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Vor 35 Jahren: Mao Zedong stirbt – und hinterlässt ein zerrüttetes China

Sogar Blumen galten als bourgeois

Landkreis (mld). Vor 35 Jahren, am 9. September 1976, ist Mao Zedong gestorben und damit einer der einflussreichsten Politiker und Diktatoren des 20. Jahrhunderts. Mao stammt aus der zentralchinesischen Provinz Hunan, wo er im Dezember 1893 als ältester Sohn einer Bauernfamilie zur Welt kam. Sein Leben lang soll er Hochchinesisch nur mit starkem Akzent gesprochen haben.

veröffentlicht am 05.09.2011 um 00:00 Uhr

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Sein politisches Interesse erwachte, als er als 18-Jähriger die Schule der Bezirkshauptstadt besuchte: Er begann, republikanische Positionen zu vertreten und kämpfte während der Chinesischen Revolution im Jahr 1911 in der anti-kaiserlichen Armee.

Mithilfe eines Lehrers kam Mao nach Peking, wo er in Kontakt kam mit Marxisten und der Kommunistischen Partei Chinas, die 1920 gegründet wurde, an deren Treffen und Kongressen sich Mao ab 1921 beteiligte.

Nach anfänglicher Zusammenarbeit zerbrach die Kollaboration zwischen der Kommunistischen Partei und der chinesischen Nationalpartei Kuomintang, es kam zu einem Bürgerkrieg. Im Jahr 1934 wurde die Kuomintang schließlich so stark, dass sich die Kommunistischen Truppen im „Langen Marsch“ in den Westen und Norden Chinas zurückzogen. Während dieses 370 Tage dauernden, 12 500 Kilometer langen Marsches konnte Mao seine Machtposition innerhalb der Kommunistischen Partei festigen. Durch Stalins Unterstützung erstarkte die Partei, während die Kuomintang durch den Krieg mit Japan geschwächt wurde und schließlich, 1949, nach Taiwan fliehen musste.

Am 1. Oktober 1949 rief Mao die Volksrepublik China vom Tor des Himmlischen Friedens aus – dort, wo heute noch immer sein übergroßes Porträt hängt.

Gekennzeichnet war die Zeit Chinas unter Mao vor allem durch zwei Kampagnen: dem „Großen Sprung nach vorn“, 1958 bis 1961, und der Kulturrevolution. Durch den „Großen Sprung nach vorn“ sollte China vom rückständigen Bauernstaat zur industriellen Großmacht verwandelt werden. Die Folgen der Kampagne waren katastrophal: Unrealistische Produktionsziele führten zu unbrauchbaren Produkten, horrenden Arbeitsbedingungen und gefälschten Zahlen, Höfe wurden zwangskollektiviert, Bauern mussten auch in der Industrie arbeiten. Drei Jahre lang wütete eine Hungersnot, die Millionen Todesopfer forderte.

Im Jahr 1966 veranlasste Mao die „Große Proletarische Kulturrevolution“, in dessen Rahmen „Reaktionäre“, die sich gegen Maos Ideologie wandten, mundtot gemacht werden sollten. Die Kulturrevolution gab Mao freie Hand, um sich sämtlicher Gegner zu entledigen. Es bildete sich eine große Jugendbewegung, die „Rote Garde“, die häufig mit äußerster Brutalität gegen vermeintliche und tatsächliche Abweichler vorgingen. Kinder denunzierten ihre Eltern, Schüler ihre Lehrer. Über sieben Millionen Menschen kamen während der Kulturrevolution ums Leben. Außerdem führte sie zur großflächigen Zerstörung von Kulturgütern, die als bourgeois galten – von Tempeln bis hin zu Büchern, Theaterstücken und sogar Blumen.

Zu dieser Zeit hatte Mao bereits einen Personenkult um sich geschaffen. Berühmt ist zum Beispiel das „Kleine Rote Buch“ mit Zitaten Maos, das 1966 erstmals erschien. Als Mao im Jahr 1979 starb, trauerte vor allem die „Rote Garde“. Noch heute ist sein einbalsamierter Leichnam im Mausoleum auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking aufbewahrt. Während Maos Regentschaft starben mehrere Millionen Menschen – Schätzungen reichen von 40 bis 76 Millionen.

Im Jahr 1976 wurde Deng Xiaoping Chinas neues Staatsoberhaupt. Unter seiner Führung wendete sich China von Maos Prinzipien ab, der Staat öffnete sich – zumindest wirtschaftlich.



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