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Die Woche im Schnelldurchlauf

Von Anstößen und Abstürzen

Es ist eine Formulierung zum Eintuppern und immer wieder Hervorholen: Hessens FDP-Chef Jörg-Uwe Hahn wollte eine „gesellschaftliche Debatte“ anstoßen, als er laut über das asiatische Aussehen seines Bundesvorsitzenden sinnierte, erklärte er. Das ist elegant und hilfreich: Wer fortan danebengreift, auf dem ganz falschen Dampfer eincheckt oder meilenweit am Thema vorbeiargumentiert, kann sich mit einem eleganten „Ich wollte nur eine Debatte anstoßen“, aus der Affäre ziehen. Wir haben das in Redaktionskonferenzen bereits getestet – es funktioniert! Wir sind alle noch im Amt. Weitere redaktionelle Fundstücke der Woche:

veröffentlicht am 09.02.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:47 Uhr

Frank Henke

Autor

Reporter zur Autorenseite

Etwas abgehoben: Um griffige Formulierungen ringt natürlich auch die Lokalpolitik. Bei den Aktiven Bürgern aus Salzhemmendorf darf es auch mal eine ordentliche Schippe Pathos sein: Im Kopf eines offenen Briefes waren jüngst diese Verse zu lesen: „Hier sind wir noch immer, – unsanft gelandet, – aber ohne geborstene Flügel.– Wir kommen und – was wir zeigen, ist nicht zu leugnen, – mit uns ist zu rechnen.“ Wie es heißt, „frei nach U. M. Gutzmann“ und durchaus imposant. Ob es im nächsten Brief dann um Flugstunden geht?

Ziemlich flach: In den Sinkflug geht zur Karnevalszeit mitunter auch das Humorniveau gestandener Redakteurinnen und Redakteure. Das Foto von einem perlenverzierten Ei auf dem Ostereiermarkt in Fürstenberg gab im Mail-Verkehr jüngst Anlass zu folgenden Geistesblitzen: „Sind das Eier vom Perlhuhn?“ „Ei see, wie der Engländer sagt.“ Und: „Ist halt ein echter Ei-Catcher!“ Hoffentlich ist bald Aschermittwoch …

Relativ neu: Diesen Seitenhieb kann sich ein Tageszeitungsredakteur einfach nicht verkneifen: Im neuen Newsletter der Hamelner Wirtschaftsförderung findet sich dieser Tipp: „Neuigkeiten zum Hamelner Stadtleben finden sie unter www.hameln.de.“ Die Topnachricht der städtischen Internetseite ist nun allerdings die Hundertwasser-Ausstellung im Hochzeitshaus – und das seit immerhin einem Monat und einem Tag. Eine ziemlich betagte Internet-Neuigkeit. Oder anders gesehen: In der Kleinstadt nimmt man sich eben noch Zeit für die schönen Dinge.

Sehr beruhigend: Diese Online-Galerie musste man einfach bis zum Ende klicken: Die angeblich „scheidungsträchtigsten Berufe“ waren kürzlich auf einer großen Internet-Plattform zu erfahren. Journalisten tauchten in dieser Top Ten dann allerdings gar nicht auf. Wir sind sehr erleichtert und nur ein kleines bisschen erstaunt. Jetzt aber schnell nach Hause zu den Liebsten!



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