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Patientin hält an Forderung gegenüber Sana Klinikum fest – und legt Berufung beim Oberlandesgericht ein

Schmerzensgeld-Fall wird neu aufgerollt

Hameln. „Wir gehen bis zum bitteren Schluss.“ Der Ehemann einer geschädigten Patientin des Sana-Klinikums hatte bereits im August klargemacht, dass die beiden sich mit dem Urteil des Landgerichts Hannover nicht abfinden wollen.

veröffentlicht am 10.12.2014 um 06:00 Uhr

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Es geht um die Klage einer Hamelnerin, die vom Krankenhaus 100 000 Euro Schmerzensgeld fordert, weil sie einen Behandlungsfehler vermutet. Das Krankenhaus aber sieht kein Verschulden des Arztes. Einfach nur dumm gelaufen? Der Streit zwischen Patientin und Sana-Klinikum geht nun in eine weitere Runde: Am 9. Februar soll vor dem Oberlandesgericht Celle die Berufungsverhandlung eröffnet werden. „Die Chancen stehen gut“, sagt der Ehemann der Patientin, ihre Anwältin habe „ein Ass“ im Ärmel – welches genau, wolle man aus prozesstaktischen Gründen nicht verraten. Die Mittfünfzigerin lebt seit knapp vier Jahren wegen einer Verletzung der Luftröhre mit einer künstlichen Öffnung, einem sogenannten Tracheostoma, im Hals. Sie kann damit nur abwechselnd sprechen oder atmen.

Im November 2010 war die Frau mit einem Verdacht auf ein Karzinom an der Schilddrüse operiert worden. Am 25. November folgte die zweite Operation – um die ganze Schilddrüse zu entfernen. Dabei wurde die Luftröhre offenbar verletzt, was jedoch zunächst niemand bemerkte. Später musste wegen Luftnot ein Luftröhrenschnitt vorgenommen werden.

Das Gericht in Hannover lehnte die Klage auf Schmerzensgeld im August ab – weil die Klägerin den vorgeworfenen Behandlungsfehler nicht habe beweisen können, so die Begründung. Doch nun wird der Fall erneut aufgerollt. Ob das Gericht einen weiteren Sachverständigen anhören wird, ist allerdings offen. Der vom Landgericht bestellte Gutachter hatte den behandelnden Arzt im Sana-Klinikum entlastet. Ein von der Kläger-Anwältin bestellter Gutachter hingegen kam zu einem anderen Ergebnis.

Ein Aspekt allerdings könnte bei der Verhandlung in Celle noch einmal thematisiert werden: Vor dem Landgericht Hannover hatte einer der behandelnden Ärzte angegeben, dass die Patientin erst in der „Schleuse“ über den Eingriff aufgeklärt wurde – zu diesem Zeitpunkt hatte sie aber vermutlich bereits Beruhigungsmittel bekommen. „Unverantwortlich“, findet der Ehemann der Patientin. Das Landgericht zumindest hat diesen Aspekt für die Frage, ob das Krankenhaus für die Schädigung der Patientin haftbar gemacht werden kann, offenbar nicht für bedeutsam gehalten. Das Sana-Klinikum hat bisher zu dem Fall keine Stellung genommen – aus datenschutzrechtlichen Gründen, wie es heißt.

Auch wenn das Landgericht Hannover die Erwartungen der Patientin dämpfte: Die Hamelnerin, die nach einer OP einen Luftröhrenschnitt bekommen musste, will weiterkämpfen. Sie hat mit ihrer Anwältin Berufung beim Oberlandesgericht Celle eingelegt.



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