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Historisches Mobiliar von Schloss Varenholz nicht auffindbar

Uralte Möbel bleiben verschollen

Rinteln. Es ist eine historische Schatzsuche, auf die sich der Kunsthistoriker Dr. Thomas M. Dann mithilfe unserer Zeitung machte. Der Schatz könnte sich irgendwo in Rinteln verbergen. Verstaubt auf dem Dachboden, vor Jahrzehnten eingelagert im Keller oder unbeachtet in einer Ecke des Wohnzimmers.

veröffentlicht am 16.10.2013 um 00:00 Uhr

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Es handelt sich um das historische Mobiliar von Schloss Varenholz. Mehrere Hundert Stühle, Tische, Bänke und andere Möbelstücke wurden 1873 im Rahmen einer Auktion verkauft, einige wohl auch nach Rinteln. Am 11. September rief Dann in unserer Zeitung dazu auf, dass die neuen Besitzer sich bei ihm melden mögen, um seine Forschungen zu unterstützen. Bisher kamen zwei Hinweise, doch beide führten ins Leere.

„Dabei handelte es sich um eine alte Truhe“, erzählt Dann, bei der die Besitzer sich vorstellen konnten, sie komme aus dem Schloss. Dies konnte Dann allerdings recht schnell ausschließen, denn um 1600, als das Mobiliar des Schlosses gezimmert wurde, war die Truhe als Möbelstück bereits weitgehend durch den Schrank ersetzt worden.

Der Kunsthistoriker ist etwas enttäuscht, dass die Rückmeldungen so gering ausfielen. „Ich hatte gehofft, dass die Erinnerung noch da ist“, meint Dann. „Man muss aber auch bedenken, da ist ein Weltkrieg drüber gegangen.“ Im Zuge der Kriegswirren sei es für viele Familien notwendig geworden, auf engerem Raum zu wohnen und daher auch Möbel auszumisten. Und wertvolle Gegenstände wurden oft genug verkauft. Außerdem gehe aus der verhältnismäßig guten Aktenlage des Verkaufs hervor, dass sich unter den Käufern viele Juden befanden. In diesem Fall sei das Nachforschen noch schwieriger. Daher möchte Dann nun nicht versuchen, selber mögliche Nachfahren der damaligen Käufer ausfindig zu machen. Das wäre einfach zu zeitaufwendig und auch nicht unbedingt erfolgversprechend. Die heutigen Besitzer könnten auf ganz andere Art und Weise an die Möbel gekommen sein.

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So könnten sich unter den Käufern bei der Auktion im Jahr 1873 auch zahlreiche Trödler befunden haben, die die Möbel weiterverkauften, denn zum Ende des 19. Jahrhunderts waren historische Möbel bereits gefragt. In der Epoche des Historismus, erklärt der Kunsthistoriker, sei nicht nur in der Architektur auf historische Formen zurückgegriffen worden, sondern man habe auch den Wert von Originalen wieder höher eingestuft. Nicht nur als Gebrauchsgegenstände, sondern auch als Antiquitäten könnte das Mobiliar also Einzug in Rintelner Wohnungen gefunden haben.

Auch wenn die Spuren der Möbelstücke sich nach der Auktion verlieren, über ihre Entstehung hat der Kunsthistoriker mehr harte Fakten zusammentragen können. Und auch hier landete er auf seiner Suche abermals in Rinteln. Graf Simon VI. zu Lippe beauftragte mit der Anfertigung der Möbel für das Schloss nämlich einen Rintelner Handwerker. Dieser bekam um das Jahr 1600 den Auftrag für beinahe die gesamte Inneneinrichtung des Schlosses. Teilweise seien aus dieser Zeit noch komplette Rechnungen vorhanden.



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