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Mit Rauch lenkt er die Bienen ab

So kommt der Imker an den Honig

Oldenburg. Mit langen Schritten durchquert Lambertus Stegemann seinen Garten. Vögel singen und Hühner gackern in ihrem Auslauf. Doch noch ein anderes Geräusch ist zu hören: Es summt. Je näher der Mann dem hölzernen Unterstand ganz hinten im Garten kommt, desto lauter wird es. Es schwirren unzählige Bienen durch die Luft. So schnell, dass sie kaum zu erkennen sind. Sie verschwinden in rechteckigen Kisten, die vorn in dem offenen Schuppen stehen. Lambertus Stegemann ist Imker. Und hier wohnen seine Bienenvölker.

veröffentlicht am 31.07.2013 um 06:00 Uhr

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Als er den Deckel eines Kastens öffnet, umschwirren ihn die Insekten aufgeregt. Der Imker schwenkt den Smoker, ein kleines Metallgefäß, aus dem Rauch aufsteigt. So lenkt er die Bienen ab, damit sie ihn in Ruhe lassen. Doch halt! Tragen Imker nicht eine besondere Schutzkleidung, um sich vor Stichen zu schützen? Lambertus Stegemann jedenfalls nicht: „Ohne Schutzkleidung kann ich einfach besser arbeiten“, erklärt er. Manche Imker verzichten auf den Imkerhut mit stichsicherem Schleier und die Schutzhandschuhe. Denn normalerweise sind Bienen nicht aggressiv. „Klar werde ich auch mal gestochen“, räumt der Imker ein. Das tut zwar weh, gefährlich ist ein einfacher Stich aber nur für Menschen, die allergisch sind.

„Ohne Handschuhe kann ich auch die Rähmchen besser greifen“, sagt Lambertus Stegemann und deutet auf den geöffneten Bienenkasten. Vorsichtig fasst er einen der kleinen Holzrahmen. Imker versehen diese mit einer dünnen Zwischenwand aus Bienenwachs und setzen sie dann in die Bienenkästen ein. Auf der Zwischenwand haben die Bienen nun bereits Waben gebaut. Das sind kleine Kammern aus Wachs, in denen sie ihren Honig lagern. Als der Imker das Rähmchen hochhebt, sitzen unzählige Bienen darauf. Sie lassen sich kaum stören. „Dies hier ist der Honigraum.“ Der Imker deutet auf den Kasten, in dem die Rähmchen dicht nebeneinander stecken. Darunter befindet sich noch ein weiteres Stockwerk, das auf den ersten Blick ganz ähnlich aussieht: Dort, im Erdgeschoss, ziehen die Bienen ihren Nachwuchs auf.

Wenn der Imker Honig erntet, interessiert ihn vor allem der obere Stock des Bienenhauses. Er zieht die Rähmchen aus dem Honigraum und streift vorsichtig die Bienen ab, die noch darauf sitzen. In seinem Arbeitsraum geht es weiter: Mit einer speziellen Gabel entfernt der Imker die dünnen Wachsdeckel, mit denen die Bienen ihre Waben verschlossen haben. Anschließend steckt er die Waben in die Honigschleuder, eine metallisch glänzende Tonne. Die dreht sich so schnell, dass der Honig aus den Waben herausgedrückt wird. Der Imker lässt den Honig noch durch mehrere Siebe laufen, um kleine Wachsteilchen herauszufiltern.

Den fertigen Honig verkauft Lambertus Stegemann dann direkt von zu Hause aus: Ein Schild neben seiner Haustür weist darauf hin, dass es hier „Echten deutschen Bienenhonig“ gibt.

Der Imker Lambertus Stegemann arbeitet ohne Schutzkleidung. „Klar werde ich auch mal gestochen“, sagt er. Aber ohne diese Kleidung könne er besser arbeiten.dpa



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