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Schweigers „Tatort“ als Kinospektakel

Tschiller außer Dienst

Wenn Til Schweiger als Nick Tschiller im Fernsehen antritt, bleibt vom altgewohnten „Tatort“ kaum noch etwas übrig. Wenn Tschiller die Leinwand stürmt, fehlen selbst „Tatort“-Titel und -Vorspann, und sogar der Schauplatz erinnert nicht mehr an Schweigers Job als TV-Kommissar. Tschiller ist in „Off Duty“ außer Dienst – und Hamburg nicht genug für das Vorhaben der „Tatort“-Crew. Seit 2013 gehört Schweiger für den Norddeutschen Rundfunk (NDR) zur „Tatort“-Riege – seine Personalie bescherte dem Traditionskrimi der ARD so viel Aufsehen wie lange nicht. Fortlaufend erzählten die Filme von Tschillers Kampf gegen den kurdischen Astan-Clan. Firat Astan (Erdal Yildiz) ist auch im Kino wieder mit von der Partie, man muss die TV-Episoden aber nicht vorher gesehen haben, um „Off Duty“ zu verstehen.

veröffentlicht am 04.02.2016 um 06:00 Uhr

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Autor:

Dorit Koch

Auch wenn Schweiger-Tochter Luna als Tschiller-Tochter Leonora („Lenny“) auf der Leinwand gleich zu Beginn unter Beweis stellen soll, was sie am Ende ihres vierten TV-„Tatorts“ gelernt hat: das Schießen. Allein macht sie sich auf den Weg nach Istanbul, um den Tod ihrer Mutter Isabella zu rächen. Doch die 17-Jährige wird entführt – und so jagt schon bald Vater Nick (derzeit vom Dienst suspendiert) durch die türkische Metropole und später weiter nach Moskau, um seine Tochter zu retten. Der Auftakt zu einem Actionspektakel, für das Regisseur Christian Alvart schon angekündigt hatte, in Sachen Action im Vergleich zum TV „noch zwei, drei Schippen“ draufzulegen – und die waren ganz offensichtlich ordentlich vollgepackt. Es wird geprügelt, geschossen, getötet – und zwischendurch auch gelacht, denn Tschillers Kollege und Kumpel Yalcin Gümer (Fahri Yardim) ist wieder für den Humor zuständig. Das Zusammenspiel der beiden privat ebenfalls Befreundeten sorgt zwischen Stunts und Schießereien für amüsante Szenen, bis hin zum demonstrativen Po-Grapscher vor homophoben Russen. Ansonsten rast Tschiller durch die Straßen und über die Dächer Istanbuls, hechtet sich über Häuserschluchten und stürzt sich in Zweikämpfe oder nimmt es gleich mit mehreren Polizisten auf, übersteht spektakuläre Autorasereien und kommt dann doch mit einem Mähdrescher auf dem Roten Platz in Moskau an.

„Ich hab Isabella verloren, Lenny verlier ich nicht“ – so klar wie Tschillers Ansage sind auch die Fronten in dem 135 Minuten langen und bildgewaltigen Actionspektakel. Frauen spielen bis auf eine Liebesnacht mit Berrak Tüzünataç am Bosporus und eine russische Prostituierte (Alyona Konstantinova) keine große Rolle, Nick hat ja Yalcin und braucht keine Tschiller-Girls.

„Tschiller: Off Duty“ läuft im Hamelner Maxx-Kino täglich um 17.25 und 20.20 Uhr, Freitag und Samstag auch um 22.40 Uhr.



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