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Vom Aufstieg und Niedergang der Holzwarenfirma Emme

Viele Lügder fanden hier Arbeit

Entlang der Pyrmonter Straße, außerhalb der Stadt Lügde, erfolgte Anfang des 20. Jahrhunderts zwischen der Straße und der Bahnlinie die Ansiedlung verschiedener Industriebetriebe. Hier entstand 1921/22 auch das Holzverarbeitungswerk Lohbeck, in dem Toilettendeckel und Zigarrenkisten hergestellt wurden. Nachdem die Firma 1925 in Konkurs geraten war, übernahm die Stadtsparkasse Lügde die Firmenleitung und verkaufte die Firma 1927 schließlich an Henjes und Feustel, die hauptsächlich Formstühle produzierten.

veröffentlicht am 17.11.2014 um 06:00 Uhr

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Autor:

Manfred Willeke

Nachdem auch dieses Unternehmen 1935 in Konkurs gegangen war, übernahm die Firma Emme aus Holzhausen den Betrieb. Die Firma Emme war 1913 vom Zimmermann Fritz Emme gegründet worden. Zunächst war es ein Lohnschneideunternehmen, aus dem sich dann ein Zulieferbetrieb für Schälfurnier beziehungsweise Zulieferbetrieb für die Stuhlindustrie entwickelte.

Nachdem der Betrieb 1923 durch eine Staubexplosion in Flammen aufgegangen war, wurde zunächst in Behelfsräumen produziert, so dass der Erwerb der Firma in Lügde sehr günstig war. 1939 betrug die Zahl der Beschäftigten in beiden Betrieben 160 Personen. Dazu kamen während des Zweiten Weltkrieges noch etwa 20 kriegsgefangene polnische Frauen aus dem Lügder Lager (bei der Kilianskirche/Höxterstraße) und französische Kriegsgefangene aus einem Lager in Fallingbostel, die mit ihrem Aufseher in der Firma in Holzhausen wohnten.

Um die Produktion zu steigern, wurde der Betrieb an der Pyrmonter Straße in Lügde weiter ausgebaut. 1935 errichtete Josef Kannengießer einen hohen Schornstein, der vor wenigen Tagen abgerissen worden ist. Nach dem Zweiten Weltkrieg und dem sogenannten Wirtschaftwunder ging es mit dem Betrieb immer weiter aufwärts. Viele Einwohner von Lügde und Bad Pyrmont fanden bei dem aufstrebenden Unternehmen Arbeit. Hauptsächlich wurden nun Formstühle und Furniere produziert, die sehr gefragt waren.

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1999 geriet das Unternehmen in Schwierigkeiten. Kurz vor der Schließung übernahm die niederländische Firma Van Drenth Groep B. V. Teile der Firma. Danach verloren von den 137 Mitarbeitern ca. 70 ihren Arbeitsplatz. Es wurde allerdings zunächst noch weiter produziert.

Der Niedergang der Firma war aber nicht aufzuhalten. Im April 2002 musste der Insolvenzantrag gestellt werden und die noch verbliebenen 56 Arbeitnehmer verloren ihre Arbeitsplätze. Nachdem das Firmengelände seither verschiedentlich, zum Teil als Antik- und Trödelmarkt, genutzt worden war, ist es jetzt fast gänzlich geräumt worden. Damit ist ein Stück Lügder Industriegeschichte endgültig verloren gegangen.

Weitere historische Fotos finden Sie unter zeitreise.dewezet.de

Ein Stück Lügder Industriegeschichte: 1935 wurde der Schornstein errichtet. Kürzlich erfolgte der Abriss.Willeke



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