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Experten geben Tipps für Hunde und Katzen

So kommen Haustiere gut durch den Sommer

Der Sommer ist nicht für alle die reine Freude. Haustiere können unter den hohen Temperaturen leiden. Schattige Plätzchen und viel Wasser können da schon einmal helfen. Doch im Sommer lauern neben der Hitze auch andere Gefahren für die Vierbeiner. Mit diesen Tipps sollten Hunde und Katzen gut durch den Sommer kommen.

veröffentlicht am 24.07.2018 um 17:16 Uhr

Auch für Hunde ist Wasser im Sommer die beste Abkühlung. Foto: Pixabay

Autor:

Maria Berentzen und Nicole Trodler

Sonnige Plätze meiden

Insbesondere Hunde haben mit der Wärme zu kämpfen. „Halter sollten gut auf ihr Tier achten und es eventuell aus der Sonne holen“, sagt Ariane Ullrich vom Berufsverband der Hundeerzieher/innen und Verhaltensberater/innen aus Hofheim. „Nicht jeder Hund bekommt eine Überhitzung mit.“ Vor allem an heißen Tagen sollte man seinen Hund nicht zu stark fordern. „Es reicht in der Regel, am Morgen und am Abend spazieren zu gehen“, sagt die Verhaltensbiologin. Sinnvoll sei es, die Mittagshitze zu vermeiden. Auch einen Besuch in der Hundeschule dürfe man mal ausfallen lassen, falls der Platz in der prallen Sonne liegt. Halter sollten ihren Hund in der Hitze zudem nicht zu intensiv mit anderen Tieren spielen lassen, wenn es der Hund nicht schafft, sich selbst zurückzuhalten. Freigänger-Katzen suchen sich meist selbst ein schattiges Plätzchen. Wohnungskatzen sollte man kühle und schattige Räume anbieten, notfalls den Keller.

Ab mit dem Fell

Ein dickes Fell sorgt dafür, dass sich Wärme staut. „Es kann eine große Erleichterung sein, den Hund zu scheren“, sagt Ariane Ullrich. „Das gilt insbesondere für alte und geschwächte Hunde.“ Katzen sollte man jedoch besser nicht scheren. Anna-Laura Knorpp vom Deutschen Tierschutzbund aus Bonn sagt: „Ein normal ausgebildetes Fell mit Deckhaar und Unterwolle bietet den Tieren zu einem gewissen Grad Schutz vor Kälte und Wärme.“ Eine Ausnahme sind allerdings Langhaarkatzen: „Sie fühlen sich wohler, wenn sie in den Sommermonaten ein kürzeres Fell haben.“

Eisgekühlte Erfrischungen bereithalten

Zusätzlich kann man seinem Hund die Hitze erträglicher machen, indem man gefrorenen Joghurt anbietet oder das Spielzeug einfriert, rät Ariane Ullrich. Das Eis kann auch noch hundegerecht mit Leberwurst oder Nassfutter ergänzt werden

Wasser hilft

Hunde und Katzen sollten immer Zugang zu Trinkwasser haben. Erfrischung für den ganzen Körper bietet ein Sprung in den See oder den Pool im Garten. Das gilt natürlich nur für Hunde. An offiziellen Badeseen und in Freibädern sind Hunde jedoch gewöhnlich nicht erwünscht. Im Weserbergland ist der Campingplatz Kalletal am Stemmer See eine Ausnahme. Dort sind Hunde generell „herzlich willkommen“, heißt es auf der Internetseite. Zudem gibt es einen Hundestrand. Allerdings ist während der Sommerferien die Zahl der täglichen Badegäste auf maximal 200 beschränkt. Sonst bleiben noch die inoffiziellen Badestellen oder die Weser. Dort gilt jedoch: Baden auf eigene Gefahr. Es gelten die allgemeinen Eigentums- und Haftungsregeln, teilt der Landkreis Hameln-Pyrmont mit.

Nicht im Auto lassen

Tiere sollten niemals im Auto gelassen werden, wenn die Außentemperatur mehr als 20 Grad beträgt - auch nicht mit geöffnetem Fenster. „Der Innenraum heizt sich so schnell auf, dass der Hitzetod droht“, warnt Ariane Ullrich. In einem bei 20 Grad abgestelltem Auto kann nach 60 Minuten eine Innentemperatur von 46 Grad vorherrschen. Ab knapp über vierzig Grad besteht in geschlossenen Räumen Lebensgefahr. Die Organe werden nicht mehr mit Sauerstoff versorgt, Herz und Kreislauf versagen - der Hitzetod tritt ein.

Insektenstiche kühlen

Unangenehm wird es für die Tiere, wenn sie Bienen oder Wespen jagen und sich einen schmerzhaften Stich einfangen. Am besten sollte man die Stelle vorsichtig kühlen, zum Beispiel mit einem Kühlpäckchen aus der Apotheke, sagt Anna-Laura Knorpp. Dies dürfe aber nicht eiskalt sein. Von dem Hausmittel, eine halbe Zwiebel auf den Stich zu legen, rät sie ab: Dies sei für die Tiere unangenehm - außerdem können Zwiebeln giftig für Katzen und Hunde sein. Auch Astrid Behr vom Bundesverbands Praktizierender Tierärzte empfiehlt, Insektenstiche bei Haustieren zu kühlen. Gefährlich kann es für Katzen und Hunde werden, wenn der Stich sie im Hals oder Rachen erwischt hat. Dort kann er so stark anschwellen, dass Lebensgefahr droht. „In diesem Fall sollte man kühlen und schnell zu einem Tierarzt fahren“, sagt Behr. Das gilt auch, wenn ein Tier allergisch auf Insektenstiche reagiert. In Hameln-Pyrmont können Tierbesitzer am Wochenende zu einem tierärztlichen Notdienst fahren. Wer jeweils Dienst hat, steht auf der Internetseite www.tieraerzte-hameln-pyrmont.de. Bei der Tierärztlichen Hochschule Hannover (Bünteweg 9, Telefon: 0511/9536200) werden Notfälle jederzeit ohne Voranmeldung behandelt.

Vor Zecken schützen

Katzen oder Hunde, die durch Gras streifen, haben immer mal wieder Zecken. Insbesondere auf Hunde können Zecken gefährliche Krankheiten wie Borreliose, FSME und Babesiose übertragen. Katzen seien nicht ganz so empfindlich, so Astrid Behr. „Doch auch bei ihnen ist ein Schutz sinnvoll.“ Behr empfiehlt dafür Mittel, die zwischen die Schulterblätter geträufelt werden und über die Haut der Tiere wirken. „Dabei sollte man sich am besten von einem Tierarzt beraten lassen.“ Die Zecken werden durch bestimmte Geruchsstoffe abgeschreckt. „Stechen sie doch einmal, dann fallen sie schnell tot ab“, sagt Behr. Seit einiger Zeit sind auch viele natürliche Mittel im Umlauf, die Zecken abschrecken sollen, darunter zum Beispiel Schwarzkümmelöl. „Die Wirkung ist nicht erwiesen“, sagt Behr. „Aber Halter können natürlich ausprobieren, ob solche Mittel bei ihren Tieren helfen.“ Hat doch einmal eine Zecke zugebissen, sollte man diese möglichst gerade herausziehen.



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