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Nach 14-monatiger Bauzeit für den Anliegerverkehr freigegeben

„Schalltor“ ist wieder durchlässig

Bückeburg (bus). 14 Monate nach Beginn der Bauarbeiten ist in Bückeburg jetzt das vor Ort als „Schalltor“ bezeichnete Brückenbauwerk zwischen der Friedrich-Bach-Straße und der Straße „An der Kornmasch“ fertiggestellt worden. Bis zum abschließenden Aufbringen einer Asphaltdecke kann die Unterführung zwar offiziell lediglich von Anliegern benutzt werden, dennoch herrscht hier bereits wieder reger Fahrzeugverkehr. Während der Arbeiten – zuletzt waren Mitarbeiter des Abwasserbetriebs der Stadt Bückeburg mit der Erneuerung der Rohrleitungen beschäftigt – hatten die Verkehrsteilnehmer kilometerlange Umwege in Kauf nehmen müssen.

veröffentlicht am 01.01.2013 um 18:12 Uhr

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Auf den ersten Blick hatte man dem Bauwerk im September 2011 sein recht betagtes Alter nicht angesehen. Birgit Konow konnte aber Unterlagen präsentieren, in denen Schwarz auf Weiß belegt war, dass ein Teil der Konstruktion aus dem Jahr 1847 stammte. „Nun ist die Brücke abgängig und kann die anfallenden Lasten nicht mehr aufnehmen“, wusste die Expertin von DB-Projektbau seinerzeit zu berichten. Die Nutzungserlaubnis laufe nur noch bis Ende 2011, höchste Zeit also für einen Neubau. Am 4. Oktober rückten die Bauarbeiter an.

Das Bauwerk bestand aus insgesamt drei Teilen, die jeweils ein Gleis trugen – dem anno 1847 hochgezogenen Gewölbetragwerk und zwei 1960 gebauten Stahlverbundkonstruktionen. Die neue Brücke besteht aus drei Walzträger/Beton-Konstruktionen. Diese wurden vor Ort angefertigt und im Herbst 2012 eingehoben.

Zu Beginn der Arbeiten ging es darum, Stahlträger zur Baugrubenabfangung in den Bahndamm einzubringen. Auf diesen Trägern lagerten Hilfsbrücken für den Eisenbahnbetrieb. „Wir müssen viel unter dem rollenden Rad machen“, hatte Konow damals erläutert. Im Schutz der Hilfsbrücken wurden dann die alten Widerlager abgebrochen und neue erstellt.

Das zwischen der Friedrich-Bach-Straße und der Straße „An der Kornmasch“ stehende Brückenbauwerk ist umfangreich instand gesetzt worden. Foto:bus

Dass das auf rund 3,2 Millionen Euro Kosten geschätzte Vorhaben nicht allerorts auf ungeteilte Zustimmung stieß, war im Verlauf einer Informationsveranstaltung im Jahn-Stadion deutlich geworden. „Falls es sein muss, stellen wir einen großen Heuwagen auf den Zufahrtsweg und der Neubau fällt flach“, hatte die schärfste Formulierung der ansonsten zumeist in sachlichen Bahnen angesiedelten Erörterungen gelautet.

Den rund 30 anwesenden Betroffenen brannten mehrere Probleme unter den Nägeln. Wobei der Anschein aufkam, dass sich die Kornmascher mit der Hauptproblematik – der Vollsperrung für den Fahrzeugverkehr – bereits mehr oder weniger arrangiert hatten.

Während der Debatte wurden vielmehr Detailaspekte in den Vordergrund gerückt. Etwa, wie der Verkehr auf der Umleitungsstrecke funktionieren solle, wie es um die Sicherstellung des Rettungswesens stehe, was bei Schnee oder Hochwasser passiere sowie wer für die Instandsetzung der Umfahrungswege verantwortlich sei. Und: „Wie kommen unsere Kinder zur Schule?“

„Bis auf die Tatsache, dass zahlreiche Feldstraßen kaputtgefahren worden sind, lief die ganze Geschichte relativ reibungslos“, gibt ein Bewohner der Kornmasch zu Protokoll.

Glücklicherweise sei der zurückliegende Winter ziemlich mild und die Gesamtwitterung recht trocken gewesen. „Sonst wären womöglich größere Schäden entstanden.“ Nennenswerte Schwierigkeiten habe es seines Wissens nach nicht gegeben. „Eigentlich hat alles gut geklappt“, sagt ein anderer. Auch hinsichtlich des per Kleinbus von der Bundesbahn organisierten Schülertransports habe er keine Beschwerden vernommen.

Die Planungen des städtischen Abwasserbetriebs sehen für dieses Jahr weitere Baumaßnahmen im Umfeld des Schalltores vor. Im Zuge der Trennung von Schmutz- und Regenwasser sollen an der Graf-Wilhelm-Straße 36 000, an der Friedrich-Bach-Straße 65 000 und an der Straße „An der Kornmasch“ 25 000 Euro investiert werden.

Ob nach Abschluss der Vorhaben die ausgeschilderten Durchfahrtshöhen angeglichen werden, war „zwischen den Jahren“ nicht in Erfahrung zu bringen. Gegenwärtig weist die Beschilderung für aus der Innenstadt kommende Fahrzeuge eine Höhe von drei Metern aus, in der Gegenrichtung müssen sich die Kraftfahrer mit einer Höhe von 2,80 Metern begnügen.



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