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Sabine Gerlach möchte mit ihren Kreationen den Kunden „ein Lächeln aufs Gesicht zaubern“

Schokolade – eine süße Verführung

Hameln. Schon bei dem Gedanken an Schokolade fangen kleine und große Naschkatzen an zu „schnurren“. Himmlisch, so ein Stückchen Zartbitter oder Vollmilchnuss. Kaum zu glauben, dass es Zeiten gab, in denen sich die Menschen vor Schokolade regelrecht grauten. Mehr noch – der weitgereiste italienische Historiker Girolamo Benzoni schrieb vor 400 Jahren, Schokolade, die es damals nur in flüssiger Form gab, sei eher ein Getränk für Schweine als für Menschen.

veröffentlicht am 28.03.2017 um 15:28 Uhr

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Stolte Christiane

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Christiane Stolte Reporterin
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Er meinte damit ein Gebräu aus Wasser, Kakao, Maismehl, Cayennepfeffer und Vanille, das die Spanier bei der Eroberung Mexikos kennen gelernt hatten. Der Trank mit dem Namen „Xocolatl“ muss damals sehr bitter geschmeckt haben, denn übersetzt bedeutet der Name so viel wie „bitteres Wasser“. Einer Überlieferung nach sollen die Spanier die flüssige Schokolade heiß wie die Maya und nicht kalt oder lauwarm wie die Azteken getrunken haben. Um dem bitteren Getränk mehr Geschmack zu verleihen, würzten es die Spanier mit schwarzem Pfeffer. So richtig scheint den Spaniern das herbe, bittere Maya- und Azteken-Getränk aber trotzdem nicht gemundet zu haben, wie der spanische Eroberer Hernan Cortez feststellte, als er die Kakaobohne im 16. Jahrhundert nach Europa brachte und dem spanischen Königshof vorstellte. Die fremdartige Bohne fand dort zunächst wenig Anklang, denn Kakao an sich enthält keine eigene Süße. Zum Glück verfügte der Königshof über experimentierfreudige Köche, die den „Xocolatl-Trank“ mit Honig und Rohrzucker würzten und Erfolg damit hatten. Die adligen Herrschaften nämlich kamen auf den Geschmack und konnten nicht genug bekommen von dem süßen Gebräu.

Dem Volk blieb Kakao zunächst vorbehalten, denn die Kakaobohne war damals noch selten und sehr teuer, so dass nur der Adel sich den Konsum erlauben konnte. Kakao, der in Europa erst im 16. Einzug gehalten hat, soll bei dem Volk der Olmeken, das im mexikanischen Tiefland siedelte, bereits um 1000 vor Christus ein Genussmittel in meist flüssiger Form gewesen sein, wie vermutet wird. Belegt hingegen ist, dass die Kakaopflanze bereits in der Zeit um 1500 vor Christus in Mexiko entdeckt worden war.

Schokolade in fester Form gibt es aber erst seit 19. Jahrhundert. In seiner Fabrik in Amsterdam hatte der Holländer Coenraad Johannes van Houten 1828 ein neues Verfahren entwickelt, das ihm ermöglichte, die Kakaobutter vom Kakao zu trennen. Mit der Entwicklung dieses Verfahrens breitete sich der Kakao mehr und mehr in Europa aus. Er galt sogar als Kräftigungsmittel und wurde in Apotheken verkauft. Parallel hierzu gründeten sich die ersten Schokoladenfabriken in Deutschland, in der Schweiz und in den Niederlanden.

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Für Sabine Gerlach ist Schokolade mehr als nur ein Genussmittel. „Mit meinen Kreationen möchte ich den Kunden ein Lächeln aufs Gesicht zaubern“, betont die Schokoladenhandwerkerin, die auf dem Wochenmarkt an ihrem Stand „Seelendinge“ etwa 50 Kreationen aus eigener Herstellung anbietet – dunkle und weiße Schokolade und vegane Sorten.

Die Schokoladenrohmasse bezieht sie von einem Biolieferanten, denn ihre Philosophiel lautet: „Genießen ist gut für die Seele – aber nur, wenn niemand hier oder in einem fernen Land dafür leiden muss.“ Auch auf künstliche Zusatzstoffe verzichtet sie. Der Renner sind derzeit unter anderem „Fruchtkonfetti vegan“, „Erdbeerblüten vegan“, weiße Orange, super scharfe Chilischokolade und weiße Schokolade mit Olivenöl und Zitrone. „Je näher Ostern rückt, umso beliebter werden außerdem Kreationen mit Nougat und Marzipan, am liebsten in Form von Ostereiern“ betont Sabine Gerlach. Gern gekauft werde auch Kuvertüre zum Backen oder Kochen.

Information

Soße mit Chilischokolade

Besonders lecker schmecken Soßen mit Chilischokolade. Hier ein Rezept, das schnell geht und gut zu gebratenen Geflügelteilen passtg und für zwei Personen reicht. In einer Pfanne drei Esslöffel Sojasauce und ein Esslöffel Worcestersauce mit einer kleinen Chilischote (klein geschnitten oder zerbröselt) erhitzen. 50 Gramm (bei Bedarf auich etwas mehr) Chilischokolade dazugeben und einige Minuten köcheln lassen, bis eine glatte Masse entsteht. Wer möchte, kann noch etwas Sahne einrühren. Danach die Soße in die Pfanne mit den bereits fertig gebratenen Geflügelteilen geben geben und weitere fünf bis sieben Minuten erhitzen, dabei einige
Male wenden. Vor dem Servieren mit Minzeblättern garnieren.



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