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Die Weltuntergangswoche im Rückblick

Schnupfen und Apokalypse

Kalt schreiben“, nennt es der Journalist, wenn er schon vor dem eigentlichen Ereignis ein paar Zeilen des Nachberichts zu Papier bringt – zum Beispiel, weil ihm die Politikerrede schon auf Papier vorliegt. Heute erlebt diese Zeitung den größten Fall von „kalt schreiben“ der Mediengeschichte. Denn obwohl der prophezeite Maya-Weltuntergang uns theoretisch noch bis 7 Uhr am Samstagmorgen ereilen kann – wir leben schließlich nicht in der Zeitzone der Mayas – schreiben wir schon am Freitag in die Zeitung, wie die Geschichte ausgeht: Das Leben geht weiter – da legen wir uns fest. Wir vergessen also allen Maya-Hokuspokus packen die Geschenke ein und hoffen auf weiße Weihnachten. Und wenn wir das Wetter dafür kalt schreiben müssen.

veröffentlicht am 22.12.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:47 Uhr

Frank Henke

Autor

Frank Henke Redaktionsleiter zur Autorenseite

Nun zu unserem Rundflug durch die Vorweltuntergangs- – Pardon – Vorweihnachtswoche.

Eine Achterbahnfahrt, der Redakteursgefühle: Das „Ehepaar Tatarenko“ wurde in einer großen Überschrift als Sieger der Bad Pyrmonter Tanz-WM gefeiert. Am nächsten Tag kam per Mail der Hinweis aus der Tanzszene: „Die Tatarenkos sind kein Ehepaar, sondern Geschwister.“ Oh, wie peinlich! Doch ein Blick in die Vita des Tanzpaares auf seiner Internetseite brachte Aufklärung: Weder die Auftritte der beiden noch Geburtsorte und -daten erwecken den Eindruck, sie seien Geschwister. Und schließlich heißt es da dann auch explizit: „verheiratet seit 31. Juli 2008“. Verfahren eingestellt, Redaktion unschuldig.

Noch eine knifflige Frage: Er ist unser populärste Mitarbeiter. Kein Wunder – schließlich stehen seine punktgenauen Kommentare täglich mit Autorenfoto auf der Titelseite. Gemeint ist natürlich Klimo. Mitunter bekommt unser Wetter-Kolumnist sogar Fanpost. So von Familie E. Merkel. Sie wendete sich mit einer grundsätzlichen Frage an das dynamische Jungtier: „Lieber Klimo, wir würden zu gerne wissen, ob du männlich oder weiblich bist“, schreibt sie. Hier Klimos Antwort: „Liebe Familie Merkel, selbstverständlich bin ich ein männlicher Wettertiger. Deshalb heiße ich Klimo, nicht Klima. Klima ist übrigens meine Schwester und etwas in Verruf geraten. Wandlerisch soll sie sein, mitunter eine echte Katastrophe. Ich bin da ja mehr so der sonnige Typ …“

Wer gegen wen? Nicht wenige von uns husten und niesen bereits vor sich hin – und dann das: Ein Arzneimittelhersteller kündigt eine große „Erkältungsoffensive“ an. Ein gesteuerter Viren-Angriff kurz vor den Feiertagen, nur zum Wohle des Profits – wie gemein! Beim Weiterlesen zeigte sich dann, dass doch nicht die Erkältung angreift, sondern eine große Reklameaktion – angeblich – die Erkältung. Hätte man auch anders formulieren können … Gesunde Feiertage allerseits!



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