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1968 wurde der Flugplatz Kleinenberg eröffnet / Heute anerkanntes Ausbildungszentrum

Schwierige Suche nach geeignetem Areal

Bereits in den 1930er Jahren planten einige Bürger in Bad Pyrmont, einen Flugplatz anzulegen. Damals war unter anderem eine Fläche unterhalb des Schellenturms im Gespräch, aber auch die Emmerwiesen zwischen Bad Pyrmont und Lügde waren in der Auswahl. Diese Pläne kamen allerdings nicht zur Ausführung.

veröffentlicht am 24.02.2014 um 06:00 Uhr

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Nach dem Zweiten Weltkrieg, inzwischen gab es das sogenannte „Wirtschaftswunder“, griffen einige Bürger in Bad Pyrmont und Lügde den Plan eines Flughafenbaus wieder auf. Insgesamt 23 Personen aus Bad Pyrmont und Lügde gründeten, unter Leitung von Karl Schulze jun., am 18. Oktober 1966 den „Luftsportverein Lügde-Bad Pyrmont“. Später ist der Name dann in „Luftsportverein Bad Pyrmont-Lügde“ geändert worden. Das Ziel der 23 Vereinsmitglieder war und ist es, den Luftsport in Bad Pyrmont und Lügde zu fördern. Nach der Gründung des Vereins wurde nach einem geeigneten Fluggelände gesucht, das nicht so leicht zu finden war. Zunächst waren die Emmerwiesen neben der Sportanlage in Bad Pyrmont im Gespräch, die allerdings mehrmals im Jahr vom Hochwasser der Emmer überflutet werden und zu nah am Kurbereich lagen. Nachdem sie nicht in Frage kamen, wurde über die Allbreite am Grießemer Berg oberhalb von Holzhausen diskutiert. Hier gab es allerdings zu große Höhenunterschiede, und wie am vorigen Standort auch, lag das Gebiet zu nah am Kurbereich. Nachdem noch über weitere Flächen nachgedacht worden war, kam ein Gelände in der Nähe von Kleinenberg ins Gespräch. Deshalb nahm der Verein am 29. September 1967 Kontakt mit der damals noch selbstständigen Gemeinde Kleinenberg auf und stellte den Antrag auf Bau eines Segelflugplatzes. Der Antrag wurde genehmigt. Die Verwirklichung des Vorhabens war nun in greifbare Nähe gerückt und wurde mit Hochdruck vorangetrieben. Das künftige Flugplatzgelände wurde nun von mehreren Kleinenberger Landwirten erworben und anschließend zu einem großen Grundstück vereint. Als Zufahrt zum Flugplatz wurde der etwa einen Kilometer lange Riegelsweg, ursprünglich als Holzabfuhrweg vom Forstzweckverband vorgesehen, aus dem Forstzweckverband ausgegliedert und als Zuwegung an die Gemeinde Kleinenberg übergeben. Nun fehlte noch ein Gebäude auf dem Flugplatz. Die Luftsportgemeinschaft errichtete aus gebraucht gekauften Hallenteilen eine provisorische Flugzeughalle. Am ersten Pfingsttag, dem 2. Juni 1968, konnte der Flugplatz Kleinenberg dann, im Rahmen eines Flugtages, endlich eröffnet werden. Es nahmen insgesamt 16 000 Besucher an der Eröffnung teil, und ein älterer Teilnehmer meinte euphorisch: „Jetzt ist Kleinenberg an die Welt angeschlossen, wir können nun überall hinfliegen!“ Flugtage finden seither immer wieder statt.

1974 machte für einige Zeit ein Luftschiff am Flugplatz „fest“, das häufig am Himmel des Pyrmonter Tales zu sehen war.

Da sich das 1967 angelegte Flugplatzgelände bald als zu klein erwies, erwarb der Luftsportverein 1973 weitere Grundstücke. Dadurch gelang es auch, dass der Flughafen als Landeplatz für Flugzeuge bis zu 2000 Kilogramm und Hubschrauber bis 6000 Kilogramm zugelassen wurde. In den Jahren 1979 bis 1983 wurde der Flugplatz durch weitere Zukäufe in westlicher Richtung vergrößert, so dass er jetzt eine Größe von mehr als 20 000 Quadratmetern hat. Um die seitliche Neigung des Platzes zu beseitigen, wurden große Mengen Erde angefahren, die anschließend von englischen Pionieren aus Hameln geebnet worden sind. Anschließend wurde eine Asphaltlandebahn gebaut.

1985 ist die 1969 errichtete Gaststätte (heute Café Bärlauch) zu einem Hotel, mit modernen Tagungs-Unterrichts- und Übernachtungsmöglichkeiten, ausgebaut worden, sodass in Kleinenberg ein auch überregional anerkanntes Ausbildungszentrum entstand. Seit 1971 können hier Segelflugscheine, seit 1972 Motorsegelscheine, seit 1974 Motorflugausbildungen und seit 2002 auch Schulungen für Ultraleichtflugzeuge absolviert werden. Heute hat der Flugplatz Kleinenberg drei Flugzeughallen, deren letzte 1989 fertiggestellt worden ist. Ein luftfahrttechnischer Betrieb rundet das Bild des Flugplatzes Kleinenberg ab. 2006 konnte der Flugplatz sein 40-jähriges Bestehen feiern. Aus diesem Anlass ist er umbenannt worden und heißt seitdem Flugplatz Hameln-Pyrmont.

Weitere historische Fotos unter zeitreise.dewezet.de

„Jetzt ist Kleinenberg an die Welt angeschlossen, wir können nun überall hinfliegen!“ hieß es zur Eröffnung.

Heute hat der Flugplatz Kleinenberg drei Flugzeughallen (kleines Bild).mw



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