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Romy Schneider wäre heute 75 Jahre alt geworden

Schicksalsjahre einer Kaiserin

Romy Schneider, vor allem bekannt aus den damaligen Kassenschlagern „Sissi“, erlangte durch die Filmrolle der österreichischen Kaiserin Elisabeth Weltruhm. Die damals 16-jährige avancierte durch die Trilogie zu den beliebtesten Schauspielerinnen ihrer Zeit. Heute wäre Romy Schneider 75 Jahre alt geworden. Ruhm und Tragik lagen bei der jungen Wienerin so nah beieinander wie Licht und Schatten.

veröffentlicht am 23.09.2013 um 00:00 Uhr

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Autor:

von Anton Posnak
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Schauspielerisch entdeckte sich Romy Schneider in ihrer Karriere stets neu. Die Palette ihrer Rollen reichte vom unschuldigen „Wiener Mädel“ bis zur „Femme Fatale“ – ihr Privatleben hingegen glich einer Tragödie. Alkohol und Tabletten dominierten ihren Alltag. Ihre Beziehungen und Ehen scheiterten. Ein versuchter Selbstmord, als ihr Verlobter sie verließ, scheiterte. Der Sohn verstarb im Alter von 14 Jahren. Steuerschulden holten sie trotz des finanziellen Erfolgs ein. Manch einer könnte behaupten, dass bei solch einer Lebensgeschichte der frühe Tod nicht abzuwenden sei. Romy Schneider starb im Alter von 43 Jahren. Die genaue Todesursache ist bis heute ungeklärt.

Ihr Debüt als Schauspielerin gab sie 1953 mit 14 Jahren an der Seite ihrer Mutter Magda Schneider und Götz George im Film „Wenn der weiße Flieder wieder blüht“. 1955 gelang ihr dann in der Rolle der österreichischen Kaiserin Elisabeth der Durchbruch. Für die damals 16-jährige Fluch und Segen zugleich. Trotz des Erfolgs wollte sie das Image des „süßen Mädchens“ mit aller Macht loswerden. Auf Drängen ihres Managers und Stiefvaters Hans Herbert Blatzheim spielte sie widerwillig in zwei weiteren Filmen, die von ihr ungeliebte Rolle. Wie sehr sie die Figur der Kaiserin hasste, wird am deutlichsten, als sie trotz einer Gage von einer Million Mark eine vierte Fortsetzung ablehnte. Eine Entscheidung, die vor allem zum Bruch mit dem Elternhaus führte.

Sowohl ihre Mutter, als auch ihr Stiefvater nutzen die junge Schauspielerin für ihre Zwecke. Die Rollenangebote für Magda Schneider blieben nach der Absage zu Sissi aus. Der Ruf der lieblichen Kaiserin sollte aus finanziellen Gründen aufrecht erhalten bleiben. Die Verlobung mit dem französischen Schauspieler Alain Delon wurde von ihrem Management werbewirksam vermarktet.

Romy Schneider in einer Szene aus dem Film „Der Bulle und das Mädchen“ von 1971. pr

1963 wurde für Romy Schneider zu einem ihrer bis dato tragischsten Jahre. In den Zeitungen wurden Fotos ihres Verlobten mit der französischen Schauspielerin Nathalie Bathélemy veröffentlicht. Die Affäre führte zu einem gescheiterten Selbstmordversuch. Dennoch standen beide nach ihrer Trennung in gemeinsamen Filmen vor der Kamera. Delon organisierte auch ihre Beerdigung.

Von einer Beziehung in die nächste stürzte sich die als „Grande Dame“ bezeichnete Schauspielerin. In den folgenden Jahren scheiterten ihre beiden Ehen, aus denen jeweils zwei Kinder hervorgingen.

Die letzten Jahre Romy Schneiders waren von Rückschlägen gezeichnet. Aufgrund eines Tumors musste sie sich im April 1981 eine Niere entfernen lassen. Im Sommer desselben Jahres dann der tragische Tod ihres Sohnes, der beim Klettern über einen Zaun verunglückte. Mit ihrem neuen Lebensgefährten, Laurent Pétin, wollte sie sich in einem Landhaus niederlassen. Bei der Finanzierung tauchten jedoch Probleme auf. Ihr Stiefvater, der bis zu seinem Tod ihr Vermögen verwaltete, veruntreute ihre Gagen. Ihre Ex-Ehemänner führten ein finanziell ausschweifendes Leben. Hinzu kam, dass sie Steuerschulden in Frankreich hatte.

Am Morgen des 29. Mai 1982 fand ihr Lebensgefährte Laurent Pétin, Romy Schneider leblos am Schreibtisch. Der Todesfall wurde von der Presse zunächst als Selbstmord dargestellt, da bekannt war, dass die Schauspielerin Alkohol und Aufputschmittel im Übermaß konsumierte. Im Totenschein der 43-Jährigen ist ihr Tod durch Herzversagen angegeben. Die Todesursache ist jedoch bis heute nicht genau geklärt worden, da eine Obduktion nie stattfand. Vielleicht oder gerade deshalb wurde die Schauspielerin als Mythos stilisiert.



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