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Von richtig blöden Ideen, honigsüßen Welpen und Wasabi-Therapien

Vorsicht – Hochdruckgebiet!

Achtung, Spoiler: Ihnen wird am Ende des Textes die Pointe fehlen. Mir auch. Aber das kommt davon. Diamanten entstehen durch massiven Druck, Presslufthammer und Espressomaschinen brauchen ihn. Ich nicht. Ich gehe unter Druck kaputt wie eine PET-Flasche im Marianengraben. Ich bin dran mit dieser Kolumne, egal, ob ich eine Idee habe oder keine.

veröffentlicht am 21.11.2020 um 07:00 Uhr

Birte Hansen

Autor

Reporterin zur Autorenseite

Merkel hat sich auch nicht zu Wort gemeldet, um das Thema vorzugeben, das wir als Staatsmedium und anerkanntes Mitglied der Lügenpresse bearbeiten sollen. Äußerst ärgerlich, muss ich doch tatsächlich selbst denken.

Aber Vorsicht: Das Selbstdenken fördert ja – in letzter Zeit unangenehm sicht- und hörbar – die krudesten Sachen zutage, eine Welt ganz im Pippi-Langstrumpf-Stil, „widewide wie sie mir gefällt“. Dank sozialer Medien sickern diese Weltbilder Marke Eigenbau und DIY-Überzeugungen dummerweise recht schnell aus der Blase, in der sie entstanden sind. Wahrscheinlich, weil auch da der Druck zu hoch ist – zu viel Mist, Blase platzt, abgefahrenste Sichtweisen ergießen sich über den Rest der Menschheit.

Also, die aus Berlin gesteuerten Medien hatten wir ja schon, jeder weiß längst, dass Pressefreiheit nichts weiter ist als eine Worthülse und wir ausschließlich im Regierungsauftrag handeln. Und dass natürlich alles gelogen ist. Sagt Trump ja auch. Außer es wird geschrieben, was exakt in die Bohrungen des gerade vorliegenden Weltbild-Bausatzes passt, dann stimmt’s. Biden hat gewonnen, jahaa, aber nur, weil er betrogen hat. Los, zählt noch mal, stopp, hört auf zu zählen, je nachdem. Dagegen war die Gerhard-Schröder-Show harmlos, als er sich 2005 als alter neuer Bundeskanzler gerierte, obwohl das Rennen noch nicht entschieden war. Was ich mich jetzt frage: Wer hat denn Obama wohl den Inhalt seiner Biografie diktiert?

Ach, die Zeiten sind verwirrend. Oder wie mein kleiner Neffe sagen würde: „Richtig, richtig, richtig, richtig blöd.“ Er bezog das zwar auf den Mittagsschlaf, aber recht hat er. Auch so ’ne richtig blöde Idee ist die, dass sich jedes Kind nur noch mit einem Freund treffen soll. Jeder nur ein’ Freund! Wer keinen hat, kann sich auf einer noch zu gründenden Plattform „Corona-Kumpel“ kostenpflichtig anmelden – da wird dann vermittelt. Das Geld geht übrigens an die Stiftung, die Impfstoffe per Wasserwerfer an und in die Leute bringt. Wer den Film „Das Leben des Brian“ der Kult-Comedians Monty Python kennt, fühlt sich bei „ein’ Freund“ sofort an die Szene erinnert, in der die Männer auf dem Weg zur Kreuzigung ermahnt werden: „Jeder nur ein (!) Kreuz!“ Geschmacklos, sagen die einen. Zum Brüllen komisch, sagen andere. Apropos komisch – wie finden Sie diesen? „Ein Reggae-Musiker ist entführt worden – die Rasta-Fahndung läuft.“ Mein Humor.

Witzig finde ich übrigens auch, dass der Fichtenhonig „Frühling“ aus der Imkerei Axmann in Waldershof, der sonntags auf den Frühstückstisch kommt, nach jenem Hundewelpen riecht, der in Kürze einzieht. Beides richtig, richtig, rich… süß! Aber seltsam ist das trotzdem, oder? Das kann doch kein Zufall sein! Und was ist mit der Schulter, hm? Warum tut die weh, wenn man Tennis gespielt hat? Hat doch mit 17 auch ohne Schmerzen geklappt. Wahrscheinlich bin ich heimlich geimpft worden. Nicht per Wasserwerfer, sondern anders, irgendwie. Jedenfalls kann da doch was nicht stimmen. So wie bei dem Psychologen, der die Teilnehmer einer Selbsthilfegruppe für Menschen mit Depressionen zum Schluss auffordert, sich jetzt mal alle an die Hand zu nehmen und dann mal so richtig herzlich zu lachen. „Dann geht es Ihnen gleich viel besser!“ Bei wem stimmt denn da was nicht? Das ist so, als würden Sie jemandem mit offenem Schienbeinbruch sagen: Los, lauf!

Guck weg! Hat die ARD am Sonntag gesagt, indirekt zwar, aber mit Erfolg. Guck weg, hör weg, anders konnten Zartbesaitete den Tatort nicht aushalten. Ich hätte umschalten können, ja, stattdessen habe ich die GEZ-Gebühren abgesessen, mich bei auf lautlos gestelltem Fernseher am Handy durch die üblichen Facebook-Beschimpfungstiraden gewischt und händeweise Wasabi-Reiscracker in mich reingeschaufelt. Total unwürdige Aktion, die ich gerne als wichtiges Experiment für die Menschheit verkaufen möchte, mit eindeutigem Ergebnis: Die machen die Nase sofort frei. Was so scharf ist, hilft vielleicht auch gegen Viren? Ich lass Trump das mal testen. Den pustet Elon Musk übrigens demnächst mit Space-X ins All, zur ISS, und – huch – da wird er dann vergessen. Richtig, richtig, … blöd, für die Jungs da oben, aber hej, wir hier unten haben trotz Wasabi einfach die Nase voll von ihm. Also, einige von uns. Die anderen finden ihn weiterhin toll. Gott weiß, warum. Meine Vermutung ist allerdings eher, dass auch er am Ende seines Lateins ist.

Wenn Sie bis hierhin gelesen haben: Danke und tut mir leid! Aber ich habe mein Versprechen gehalten, es fehlt: die Pointe. Ich sag doch, mit Druck komm ich nicht klar. Und dann erzählt eine Kollegin auch noch, dass sie schon alle Weihnachtsgeschenke hat. Ich muss weg …



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