veranstaltungsraum soll für den Freiraum erhalten bleiben. Das Wohnprojekt nimmt auch bereits Formen an. Nach den Worten Kornfelds war bereits ein Architekt vor Ort. Schließlich sind in dem Gebäude zum Beispiel die Sanitäranlagen in die Jahre gekommen. Sie müssen saniert werden. Außerdem geht es um die Frage: Wie sollen die Wohnungen aussehen? So kann nämlich jeder, der einmal in der Walke wohnen möchte, sich die Wohnung selbst gestalten. Rund 15 Anmeldungen für das Wohnprojekt liegen laut Kornfeld bereits vor. Kinder, Familien, Singles und Ältere sollen einmal in das Haus einziehen. Kornfeld spricht von einem „inklusiven Haus“. Bis die Wohnungen bezugsfertig sind, „dauert es aber wohl noch rund zwei Jahre“, sagte der Walke-Geschäftsführer weiter.

Nachdem die Stadt dem Freiraum im vergangenen Jahr den Mietvertrag für die Walkemühle gekündigt hatte, gründeten die Aktiven den Hausverein „Walke e. V.“ und reichten ein Kaufangebot für die Gebäude Walkemühle 1 und 1A im Rathaus ein – samt 23 Seiten starkem Nutzungskonzept. Von Fahrradwerkstatt, Gitarren-AG und Konzerten ist in dem Konzept die Rede. Vor allem aber auch vom „solidarischen Zusammenleben“ im „Wohnraum“. Bewohner sollen gemeinsam etwa über Zuzüge oder Umbauten entscheiden.

116 000 Euro hatte der Freiraum einst als Kaufpreis geboten. Das Geld habe man über private Direktkredite bereits zusammen – und sogar deutlich mehr als diese Summe, sagte Kornfeld. Geld wird allerdings auch dringend benötigt: Für den Kauf, den Umbau und die energetische Sanierung der denkmalgeschützten Walkemühle rechnen die Walke-Aktiven mit Kosten knapp unter der Millionengrenze.

Der Veranstaltungsraum im Erdgeschoss soll für den „Freiraum“ erhalten bleiben. Die Lärmbelästigung bei Konzerten wollen die Walke-Aktiven im Zuge der Sanierung deutlich reduzieren. In der Vergangenheit hatte es wiederholt Anwohner-Beschwerden gegeben.

Das geplante neue Kulturzentrum sieht Kornfeld nicht als Konkurrenz zu den bestehenden Hamelner Einrichtungen Sumpfblume und Regenbogen. „Beim Publikum gibt es natürlich Überschneidungen“, räumt er ein, verspricht aber: „Wir werden uns absprechen und bei den Terminen darauf Rücksicht nehmen.“

Das Projekt Walkemühle wird von der Mietshäuser Syndikat GmbH fachlich unterstützt. Die Gesellschaft wurde in den 1980er Jahren in Freiburg gegründet – mit dem Ziel, selbstverwaltete Häuser langfristig zu sichern und dem offenen Immobilienmarkt zu entziehen.

Das Mietshäuser Syndikat besteht deutschlandweit aus 73 Hausprojekten und 465 Gesellschaftern. Insgesamt wird so Wohnraum für 1650 Menschen zur Verfügung gestellt.

„Freiraum“ darf bleiben lautete die Überschrift in der Dewezet, mittlerweile sammelt eine eigens gegründete GmbH auch Geld.



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