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„The Visit“ von Thriller-Experte M. Night Shyamalan fesselt nur wenig

Seltsam missglückt

Hameln. Rebecca und Tyler sollen auf Wunsch ihrer alleinerziehenden Mutter eine Woche bei den Großeltern verbringen, die sie noch nie kennengelernt haben. Die abgelegene Farm in der Provinz Pennsylvanias bietet genügend Raum für Spiele und Erkundungen, Tyler nimmt ihre Erlebnisse mit einer Digitalkamera auf und spricht launige Kommentare. Doch dann die erste Irritation: In einer Scheune findet Tyler einen riesigen Haufen schmutziger Windeln – Granddad sei inkontinent, so später die Oma. Abends hören die Kinder Kratzen und Schritte – splitterfasernackt huscht die alte Frau durchs Haus. Sie sei krank, erklärt am nächsten Morgen der Großvater, und leide an „Sundowning“ (so auch der Originaltitel des Films), einer Überaktivität und Verwirrung, die bei Alzheimer-Patienten in den Abendstunden einsetze. Am besten, die Kinder verließen nach 21.30 Uhr nicht mehr ihr Zimmer …

veröffentlicht am 24.09.2015 um 06:00 Uhr

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M. Night Shyamalan finanzierte den Film selbst, er schrieb das Drehbuch und ko-produzierte, um so die künstlerische Kontrolle zu behalten. Umso enttäuschender ist bei allem persönlichen Engagement das Ergebnis. Das beginnt schon mit der „Found Footage“-Attitüde, bei der die Kamera stets wackelt, schwenkt oder die Objekte aus dem Fokus verliert.

Zwischendurch muss jemand anderes die Kamera halten, mal liegt sie auf dem Boden, mal ist sie als Spion im Zimmer der Großmutter versteckt. Ein nicht schlüssig umgesetztes Konzept, das zudem mittlerweile zum stilistischen Klischee verkommen ist. Die Spoileralarm-Wendung, also jene verblüffende Schlusswendung, mit der Shyamalan seit „The Sixth Sense“ die Genrekonventionen gegen den Strich bürstete, kommt hier bloß banal und oberflächlich daher.

Furcht und Bedrohung, sonst ein wesentlicher Bestandteil seiner Filme, teilen sich kaum mit, Gleiches gilt für die Komik. Eine Alzheimer-Patientin oder ein inkontinenter Greis sind an sich noch nicht lustig, ebenso wenig ein zehnjähriger Bub, der wie ein Gangsta-Rapper frauenfeindliche Sprüche reimt – was auf Deutsch mehr als befremdlich klingt.

Für eine Komödie nicht witzig genug, für einen Horrorfilm nicht fesselnd genug, darüber hinaus zu anspruchslos und nichtssagend – als Spannungs-Unterhaltung ist „The Visit“ seltsam missglückt.

„The Visit“ läuft täglich im Maxx-Kino um 16.40 Uhr, 20.45 Uhr, freitags und samstags auch um 23.15 Uhr.



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