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Deko für Haus und Garten

Vielseitiges Heidekraut

HAMELN. Symbolisch steht es für Einsamkeit, Kargheit, Trauer, Tod und Genügsamkeit. Kein Wunder, dass das Heidekraut ein beliebter Grabschmuck ist – besonders im Herbst und im Winter. Wer dieser Tage einen Spaziergang über den Friedhof macht, kann sich sattsehen an den lila, weißen und zartgelben Calluna-Sorten, die nun auf vielen Gräbern den Ton angeben. Die Heide mit den immergrünen Blättern lässt sich aber auch anderweitig in Szene setzen.

veröffentlicht am 01.11.2016 um 17:31 Uhr
aktualisiert am 16.11.2016 um 09:14 Uhr

Heide als Stillleben mit Äpfeln und Kürbissen. Foto: sto
Stolte Christiane

Autor

Christiane Stolte Reporterin

In der kalten Jahreszeit nämlich spielt sie eine große Rolle in Gärten, auf der Terrasse und auf dem Balkon und immer mehr auch in der Wohnung. Üppig blühende Pflanzen werden derzeit in Hülle und Fülle an den Blumenständen auf dem Wochenmarkt angeboten.

„Heide wird immer beliebter als Deko für Haus und Garten“, betont Ute Westerhold vom Blumen-Land Westerhold aus Tündern. Die Nachfrage habe in diesem Jahr bereits Anfang September begonnen. Viele Kunden schätzen die Heide, weil sie pflegeleicht ist und sich mit ihr fröhlich bunte Akzente setzen lassen. Beispielsweise im Topf auf der Fensterbank, als Gesteck auf einer festlich gedeckten Tafel, mit einer Kerze in der Mitte oder auch als Strauß mit anderen Blumen kombiniert.

Sehr hübsch sehen kleine Heidezweige außerdem auf Stoffservietten aus, die mit einem farblich passenden Schleifenband zusammengehalten werden. Ein Hingucker sind auch Tür- oder Adventskränze mit Heidezweigen. Nicht weniger dekorativ ist ein kleines Stillleben mit Heidezweigen, Kürbissen und Äpfeln. Es lässt sich im Handumdrehen gestalten und bringt Herbstatmosphäre auf den Tisch. Das kleine Arrangement wirkt aber auch auf einer Treppe oder einfach auf dem Fußboden.

An allen Blumenständen auf dem Wochenmarkt wird derzeit frische Heide angeboten. Auch Ute Westerhold hat sie im Sortiment. Foto: sto
  • An allen Blumenständen auf dem Wochenmarkt wird derzeit frische Heide angeboten. Auch Ute Westerhold hat sie im Sortiment. Foto: sto

Zu den Heidekrautgewächsen zählen mehr als 850 Arten. Meist werden sie als „Erika“ bezeichnet, was aber strenggenommen nicht ganz richtig ist. „Calluna“, die Knospenblüher, zu denen auch die Besenheide gehört, sind zwar enge Verwandte, gehören aber nicht zu den Erika-Sorten. Calluna blühen etwa von Juli bis Dezember. „Erica“ hingegen, beispielsweise die winterfeste und ursprünglich aus den Alpen stammende Schneeheide, zeigt ihre Farben von November bis ins das Frühjahr hinein. Der Name „Erica“, so wird vermutet, stammt von dem lateinischen Wort „erice“, das wiederum dem griechischen Wort „ereike“ entlehnt worden sein soll. Eine weitere Entlehnung einer noch älteren Sprache wird nicht ausgeschlossen.

Nicht nur als Blumenschmuck macht die Heide von sich reden. Auch in Gedichten hat sie sich einen Platz gesichert. So wurde ihr beispielsweise von Hermann Löns in seinen Heidegedichten ein Denkmal gesetzt. Ebenso von Theodor Storm. So schreibt der Schriftsteller in dem Gedicht „Über die Heide“: „Über die Heide hallet mein Schritt; dumpf aus der Erde wandert es mit. Herbst ist gekommen, Frühling ist weit – Gab es denn einmal selige Zeit? Brauende Nebel geisten umher; schwarz ist das Kraut und der Himmel so leer. Wär ich hier nur nicht gegangen im Mai! Leben und Liebe – wie flog es vorbei!“ – Mit diesen Versen wäre die oben erwähnte Symbolik der Einsamkeit belegt.
Übrigens: Die nächste Aktion auf dem Wochenmarkt findet statt am Samstag, 5. November. Thema: Adventstrends.



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