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„Der Name der Rose“ wird in acht Teilen neu verfilmt

(Serien-)Morde hinter Klostermauern

Millionen von Menschen kennen den Roman und den Film: Jetzt wird „Der Name der Rose“ neu verfilmt. Nach der literarischen Vorlage von Umberto Eco, die 1980 erschien, entsteht eine achtteilige Fernsehserie. Seit Mitte Januar wird in den legendären Cinecittà Studios in Rom gedreht.

veröffentlicht am 18.02.2018 um 13:00 Uhr
aktualisiert am 19.02.2018 um 09:20 Uhr

Das italienische Kloster Sacra di San Michele diente als Kulisse für den Film von 1986. Im Januar 2018 ist es durch einen Brand schwer beschädigt worden. Eine gewisse Ironie: Immerhin endete auch der Film mit einem Feuer. Foto: dpa
Nicole Trodler

Autor

Nicole Trodler Onlineredakteurin zur Autorenseite

Wie im Buch und im Film geht es in der Serie um den Franziskanermönch William von Baskerville. Im Jahr 1327 erreichen er und sein Lehrling Adson von Melk ein abgelegenes Kloster in den italienischen Alpen. Dort werden sie Zeugen einer Reihe mysteriöser Morde, die Baskervilles berühmten Spürsinn wecken. Doch während sich die beiden Mönche auf die Suche nach dem Mörder machen, sind sie selbst Gejagte: Der gnadenlose Inquisitor Bernardo Gui verfolgt die Kritiker des Papstes und Baskerville steht auf seiner Liste.

Während im Film von 1986 Sean Connery und der junge Christian Slater in der Mordserie ermittelten, übernehmen nun der US-Schauspieler John Turturro und der Deutsche Damian Hardung die Rollen des William von Baskerville und seines Gehilfen Adson von Melk. Ebenso wie der Film, ist auch die neue Serie eine Ko-Produktion mehrerer Länder. Die Tele München Gruppe (TMG) produziert den Achtteiler mit mehreren italienischen Partnern. Neben Damian Hardung, der vor allem durch seine Rolle in der Serie „Club der roten Bänder“ bekannt ist, haben auch die deutschen Darsteller Sebastian Koch und Richard Sammel Rollen in der Adaption.

Unklar ist noch, wie nah sich die Neuverfilmung an die Buchvorlage oder auch an den Spielfilm halten wird. Sicherlich wird es einige Anpassungen geben, immerhin muss die einem Millionenpublikum bekannte Geschichte auf eine neue, spannende Art erzählt werden, um erneut ein Millionenpublikum begeistern zu können. Und Veränderungen sind zu erwarten: „Ich freue mich darauf, der Geschichte unseren eigenen Touch zu verleihen“, sagt beispielsweise Kameramann John Conroy. Regisseur Giacomo Battiato will einen „außergewöhnlichen Mittelalter-Thriller mit hochinteressanten Charakteren, intelligenten, manipulativen Mönchen und bewundernswerten, starken Frauen“ erzählen. Erinnert man sich nun an die einzig nennenswerte Frauenrolle im Film – ein namen- und sprachlos gebliebenes Mädchen – gibt es einen weiteren Aspekt, auf den man sich freuen kann.

In den Fußstapfen von Sean Connery: John Turturro wird William von Baskerville spielen. Foto: TMG
  • In den Fußstapfen von Sean Connery: John Turturro wird William von Baskerville spielen. Foto: TMG
In den Fußstapfen von Christian Slater: Damian Hardung wird Baskervilles Gehilfen Adson von Melk spielen. Foto: jbriels Photography
  • In den Fußstapfen von Christian Slater: Damian Hardung wird Baskervilles Gehilfen Adson von Melk spielen. Foto: jbriels Photography

Der Vorteil des Serienformats ist dabei, dass mehr Zeit für die Charakterzeichnung bleibt und für Geschichten, die in einem zweistündigen Film zwangsläufig dem Zeitmangel zum Opfer fallen. Der Nachteil jeglicher Adaption ist derweil, dass in den Köpfen vieler Menschen bereits ein klares Bild der Geschichte besteht. Auf jeden Fall müssen die kreativen Köpfe hinter der Serienproduktion einen Weg finden, damit die Erzählung auch in diesem Format funktioniert. Denn ein erfolgreicher Film bedeutet nicht automatisch eine erfolgreiche Serie (siehe Kasten).

Wer sich nun ein eigenes Bild machen will, muss sich gedulden. Die Dreharbeiten sollen noch voraussichtlich bis Ende Mai andauern. Die Weltpremiere der Serie ist momentan für das Frühjahr 2019 geplant. Auf welchem Sender die Produktion in Deutschland zu sehen ist, ist noch offen

Information

Vom Film zur Serie - Tops und Flops

Der Trend, Filme als Serien neu zu verfilmen, ist nicht neu, aber immer wieder von unterschiedlichem Erfolg gekrönt. Hier ein paar der erfolgreichsten Serienadaptionen und ein paar richtige Flops.

Die erfolgreichsten Serien

  • „Bates Motel“, 2013 bis 2017, 50 Folgen in fünf Staffeln. Filme : „Psycho“ I bis IV.
  • „Hannibal“, 2013 bis 2015, 39 Folgen in drei Staffeln. Filme, unter anderem: „Das Schweigen der Lämmer“ und „Roter Drache“.
  • „Buffy“, 1996 bis 2003, 144 Folgen in sieben Staffeln. Film: „Buffy - Der Vampir-Killer“.
  • „Parenthood“, 2010 bis 2015, 103 Folgen in sechs Staffeln. Film: „Eine Wahnsinnsfamilie“.
  • „Teen Wolf“, 2011 bis 2017, 100 Folgen in 6 Staffeln. Filme: Teenwolf I und II.
  • „Scream“, seit 2015, bislang 24 Folgen in zwei Staffeln. Filme: „Scream“ I bis IV.
  • „Nikita“, 2010 bis 2013, 73 Folgen in vier Staffeln. Neuverfilmung der Filme „Nikita“ und „Codename: Nina“ sowie der Fernsehserie „Nikita“.

Die größten Flops

  • „Working Girls“, 1990, nach acht Folgen abgesetzt. Film: „Die Waffen der Frauen“.
  • „Dirty Dancing“, 1988, nach elf Folgen abgesetzt. Film: „Dirty Dancing“.
  • „My Big Fat Greek Life“, 2013, nach sieben Folgen abgesetzt. Film: „My Big Fat Greek Wedding“.
  • „Ferris Bueller“, 1990, nach 13 Folgen abgesetzt. Film: „Ferris macht blau“.

Von Fans geliebt, aber frühzeitig abgesetzt:

  • „Terminator: The Sarah Connor Chronicles“, 2008 bis 2009, 31 Folgen in 2 Staffeln. Film: Terminator-Reihe.

red/nt



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