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Aufruf in der Dewezet bringt Suche nach Zeugen nicht voran /Fall für Zivilcouragepreis vorgeschlagen

Unbekannte Retter bleiben unbekannt

Hameln. Es klang wie eine Leinwandgeschichte: Eine ältere Frau fällt in die Weser, ein mutiger Retter springt hinterher. Doch diese Leinwandgeschichte ist tatsächlich geschehen, Mitte Juni in Hameln.

veröffentlicht am 31.07.2013 um 06:00 Uhr

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Zunächst hieß es, die Frau sei beim Entenfüttern in den Fluss gefallen, doch später stellte sich heraus, dass die Frau beim Spaziergang bewusstlos wurde. Warum, ist unklar.

Was die Angehörigen umtrieb, war folgende Frage: Wer ist selber so mutig, sein Leben zu riskieren, um die Frau zu retten? Denn die Weser hatte an jenem Tag Hochwasser. Auch ein Aufruf in der Dewezet brachte kaum Klärung in die Sache.

Das Problem an der Sache war: Als die Sanitäter bei der unterkühlten Frau eintrafen, waren die unbekannten Retter bereits weg. Zwar erklärte das DRK später, die Frau sei gar nicht in die Weser, sondern in die Hamel gefallen, wer sie allerdings rettete, war nicht mehr zu rekonstruieren. Laut Polizei habe sich auch später niemand gemeldet, der die Lücke im Sachverhalt klären könnte. Für die Angehörigen eine unbefriedigende Situation.

„Das ist etwas deprimierend“, sagt die Tochter der Seniorin. Auch wenn sie sich schlecht damit abfinden könne, müsse sie wohl mit der Unklarheit leben. Vermutlich seien es Tagesausflügler mit dem Rad gewesen, die beherzt eingriffen. Bloß eine einzige Person habe sich nach dem Unglücksfall bei der Tochter gemeldet: eine Frau aus dem Hamelner Obdachlosenmilieu gab sich als Retterin aus. „Statt drei Helfern, von denen wir wissen, dass sie vor Ort waren, können wir nun also nur eine namentlich benennen“, heißt es von Seiten der Polizei. Der Fall werde nun für den Zivilcouragepreis der Stadt Hameln vorgeschlagen.

Um die anonymen Helfer ausfindig zu machen, hatte die Tochter der Seniorin sogar überlegt, einen Eintrag beim sozialen Netzwerk Facebook zu posten. Denn die unbekannten Radler seien sicherlich weitergefahren und hätten den Zeitungsbericht daher gar nicht wahrnehmen können. Doch ihre eigene Tochter habe ihr wiederum von einem Facebook-Eintrag abgeraten – aus Datenschutzgründen.

Auch wenn sich die Seniorin selber an das Geschehen nicht erinnern kann, geht es ihr zumindest körperlich wieder gut. Wenn es um die Rettungsaktion geht, blocke sie jedoch ab, erzählt ihre Tochter. „Sie geht auch nicht mehr an die Weser hinunter.“ Vor dem Vorfall sei sie täglich mit Mitbewohnerinnen des Altenheimes zum Fluss gegangen. An jenem Tag des Unfalls sei sie jedoch allein gewesen.

Dass die Seniorin und ihre Tochter die Geschichte für sich gerne abschließen möchten, ist verständlich. Denn die Situation war sehr bedrohlich. Beim Eintreffen der Rettungskräfte war die Seniorin bereits stark unterkühlt. Eine halbe Stunde später hätte es für die Frau schon lebensgefährlich werden können, sagte ein Arzt damals.

Am 19. Juni berichtete die Dewezet über eine Rettungsaktion, bei der eine alte Frau aus dem Hochwasser der Weser gezogen wurde. Wer allerdings so mutig war, ist heute wie damals unklar. Dana



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