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Von der Kunst, die vielen Möglichkeiten nicht zu nutzen

Süßes Nichtstun

Endlich. Nach dem ganzen Weihnachts-, Silvester-, Jahresend- und Jahresanfangsstress ein Wochenende plus zwei Bonustage frei. Freu. Was kann ich nicht alles mit den arbeitsfreien Stunden, ja sogar Tagen, anfangen! Auftakt: Meine Freundin treffen. Endlich mal wieder mit ihr in Hannover bummeln, ohne auf die Uhr zu gucken.

veröffentlicht am 25.01.2020 um 08:00 Uhr

Kerstin Hasewinkel

Autor

Redaktionsleiterin zur Autorenseite

Tag 1: Das Kind ist krank, Treffen lieber verschieben. Also vielleicht einen Ausflug in den Solling machen. Mit Einkehr. Lecker Essen ist immer gut. Oder doch besser gleich in den Harz. Jetzt noch drei ganze Tage, das lohnt sich, ist ja um die Ecke. Der vor mehreren Wochen aufgezeichnete Film liegt da aber auch noch. Wäre eine Alternative. Man muss ja schließlich nicht immer unterwegs sein.

Tag 2: Oder dann doch lieber zu Hause mal gründlich aufräumen. Endlich den Kleiderschrank ausmisten, der ist vollgestopft mit Sachen, die kein Mensch mehr braucht. Das ist doch das, was zum Jahreswechsel angeblich durchatmen lässt: Luft schaffen, Ballast abwerfen. In einem Zuge dann gleich die Küchenschränke mal von innen auswischen. Längst überfällig. Aber irgendwie ist es für den Frühjahrsputz doch zu früh.

Tag 3: Besser in die Therme, einen ganzen Tag lang. Schließlich ist nicht Sauberkeit (putzen) der neue Trend, sondern Achtsamkeit. Etwas für sich tun. Sauna ist allerdings mit einer noch nicht ganz abgeklungenen Erkältung dann vielleicht doch keine gute Idee.

Also endlich anfangen, den Roman zu schreiben. Kann auch zur Selbstfindung beitragen. Werden vier Tage dafür reichen? Sicher nicht. Eine Kurzgeschichte? Keine Idee.

Selbst schreiben kann ich ja aber auch dann, wenn ich nicht gerade ganze Tage am Stück frei habe. Es sollte schon etwas Sinnvolles sein. Und nicht nur im Internet surfen, alte Whatsapp lesen und den Fotostau im Handy löschen. Gottlob haben wir keine beziehungsweise kaum Gardinen. Sonst wären die nach der trüben Winterzeit jetzt wohl dran. Inklusive Fensterputzen. Aber das macht bei uns ohnehin der Gatte. Genau wie die Gartenarbeit. Die hat allerdings ja jetzt grad nicht Saison.

Tag 4: Stattdessen könnte ich also meine Patentante anrufen. Nach Feierabend ist meist die Zeit zu knapp, schließlich hat man sich ja doch einiges zu erzählen, wenn man so lange nichts voneinander gehört hat.

Erst mal ist jetzt aber Kochen angesagt. Auch dazu habe ich ja jetzt richtig viel Zeit und entsprechend Muße. Während ich so auf dem Sofa liege, dem Hund die Ohren kraule und nachdenke, merke ich, dass ich doch wenigstens den vierten Tag jetzt noch mit Sinn füllen sollte. Das tun, wofür du sonst nie Zeit hast. Radfahren? Zu kalt. Kino? Grad kein Film, der mich interessiert.

Was ich gemacht habe? Nichts. Einfach mal wirklich gar nichts. Vier Tage lang. Das war so schön, dass ich überzeugt bin: Ich werde es wieder tun.



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