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Stilles Gedenken

Vor 65 Jahren wurde in Westdeutschland die D-Mark eingeführt

veröffentlicht am 24.06.2013 um 00:00 Uhr

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Viele Deutsche trauern ihr noch heute nach: Die D-Mark, die am 21. Juni 1948 in der Trizone und drei Tage später auch in den drei Westsektoren Berlins durch die Währungsreform 1948 als gesetzliches Zahlungsmittel eingeführt wurde und die Reichsmark als gesetzliche Währungseinheit ablöste. Die Geburt der D-Mark wurde von den Deutschen freudig begrüßt: Über Nacht standen plötzlich wieder Waren in den Geschäften, denn der inflationären Reichsmark hatte man nicht mehr getraut – auf den Schwarzmärkten regierte die „Zigarettenwährung.“ Auch der Gründung der Bundesrepublik Deutschland am 23. Mai 1949 blieb die Deutsche Mark die Währungseinheit in der Bundesrepublik einschließlich West-Berlin. Mit Inkrafttreten der Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion am 1. Juli 1990 löste sie die Mark der DDR ab; die D-Mark blieb auch im wiedervereinigten Deutschland das gesetzliche Zahlungsmittel. Unvergessen sind die Szenen, in denen DDR-Bürger die Banken stürmten, um die harte D-Mark endlich in die Hände zu bekommen: Die D-Mark, das war das Symbol für Wohlstand.

Nach Errichtung der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion wurde die Deutsche Mark schließlich am 1. Januar 1999 als Buchgeld und am 1. Januar 2002 als Bargeld durch den Euro ersetzt – es war das Ende einer deutschen Erfolgsgeschichte, die eng verbunden war mit dem deutschen Wirtschaftswunder.

Ende April dieses Jahres verweist das Hamburger Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ darauf, dass eine Rückkehr zur D-Mark für Deutschland verheerende Folgen hätte. Das besagt eine Studie, die im Auftrag der Bertelsmann Stiftung erstellt wurde. Der Euro sei auch dann noch die bessere Wahl, wenn Deutschland einen Großteil seiner Hilfskredite abschreiben müsste, denn der Euro reduziere die Kosten des internationalen Handels und schütze vor Wechselkursschwankungen. Ohne die Gemeinschaftswährung fiele das deutsche Wachstum den Berechnungen zufolge jährlich um einen halben Prozentpunkt niedriger aus. Das entspräche 200 000 Arbeitsplätzen.

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Eine Facebook-Seite gibt es auch, sie nennt sich so: „Ich will die Deutsche Mark zurück“: 9658 Nutzer sagen: „Gefällt mir.“

Und noch eine Zahl, sie stammt aus der Süddeutschen: Es gibt sie noch, die D-Mark. Die Bundesbank registrierte Banknoten im Wert von 6,38 Milliarden Euro und 6,89 Milliarden in Münzen, die noch nicht umgetauscht sind – Geld, das entweder verloren ist, zwischen Buchdeckeln vergessen oder schlicht und einfach ganz bewusst nicht umgetauscht wurde: Wer weiß, was da noch alles kommt. In einer Umfrage 2010 waren übrigens mehr als die Hälfte der Deutschen der Ansicht, dass es besser gewesen wäre, wenn man die D-Mark behalten hätte. rnk



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